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Kremmen Heiße Rhythmen in Kremmen
Lokales Oberhavel Kremmen Heiße Rhythmen in Kremmen
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00:21 03.04.2019
Die „Indijana & the Bandits“ heizten dem Publikum im Scheunenviertel ein. Quelle: JEANNETTE HIX,
Kremmen

Schlagzeug-Rhythmen donnern durch die Holzscheunen, eine Mundharmonika verschafft sich hartnäckig Gehör und ein Keyboard klimpert mittenmang: Schon ab 18 Uhr waren die ersten Musiker in Kremmen, um den Soundcheck zu starten. Denn ab 20 Uhr spielte in den neun rappelvollen Scheunen je eine Band. Und kein Platz war mehr frei. Anfangs wippten nur Füße und Köpfe fleißig im Takt mit, bis es die ersten Besucher nicht mehr auf ihren Sitzen hielt und sie auf die Tanzfläche stürmten.

Jenny Kallabis und die „Bluewater Rock’n Blues Band“. Quelle: Robert Roeske

„Die Frau hat ja eine Stimme wie Janis Joplin – Wahnsinn“, sagt Karin Fischer (63), die mit Mann und Wohnwagen extra aus Falkensee angereist kam. Die Frau mit der Wahnsinnsstimme heißt auch wie das Original, schreibt sich nur anders: Jenny Kallabis und die „Bluewater Rock’n Blues Band“ heizten in der Musikantenscheune dem Publikum ein. Die vier Bandmitglieder um Frontfrau Jenny proben zwei-, dreimal im Monat. Und während Jenny abends nach Hause nach Wandlitz fuhr, blieb Drummer Stephan Übernacht mit Frau und Hund im Wohnwagen. „Das Publikum in Kremmen ist einfach super. Die Hütte ist voll und alle tanzen – das ist ja super“, sagt Jenny. Viermal hat die „Bluewater Rock’n Blues Band“ schon in Kremmen die Hütte gerockt. Und wie es aussieht, werden sie wohl erneut Wiederholungstäter sein.

One Man Band“ Thomas Pfaff aus Ludwigsaue. Quelle: Jeannette Hix

Nebenan im Café Scheunenwerk hat „One Man Band“ Thomas Pfaff sein Klavier aufgebaut. Der Entertainer gibt hier quasi ein Heimspiel. Denn er wohnt gleich um die Ecke in Ludwigsaue. „Von mir gibt es einen Mix aus Ragtime und Urjazz“, sagt der Musiker, der auch Titel von Frank Sinatra wie „My Way“ drauf hat.

Vor der Scheune „LandpARTy“ nebenan ist gerade wieder eine Jenny vorgefahren. Es ist Bassistin Jenny Conrad von der Band „Indijana & the Bandits“. Drummer Klaus Brennsteiner, Frontfrau Nele Roland und Michel Berline sind schon fleißig am Aufbauen. „Wir machen schon zum dritten Mal mit und sind immer wieder überwältigt von der Stimmung“, sagt Jenny Conrad. Seit 2013 gibt’s die „Indijana & the Bandits“, die Soul und Blues spielen. Teils sind es eigene Titel, teils gecoverte Stücke.

Ex-Engerling Waldi Weiz (r.) mit Band Quelle: Jeannette Hix

Ein alter Hase ist dagegen Waldi Weiz von der gleichnamigen Band. Musikfans älteren Semesters können sich bestimmt noch an ihn erinnern – Gitarrist und Sänger Waldi Weiz hat bis zur Wende bei der DDR-Bluesband „Engerling“ mitgespielt. „1991 bin ich raus und hab’ später meine eigene Band gegründet“, erzählt der Musiker, der vor ewigen Zeiten mal den Beruf des Grafikers erlernt hat. Um die 16 Titel hat die Band für das Spargel-Scheunen-Publikum ausgewählt – Zugaben natürlich inklusive. Waldi Weiz gesteht: „Ehrlich gesagt haben wir gar nicht geprobt. Wir sind so ein aufeinander abgestimmtes Team, dass es immer gleich auf Anhieb klappt. Ich hoffe, dass es in der hohen Holzkonstruktion der Scheune gut klingt – ach was – ich weiß, dass es gut klingt“, ist Waldi Weiz sicher. Na, wer sogar Drummerin Aine Fujioka aus Japan in der Band hat, Matthias Stolpe an der Gitarre, Philipp Wagner am Keyboard und Simon Pauli am Bass und selbst die Noten aus dem Effeff beherrscht, muss vielleicht wirklich nicht mehr proben.

Luftschnappen vor den Scheunen – drinnen war kein Sitzplatz mehr frei. Quelle: Robert Roeske

Die Zuschauer jedenfalls sind immer wieder aufs Neue begeistert. „Ich bin das fünfte Mal hier und immer wieder fasziniert von der Stimmung“, sagt Norman Frank (45) aus Berlin. Der Gas-Wasser-Installateur hat seine Karte für 16 Euro schon im Januar gekauft. „Das Tolle ist, dass man nach einer Stunde mit seinem blauen Bändchen mit Sternen durch die anderen Scheuen schlendern kann und somit von allen Bands eine Kostprobe bekommt.“ Blues-Nacht-Gründer Andreas Dalibor und Event-Scheuen-Organisatorin Barbara Galle können zufrieden sein. Auch sie haben einen echt guten Job gemacht.

Von Jeannette Hix

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