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Kremmen Warum Bosse sein Video zum Heimatsong in Brandenburg drehte
Lokales Oberhavel Kremmen Warum Bosse sein Video zum Heimatsong in Brandenburg drehte
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16:08 23.05.2019
Musiker Bosse während des Videodrehs am Bahnhof Beetz-Sommerfeld. Quelle: Sebastian Morgner
Sommerfeld

Ein Mann mit schwarzer Jacke streckt sich erst einmal ordentlich und läuft dann mit der Tasche auf dem Rücken am Bahnsteig entlang. Er ist in der alten Heimat angekommen. Woher er kommt, ist unklar. Sein Blick geht mal nach rechts. Und mal nach links. Als würde er sagen wollen: Was hat sich hier alles verändert? Oder auch nicht.

Diese Szene zeigt jedoch nur einen Bruchteil aus dem neuen Musikvideo zu „Hallo Hometown“ von Bosse. Gedreht wurden die Bilder am Sonntag am Bahnhof Beetz/Sommerfeld. Zwei Tage hat das Team für die Aufnahmen gebraucht. „Am Sonnabend haben wir abends begonnen und bis in die Dunkelheit gefilmt“, erklärt Axel Bosse im MAZ-Gespräch am Drehort. „Am Sonntag haben wir um 7 Uhr begonnen.“ Erst in Kremmen, dann in Sommerfeld und Beetz. „Ich finde es grundsätzlich sehr schön hier“, sagt der Sänger.

Am Sonnabend sei er in Berlin angekommen und mit der Bahn rausgefahren. „Ich bin ein Dorfkind. Ich brauche Weite. Ich mag viele Menschen gar nicht so gern. Es ist schön, wenn man aus Berlin rauskommt. Dann kommen die ersten Felder. Der Wald. Ich finde es toll hier.“ Axel Bosse genießt die Arbeit.

Immer wieder von vorne

Immer wieder geht die Szene von vorn los. Und immer wieder schlüpft der gebürtige Braunschweiger geduldig in die Rolle des Rückkehrers. „In dem Song ’Hallo Hometown’ geht es darum, dass ich zurückkomme. In meine alte Heimat, wo sich viel verändert hat. Ich schwelge in Erinnerungen, gucke aber auch nach vorn.“

Dass der Künstler immer wieder von vorn die Szenen drehen muss, stört den 39-Jährigen überhaupt nicht. „Wir brauchen immer drei, vier Perspektiven“, erklärt er. Da sei es okay, dass die Szenen immer wieder neu starten. „Ich bin auch kein professioneller Schauspieler. Mich nervt hier gar nichts. Ich finde es immer noch alles total aufregend.“

Der Drehort ist bekannt

Von weitem wird sein Name gerufen „Aki, komm mal“, ruft ihn Katja Malinowski liebevoll mit seinem Spitznamen. Die Kremmenerin hat am Set gemeinsam mit Co-Regisseur Christopher Häring das Sagen. Sie hat wieder einmal die Drehorte ausgesucht. „Um die Osterzeit habe ich mir alles angeschaut und meine Ideen zu Aki geschickt.“, erklärt Katja Malinowski. Bahnhof, Sportplatz, Kremmener Kanal oder Straßen in Sommerfeld – die Drehorte waren nach Bosses Geschmack.

Die Bilder waren wieder schnell im Kasten. „Es lief alles gut ab“, freut sich Katja Malinowski. Die Kremmener seien wieder kooperativ und interessiert gewesen. Schon wie beim ersten Mal, als Bosse und Bjarne Mädel das Video zum Song „Ich warte auf dich“ in Kremmen drehten. „Die Organisation ist das Allerwichtigste“, weiß auch Sänger Bosse. „Katja kommt aus Kremmen, aus der Region. Da ist sie geboren. Da ist sie groß geworden. So können wir alle Sachen, die hier sind, wie den Fußballplatz, den Bahnhof oder die Leute vom Karnevalsverein einbinden.“ Schon beim letzten Mal habe er die ganze Infrastruktur mitnutzen können. „Es ist toll, wenn jemand hier zu Hause ist.“

Auch der Kremmener Karnevalsclub ist dabei

Mit dabei war auch der Kremmener Karnevalsclub „Rot-Weiß“. „Wir haben vor zwei Wochen davon erfahren, dass wir mitmachen dürfen“, plaudert Marc Meißner (20). „Es hieß, dass eine Tanzgruppe gesucht wird. Grob haben wir das Konzept erklärt bekommen und haben eine Choreografie einstudiert. Der Videodreh ist jedenfalls eine spannende Geschichte. Seine Musik ist cool.“

Viel Zeit zum Plaudern bleibt dem Team um Marc Meißner nicht. Sie werden in dieser Minute zum Set gerufen und müssen sich in zwei Reihen aufstellen. Der Mann mit der schwarzen Jacke sitzt bereits auf einem Mofa. Und fängt an, den Song zu singen – direkt in die Kamera vor ihm. Ein paar Meter vom Sommerfelder Bahnhof.

Schon nach dem ersten Musikvideo-Dreh in Kremmen hatte Bürgermeister Sebastian Busse einen Wunsch geäußert: Zum Erntefest ein Bosse-Konzert – das sei ein Traum. Bei den Dreharbeiten am Sonntag in Sommerfeld antwortete Sänger Bosse auf die Frage, ob ein Konzert in Kremmen möglich wäre: „Er soll mich einfach anrufen.“ Das Video zum Song „Hallo Hometown“ erschien am 23. Mai.

Von Sebastian Morgner

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