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Kremmen Bauausschuss: Ja zur Sanierung der alten Halle
Lokales Oberhavel Kremmen Bauausschuss: Ja zur Sanierung der alten Halle
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02:25 10.01.2020
Seit April 2017 finden in der alten Halle kein Schulsport mehr statt. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Der Kremmener Bauausschuss hat am Donnerstagabend eine einstimmige Empfehlung für eine Sanierung der alten Schulsporthalle ausgesprochen. Die Abstimmung erfolgte nach einer zweieinhalbstündigen Debatte im Rathaussaal.

Die Sondersitzung war einberufen worden, weil ein neues Gutachten ergeben hatte, dass die Sanierung der Halle nicht 870.000 Euro, sondern knapp 2,6 Millionen Euro kosten könnte. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) hatte deshalb um ein Meinungsbild angesichts der neuen Situation seitens der Stadtverordneten gebeten.

Zu Beginn wies Annette Borchert, die Leiterin der Goethe-Grundschule, darauf hin, dass die Schulsport-Situation derzeit sehr schwierig sei. Wenn im nächsten Schuljahr eine weitere Klasse hinzukomme, müsse sie den Stundenplan beim Schulsport kürzen.

Heidi Sommer, die Chefin des Kremmener Sportvereins, sei „leicht angesäuert“, sagte sie zu Beginn der Sitzung in der Einwohnerfragestunde. Seit drei Jahren würden Gelder für die Sanierung im Haushaltsplan der Stadt stehen, es sei aber nichts passiert. Stattdessen seien Sportgruppen nach Hennigsdorf ausgewichen, beim Verein herrsche zudem Mitgliederschwund, gerade weil, so Heidi Sommer, die älteren Mitglieder in den Gruppen sich in der großen Stadtparkhalle nicht wohlfühlen würden.

Harald Just von der Just-Projekt-GmbH erklärte dann, wie es um die Schulsporthalle vom Typ „KT 60“ stehe. Die Grenzen der Tauglichkeit der Betonkonstruktion seien erreicht. Wenn man nichts tue, dann würde das Bauwerk sehr bald nicht mehr nutzbar sein, wenn auch die „Versagenszustände“ nicht sofort auftreten würden. Anfangs sei es auch darum gegangen, ob punktuell repariert und saniert werden könne. Während der Besichtigungen und Gespräche sei aber bald klar gewesen: „Dieser Weg der Reparatur, der scheitert.“

Die komplette Sanierung sei aber zum jetzigen Zeitpunkt möglich, so dass die Halle danach 30 bis 35 Jahre weiter existieren könnte. Es gehe um die neue Hülle, Fassaden, Dämmmaßnahmen und einiges mehr.

Unstimmigkeiten gab es bezüglich der angegebenen Summe. Eckhard Koop (DUB) erklärte, er habe bei Kollegen nachgefragt und die Kosten überschlagen lassen. „Es gibt erhebliche Differenzen.“ Beim Gerüstbau liege der von Harald Just angegebene Wert 277 Prozent über dem, den Koop in Erfahrung brachte, beim Abbruch um 301 Prozent, beim Trockenbau um 259 Prozent, beim Dach um 102 Prozent. Am Ende liege er eine Million Euro unter dem Wert, den Harald Just angegeben hatte. Der erklärte sich bereit, sich die Zahlen näher anzusehen, wies aber auf immer größere Preisspannen und auf permanente Preissteigerungen hin. Sein Büro sei mit Preisschätzungen immer gut gefahren.

Stefanie Gebauer (UWG/LGU) stimmte Eckhard Koop zu und ergänzte, dass in der Aufstellung der Kosten Positionen dabei seien, „wie wir nicht brauchen.“ Die Halle bräuchte keine Fußbodenheizung oder ein Gründach. Harald Just wies auf entsprechende Vorschriften hin. Bei Bauvorhaben an öffentlichen Gebäuden würden viele Vorschriften gelten, da gehe es an vielen Stellen auch um Nachhaltigkeit.

Zwischendurch hat der Stadtverordnete Christoph Brunner (DUB) die Sitzung wütend verlassen, immer wieder hatte er davor seinen Unmut über die Diskussion und die Ausführungen von Harald Just deutlich gemacht.

Ricky Schlichting (SPD) brachte noch einen anderen Aspekt in die Runde. Angesichts der Feststellung, dass die Halle zum jetzigen Zeitpunkt – entgegen des vorherigen Gutachtens – keine akute Gefährdung darstelle, wollte er wissen, wann denn noch vor der eigentlichen Sanierung vielleicht wieder Schulsport dort stattfinden könne. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) sagte, die Halle werde regelmäßig gelüftet und frostfrei gehalten. „Aber ist das der richtige Weg?“ Marcel Steinke (CDU-Fraktion) lehnte das ab. „Ich will dafür nicht die Verantwortung tragen.“ Er kenne die Halle seit 1990, und schon damals habe es geheißen, dass man nicht mehr wisse, wie man die Halle flicken könnte. Auch Schulleiterin Annette Borchert lehnte den Gedanken rundweg ab. „Das ist ein Unding, dass ich die Kinder da wieder reinschicken soll. Das fällt aus.“ Es werde dann wieder geschwitzt, nicht gelüftet, und es würde der Zustand wie vor drei Jahren herrschen, als sie entschieden habe, dass in der Halle kein Schulsport mehr stattfinden könne.

Also doch eine Sanierung. Allerdings: mit oder ohne Fördermittel? Das Problem: Werde auf Fördermittel gesetzt – bislang war von rund 300.000 Euro die Rede – müsse mit den Ausschreibungen und weiteren Maßnahmen so lange gewartet werden, bis der entsprechende Fördermittelbescheid da sei. Ohne Fördermittel könnte ein Baustart schneller erfolgen, hieß es. Die Verwaltung werde deshalb gebeten, zusätzlich zu prüfen, ob und wie auch ohne die möglichen Fördermittel gebaut werden könne. Es gehe dabei um einen schnellstmöglichen Sanierungsstart. Denn: Müsste nicht auf Fördermittel gewartet werden, könnte der Bau früher beginnen. Dadurch könnten wiederum Preissteigerungen, die es in diesen Wartemonaten geben könnte, umgangen werden.

Nicht mehr die Rede war am Donnerstagabend von einem möglichen Neubau. Andre Klein (Bündnis 90/Grüne) monierte im Bauausschuss, dass entsprechende Angaben fehlen würden. Er wollte wissen, was ein Neubau stattdessen kosten würde. In einem telefonischen Gespräch mit der MAZ am 11. Dezember 2019 hatte Bürgermeister Sebastian Busse noch davon gesprochen, dass ein Neubau aus seiner Sicht preiswerter sein könnte als eine Sanierung. Das wies er im Bauausschuss zurück.

Zwar empfahl der Bauausschuss einstimmig die Sanierung. Aber in der kommenden Woche soll es eine interne Dienstberatung geben, in der es um Einzelheiten wie die Preise für die Gewerke geht. Am 21. Januar findet der nächste reguläre Bauausschuss statt, auch dort soll weiter am Thema gearbeitet werden.

Von Robert Tiesler

Die Kinder der Kremmener Goethe-Grundschule könnten ab dem nächsten Schuljahr weniger Sportstunden bekommen. Grund ist die fehlende Schulsporthalle, und auch in der Stadtparkhalle ist zu wenig Platz, sagte Schulleiterin Annette Borchert.

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