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Kremmen Bildungsmesse offenbart: Schwere Zeiten für Handwerkersbetriebe und Pflegebranche
Lokales Oberhavel Kremmen Bildungsmesse offenbart: Schwere Zeiten für Handwerkersbetriebe und Pflegebranche
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16:39 12.02.2020
Youlab: Oberhavel Kliniken Quelle: Nadine Bieneck
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Oranienburg

Es ist ein hartes Brot, das viele Ausbildungsbetriebe derzeit zu kauen haben. Zahlreiche Unternehmen wollen ausbilden, können es aber nur unzureichend. Denn ihnen fehlen schlichtweg die jungen Menschen, derer es dafür bedarf. „Inzwischen ist es ja so, dass sich die Unternehmen bei den jungen Menschen bewerben, nicht anders herum“, sagte eine Ausbilderin im Rahmen der Youlab.

Handwerksbetriebe auf der Suche nach Nachwuchs

Tatsächlich haben es insbesondere die Handwerksbetriebe schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. So gehen die Interessen vieler Jugendlicher heute eher in Richtung Informationstechnik und dergleichen. Junge Menschen dafür zu gewinnen, ein Handwerk zu erlernen, werde immer schwieriger. Der gebürtige Zühlsdorfer Marvin Selck ist angehender Handwerker. Von der Firma Axt & Söhne Straßen- u. Tiefbau wird er zum Straßenbauer ausgebildet, strebt im Sommer seinen Abschluss an. Und dann? „Ich möchte gern in dem Unternehmen bleiben, dort am liebsten alt werden“, verrät der 24-Jährige. Durch ein Praktikum sei er auf den Beruf, das Unternehmen gestoßen. „Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend, bringt aber auch Freude“, findet er. Seine Lieblingstätigkeit: „Das Pflastern, das macht mir am meisten Spaß.“

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Zahlreiche Unternehmen wollen händeringend ausbilden, engagieren sich für ihre Azubis sowie auf der Suche nach potenziellem Nachwuchs. Doch die Suche nach zukünftigen Arbeitskollegen gestaltet sich oft schwierig. Auch deshalb präsentierten sich mehr als 110 Unternehmen auf der Oberhaveler Bildungsmesse „Youlab 2020“, um sich potenziellen Azubis vorzustellen.

Wunderschöner Beruf – doch man muss ihn wollen

Auch die generell vom Fachkräftemangel geplagte Pflegebranche hat es schwer, Auszubildende für ihre vielfältigen Berufszweige zu finden. Tabea Jarlig, Auszubildende im zweiten Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bei den Oberhavel Kliniken sagt: „Es ist ein wunderschöner und vielfältiger Beruf. Aber man muss das auch wirklich wollen.“ Schichtdienst oder auch die Schicksale von Patienten seien Dinge, die nicht jeder so einfach wegstecke. Die 22-Jährige hatte sich ursprünglich „spontan für diesen Beruf beworben. Nach dem Abitur wusste ich nicht so recht, was ich machen will. Dann habe ich es einfach ausprobiert.“ Ein Glücksgriff für sie. Denn: „Für mich ist es genau das Richtige.“

Von Nadine Bieneck