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Kremmen Abgeschaltete Sirene: Anwohnerin schreibt offenen Brief
Lokales Oberhavel Kremmen Abgeschaltete Sirene: Anwohnerin schreibt offenen Brief
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18:08 20.02.2020
Die Sirene für die Feuerwehr in Groß-Ziethen.
Die Sirene für die Feuerwehr in Groß-Ziethen. Quelle: Robert Tiesler
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Groß-Ziethen

Im Disput zur abgeschalteten Sirene im Groß-Ziethener Ortskern hat sich Edith von Thüngen nochmals zu Wort gemeldet. Die Sirene, um die es geht, befindet sich direkt über ihrem Grundstück. Die Abschaltung der Sirene hatte im Ort zu Kritik geführt. Die Anwohnerin schrieb einen offenen Brief an die Feuerwehr Staffelde/Groß-Ziethen sowie an die Bewohner des Dorfes, den wir an dieser Stelle dokumentieren.

„Antwort bezüglich der Sirene in Groß Ziethen: Unsere Feuerwehr verdient ganz große Hochachtung und sehr großen Dank – jeder einzelne dieser freiwilligen, helfenden, besonderen Menschen. Jedes der Kommentare auf der Website unseres Heimatvereins, zum Abstellen der Sirene auf unserem Dach, habe ich aufmerksam gelesen und viele kann ich verstehen, denn sie kennen die Zusammenhänge nicht.

Seit 1994 bin ich immer aus dem Haus gelaufen, wenn die Sirenen gerufen haben, habe geschaut, ob es bei uns im Dorf brennt, ob man helfen kann. Später erfuhr ich, dass die meisten Einsätze der Autobahn galten und da können wir Bürger nicht helfen – nur die Feuerwehr!

Die Sirene war in der Vergangenheit dringend notwendig, das ist überhaupt keine Frage. Noch bis vor vier Jahren hatte nicht jeder Feuerwehrmann ein digitales Rufgerät, weil es noch teuer war, sagte mir Herr Lerche bei einem Gespräch. Vor zwei Jahren erfuhr ich dann, dass jeder, der bei der freiwilligen Feuerwehr ist, nun ein digitales Gerät hat und schneller als mit der Sirene zum Einsatz gerufen werden kann.

Deswegen frug ich den Bürgermeister, als er kürzlich zu einer Bürgerfragestunde nach Groß-Ziethen kam, ob die Sirene noch notwendig sei. Als er mir sagte, er würde sich informieren, aber die Sirenen wären vielerorts schon abgestellt, denn sie zu unterhalten, sei teuer, freute ich mich über seine Gesprächsbereitschaft. Später, als ich Bescheid bekam, nahm ich an, dass auch die anderen Bürger in Groß-Ziethen es als Erleichterung empfinden würden.

Das war mein Fehler, ich wusste nicht, dass die Sirene auch für andere Bürger, die nicht bei der Feuerwehr sind, wichtig ist. Ich verstehe es jetzt besser und ich möchte mich sehr entschuldigen, dass ich nicht mehr Bürger gefragt habe.

Unsere beiden Zeitungen riefen mich vor zwei Wochen zu der Sirene an, erst dadurch erfuhr ich von der Aufregung. Ich rief gleich Herrn John Wehden an, er erklärte mir seinen Einwand, den ich verstand, es war ein konstruktives Gespräch und wir verabredeten, dass ich zu dem nächsten Treffen mit seinen Kameraden dazu kommen dürfte, um darüber zu reden und zu verstehen.

Das Dach des früheren Gutsverwalterhauses, auf dem die Sirene steht, ist sehr alt und baufällig. Sollte das Haus jemand kaufen und herrichten, könnte man dann überlegen die Sirene auf ein Haus der Gemeinde zu versetzen. Wenn die Sirene für die Mehrheit des Dorfes wichtig ist, gibt es für mich keine Frage, dass sie weiterhin ihren Dienst tut, ich lebe seit 26 Jahren sehr gerne hier, ich mag die Menschen hier sehr, denn Groß-Ziethen ist meine Heimat geworden.“

Seitens der Feuerwehr heißt es auf der Facebook-Seite: „Wir möchten an dieser Stelle noch mal betonen, dass es konstruktive Gespräche mit allen Parteien zu diesem Zusammenhang gegeben hat. Von jeglichen Beleidigungen distanzieren wir uns entschlossen!“

Von MAZonline