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Kremmen Brandheißes Jahr gut gemeistert
Lokales Oberhavel Kremmen Brandheißes Jahr gut gemeistert
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00:20 27.02.2019
Auch Beförderungen wurden am Sonnabend vorgenommen – hier die neuen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner.
Kremmen

Für gewöhnlich krempeln Feuerwehrleute die Ärmel hoch und stiefeln los, wenn es brennt. Nicht so am Sonnabend in Kremmen. Was da im Gastraum des Spargelhofes loderte, waren die Flammen des offenen Kamins, der in der Mitte des großen Gastraumes steht. Und drum herum, an zehn runden Tischen, saßen seelenruhig die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr, prosteten sich hin und wieder zu und lauschten Gerd Lerche, der anlässlich der Jahreshauptversammlung Bilanz zog.

218 Einsätze im vergangenen Jahr

2018, so der Stadtbrandmeister, sei für die Freiwillige Feuerwehr Kremmen ein anstrengendes Jahr gewesen. Von den 218 Einsätzen, die insgesamt zu Buche schlagen, entfallen 120 auf den Löschzug 1 (Kremmen), 61 auf den Löschzug 2 (Beetz und Sommerfeld) sowie 66 auf den Löschzug 3 (Staffelde, Flatow und Groß-Ziethen), wobei die Aufschlüsselung auf die Löschzüge auch Einsätze berücksichtigt, bei denen ein benachbarter Löschzug unterstützt wurde.

Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche ist seit 34 Jahren bei der Feuerwehr, 30 Jahre davon in leitenden Funktionen. Quelle: Bert Wittke

78-mal, so Gerd Lerche, seien die Feuerwehrleute zu technischen Hilfeleistungen ausgerückt. In 29 Fällen davon habe es sich um Verkehrsunfälle gehandelt. Zugenommen hätten die Einsätze, bei denen die Kameradinnen und Kameraden gerufen werden, um Türen zu öffnen. Zweimal hätten sie mit ihrem Einsatz leider nicht mehr helfen können.

Brandeinsätze gab es im vergangenen Jahr 41. 28 davon waren Wald- und Vegetationsbrände. Als einen der Hauptgründe dafür nannte Gerd Lerche in seiner Rede die lang anhaltende heiße Witterung. Noch in ziemlich frischer Erinnerung sei zudem der Brand einer Dachgeschosswohnung in der Kremmener Altstadt.

Weihnachten wurde der Braten kalt

„Bei der Feuerwehr“, so der Stadtbrandmeister, „wird nicht nur oft der Kaffee kalt, sondern manchmal auch der Weihnachtsbraten.“ Damit rief der Chef den Einsatz vom 25. Dezember vergangenen Jahres in das Gedächtnis aller Anwesenden zurück. Als es gegen 12 Uhr an der Zeit gewesen wäre, sich das Festessen schmecken zu lassen, meldeten sich die Alarmpieper und die Frauen und Männer rückten aus, um den Kameraden aus Oberkrämer beim Löschen eines Schuppens voller Holz in Sommerswalde zu helfen. Bei der Rückkehr war der Braten kalt.

Während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kremmen wurde an etliche Einsätze aus dem vergangenen Jahr erinnert. Quelle: Bert Wittke

Unvergessen, so sagte Gerd Lerche am Sonnabend auf dem Spargelhof, bleibe auch der 12. Juli 2018. Obwohl er jetzt seit 34 Jahren bei der Feuerwehr ist, habe er einen solchen Tag auch noch nicht erlebt. Ein Einsatz habe den nächsten gejagt. Um 7.50 Uhr mussten die Kameraden zu einem Gefahrenguteinsatz, 9.15 Uhr zu einem Unfall mit einem Pkw auf der Autobahn, 10.51 Uhr zu einem Unfall mit einem Lkw, 13.12 Uhr lag ein Baum auf der Straße und 16.55 Uhr war ein Pkw in einem Graben an der Autobahn gelandet. Was für ein Tag!

Für Erhard Przywara gab es am Sonnabend die Medaille für 50 Jahre treue Dienste in den Reihen der Feuerwehr. Dazu gratulierte auch Kremmens stellvertretende Bürgermeisterin Bianca Haak. Quelle: Bert Wittke

Die Kremmener sind tatsächlich von der schnellen Truppe. „Im Durchschnitt rollt bei Einsätzen nach vier Minuten unser erstes Fahrzeug aus dem Depot“, sagte Gerd Lerche und fügte hinzu. „Das ist eine sehr gute Zeit.“

Feuer, wie es auch die Brandschützer lieben, loderte am Sonnabend im Gastraum des Spargelhofes, wo die Jahreshauptversammlung stattfand. Quelle: Bert Wittke

Zu langsam geht nicht nur nach Ansicht von Gerd Lerche die Suche nach einem Standort für ein neues Feuerwehr-Depot in Kremmen. Darüber müsse jetzt unbedingt schnell entschieden werden. Und dann fehle es in der Wehr immer noch an Schutzbekleidung. „Da müssen wir dran bleiben“, meinte Gerd Lerche und sah dabei in Richtung von Bianca Haak. Die stellvertretende Bürgermeisterin vertrat am Sonnabend den verhinderten Bürgermeister Sebastian Busse. In ihrem Grußwort an die Feuerwehrleute ging sie zwar nicht auf fehlende Schutzbekleidung ein, versicherte aber den Anwesenden: „Wir werden sie nach Kräften unterstützen.“

Nach dem offiziellen Teil konnten es sich die Kameradinnen und Kameraden schmecken lassen. Quelle: Bert Wittke

Kräftige Unterstützung kam am Sonnabend auch vom Spargelhof. Die Kameraden durften nicht nur die Räumlichkeiten kostenlos nutzen, sondern bekamen sogar noch das Büffet gesponsert. Das quittierten die Feuerwehrleute mit kräftigem Beifall. Außerdem gilt der Dank der Wehr all den Firmen aus der Region, die die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Kremmen moralisch und finanzielle unterstützen. Die Zahl der Förderer und guten Freunde der Wehr, das bekräftigte Stadtbrandmeister Gerd Lerche in seiner Bilanz, sei glücklicherweise inzwischen ziemlich gestiegen.

Von Bert Wittke

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