Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kremmen Zwei Martins, ein Fest
Lokales Oberhavel Kremmen Zwei Martins, ein Fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:38 11.11.2018
Katrina Hannemann als heiliger Martin mit ihrem neun Jahre alten Pferd „Holly“. Quelle: Helge Treichel
Anzeige
Kremmen

Knapp 100 Menschen füllten die Bänke in der evangelischen Kirche St. Nikolai in Kremmen, als am Sonnabend zu Ehren der beiden „Martins“ ein Gottesdienst gefeiert wurde. Auf ihre Frage, welche beiden Personen gemeint sind, erhielt Kirchenpädagogin Sabine Dill prompt die richtige Antwort: Martin Luther und St. Martin von Tours. Beide hätten die Gemeinsamkeit, die Hilfe übe den Gehorsam zu stellen. Obgleich sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten lebten, boten sie ihren Vorgesetzten Paroli und zeigten so Courage, erläuterte sie.

Gemeinsam mit neun Kindern der 1. bis 7. Jahrgangsstufe hatte sie eine Aufführung einstudiert, um die Geschichte des hilfsbereiten römischen Soldaten nachzustellen. Seit 13 Jahren übernimmt die 53-Jährige jedes Jahr diese Aufgabe. Genauso, wie ihr Mann Matthias Dill zum Martinsfest den Posaunenchor dirigiert.

Anzeige
Schulkinder führten in der Nikolaikirche in Kremmen die Martinsgeschichte auf. Quelle: Helge Treichel

Während des Gottesdienstes mit gemeinsamem Gesang holte Pfarrer Thomas Triebler ein großes Brot hervor und teilte es auf. Symbolisch verteilten er und Sabine Dill Stückchen davon an die Anwesenden. Die Spruchformel dabei: „Hallo, ich bin hier und ich teile gern mit dir!“

Im Anschluss waren alle Gäste zum Laternenumzug durch die Stadt eingeladen. Den Martin auf dem Pferd verkörperte Katrina Hannemann aus Kremmen. Die 30-Jährige hat diese Aufgabe bereits zum dritten Mal übernommen. Eine Premiere war der Umzug allerdings für ihr Pferd „Holly“. Entsprechend aufgeregt war das Tier, das die Aufgabe am Ende jedoch ganz souverän meisterte. Das war quasi die Generalprobe für Sommerfeld, wo das ganze Programm am Sonntag von allen Beteiligten noch einmal absolviert wurde. Holly posierte nach dem Martinsumzug in Kremmen sogar noch für die Kamera, unter anderen gemeinsam mit Oriana (4) und Hanna (3) aus Staffelde. Mama und Tante Stefanie Hornemann lobte den vorangegangenen Gottesdienst: „Die Kinder haben das sehr schön gemacht“, sagte sie. Die ganze Veranstaltung bezeichnet sie als sehr gelungen. Eine wichtige symbolische Geste sei es gewesen, gemeinsam das Brot zu teilen. „Das tut man zu selten in der heutigen Gesellschaft“, so Stefanie Hornemann.

Pfarrer Thomas Triebler teilt das Brot unter den erwartungsvollen Blicken der Gäste. Quelle: Helge Treichel

Der Martinsumzug endete nach der Runde durch Kremmens Altstadt, wo viele Anwohner aus den Fenstern schauten und der Blasmusik lauschten, auf dem Hof des Gemeindehauses. Dort war ein wärmendes Feuer entzündet worden. Leute versammelten sich, um in familiärer Atmosphäre zu plaudern. Am Bratwurstgrill bildete sich eine lange Schlange. Gesellig klang Veranstaltung aus, mit der an die beiden Martins und deren erinnerungswürdige Courage erinnert wird.

Von Helge Treichel

Anzeige