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Kremmen Die Geschenkescheune schließt
Lokales Oberhavel Kremmen Die Geschenkescheune schließt
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13:39 28.08.2018
Gaby und Wolfgang Krüger geben nach zwölf Jahren die Geschenke- und Markt-Scheune auf. Quelle: Jeannette Hix
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Kremmen

Die Geschenke-Scheune packt ein – endgültig. Bis Freitag muss das Haus im Scheunenviertel geräumt und besenrein übergeben sein. Letzte „Ladenhüter“ von Wohn-Gartenaccessoires wie Regale, Geschirr, Bänke, Bilder Lampen und Nippes geben die Betreiber nun bis zu 80 Prozent billiger ab. „Viele Sachen würden wir gerne an gemeinnützige Organisationen geben. Wer Interesse hat, soll vorbeikommen. Wir sind noch bis Freitag täglich ab 10 Uhr bis 18 hier“, sagen die Scheunen-Betreiber Gaby (70) und Wolfgang Krüger (71) traurig.

Letzte Waren sollen auch für den guten Zweck weg gehen

Die Geschäftsaufgabe kam für das Rentner-Ehepaar überraschend. Alles begann damit, dass der ehemalige Scheunen-Besitzer, das Areal samt drei Scheunen Ende 2017 verkauft hat. Zwei Scheunen davon haben die Krügers gemietet. Eine Scheune war bereits zum 30. Juni geräumt worden. In der Marktscheune sind jetzt die letzten Utensilien aufgestellt, die noch weg sollen. „Mit dem Verkauf des Areals verlangte der neue Eigentümer doppelt so viel Miete wie bisher“, sagt Gaby Krüger. „Doch so viel wollen und können wir nicht bezahlen. Darum haben wir uns entschlossen, Schluss zu machen.“

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„Wir hätten die Scheune auch gerne selbst gekauft.“

Der Schritt fällt den Krügers nicht leicht. Seit 2006 sind sie auf dem Areal. „Damals haben wir etwas gesucht, wo ich meine Bilder und meine Töpferwaren ausstellen kann“, sagt die Malerin Gaby Krüger, die alle 14 Tage immer montags in der Diakonie in Berlin-Heiligensee ehrenamtlich Töpferkurse gibt. „Die Vermietung der Scheunen war damals ein echter Glückstreffer.“

Und dann machten sich die Krügers an die Arbeit. Sie bauten die Scheune aus, bauten eine Toilette ein und legten Wasser und Strom.

„Wir waren sehr enttäuscht, dass uns das Angebot zum Kauf nicht gemacht wurde“, sagt Gaby Krüger. Viele Stammkunden sind mit den Krügers traurig. „Zu uns kamen ja auch viele Frauen, um das eine oder andere kleine Wohnaccessoires wie Gefäße und Kissen zu kaufen. Doch jetzt ist hier in der Nähe kein Laden mit einem ähnlichen Angebot. Viele unserer Stammkunden haben wie ich selbst Tränen in den Augen.“

Einen Plan für Zukunft haben die Krügers erstmal nicht

Traurig ist auch Scheunen-Nachbar Wilfried Nagel (77). Von Anfang an war er immer dabei. Mal half der Geflügelzüchter mit einem frischen Ei aus, wenn Gaby Krüger ein Ei für ihre leckeren Kuchen fehlte.

Was die Krügers nach „ihrem schwarzen Tag“ am 31. August machen, ist noch unklar. „Wir werden erstmal durchatmen“, sagt Wolfgang Krüger. Nicht Verkauftes, das zu schade für den Müll ist, will er erstmal in einem Zelt in seinem Garten unterstellen und peu a´peu auf Märkten verkaufen.

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Ein Video finden Sie auf unserer Facebook-Seite „MAZ Oberhavel“.

Von Jeannette Hix