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Kremmen Herbstlicher Waldspaziergang: Vom Röhren der Hirsche
Lokales Oberhavel Kremmen Herbstlicher Waldspaziergang: Vom Röhren der Hirsche
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13:37 27.09.2019
Herbstwald bei Beetz: Platzhirsch im Brunftrevier. Quelle: Detlef Hase
Beetz

Das Obere Rhinluch ist bekanntlich ein Niedermoorgebiet mit vielen Wiesen- und Weideflächen, die nur deshalb bewirtschaftet werden können, weil ein umfangreiches Grabensystem für eine stetige Entwässerung sorgt. In diesen ursprünglich sehr feuchten Gebieten gibt es kaum Waldflächen. Aber in den etwas höher gelegenen Randgebieten des Oberen Rhinluchs, so zum Beispiel bei den Orten Rüthnick, Beetz, Sommerfeld und Neuendorf, gibt es ein sehr großes, unzerschnittenes Waldgebiet. Dort dominieren Kiefern, Rotbuchen und Eichen, und es gibt dort sehr schöne Mischwaldgebiete. Das gesamte Waldgebiet ist rund 6000 Hektar groß.

Ungefähr zwei Drittel dieses Waldgebietes sind als „Nationales Naturerbe“ geschützt und gehören der „Gesellschaft der Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU) zur Sicherung des Nationalen Naturerbes mbH.“ In der Gebietsbeschreibung für das „DBU Naturerbe Rüthnicker Heide“ heißt es unter anderem: „Durch die Großflächigkeit und Unzerschnittenheit bietet die Fläche Lebensräume für viele, seltene Tier- und Pflanzenarten.“

Wesentliches Entwicklungsziel ist der Schutz und Erhalt des unzerschnittenen, großräumigen Waldgebietes unter Berücksichtigung der Funktion als Lebensraum für seltene Tier und Pflanzenarten, insbesondere Seeadler, Fischadler, Raufußkauz, Kolkrabe, Graureiher und Fledermäuse.

Die Rotbuche im Herbstkleid. Die Buchenblätter färben sich in ein weit leuchtendes Rot. Namensgebend ist aber das leicht rötliche Holz. Quelle: Detlef Hase

Ein Besuch dieses Waldes lohnt sich vor allem an schönen Herbsttagen im Oktober und im November. Man kann dort stundenlang durch den herbstlich gefärbten Wald wandern, ohne einem anderen Menschen zu begegnen. So ist man mit sich und dem bunten Herbstwald ganz alleine: Ruhe und Natur pur!

Eine besonders schöne Stimmung erlebt man dort am frühen Herbstmorgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen und die bunte Vielfalt des Herbstwaldes zum Leuchten bringen. Die Blätter der Rotbuchen verfärben sich in allen erdenklichen Rottönen. Das passt gut zu dem hellen Gelb der herbstlichen Birken am Wegrand. Viele Tautropfen blinken und glänzen an den Kiefernnadeln. Und die roten Fliegenpilze auf dem Waldboden sind auch hübsch anzusehen. Es lohnt sich also, den Fotoapparat mitzunehmen – Motive in Hülle und Fülle.

Aber das Beste an so einem Herbstmorgen im Wald ist die kühle, feuchte und würzige Luft. Eine Wohltat für jede Stadtnase! Denn ein Hektar Wald filtert pro Jahr bis zu 50 Tonnen Staub und Ruß aus der Luft, und ein gesunder Wald speichert rund 13 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar. Die Klimaschutzfunktion des Waldes erscheint somit unverzichtbar. Wie heißt es so schön: „Der Wald kann ohne uns Menschen leben, wir Menschen aber nicht ohne den Wald.“

Die Farbenpracht im Eichenmischwald. Quelle: Detlef Hase

In diesem Waldgebiet gibt es viele Damhirsche, und der Herbst ist Brunftzeit. Etwas unheimlich klingt durch den morgendlichen Wald das Röhren der Hirsche, das allerdings nicht so gewaltig ist wie das der größeren Rothirsche. Brunftplätze sind häufig kleinere Waldlichtungen. Bei vorsichtiger und lautloser Annäherung gegen den Wind ist es möglich, die Hirsche bei der Brunft zu beobachten. Beim Anpirschen ist auch auf eine gute Deckung zu achten. Vielleicht wird man dann mit einer aufregenden Vis-à-vis-Begegnung mit dem Platzhirsch belohnt. Der Damhirsch ist deutlich kleiner als der Rothirsch, aber immer noch eine ziemlich eindrucksvolle Erscheinung, wenn man ihm in unseren Wäldern nahe kommt. Er ist gut zu erkennen an seinem im oberen Teil schaufelartig verbreitertem Geweih. Zur Brunftzeit halten sich Damhirsche häufig auf denselben Brunftplätzen wie in den Vorjahren auf. Unser „einheimisches“ Damwild ist gar nicht so einheimisch, denn es wurde im 17. und 18. Jahrhundert vom Landadel als Jagdwild aus asiatischen Ländern eingeführt und bei uns ausgewildert.

Aber auch der späte Abend hat seine Reize. In diesem Wald bei Beetz gibt es viele alte Bäume mit Hohlräumen, Rissen und Spalten, die als Fledermausquartiere gut geeignet sind.

Am Abend jagen die Fledermäuse auf den Waldlichtungen nach Insekten, und in der Dämmerung kann man sie gegen den noch hellen Himmel fliegen sehen. Der große Abendsegler, eine besonders große Fledermausart, und die Rauhautfledermaus wurden dort nachgewiesen. Alle Fledermausarten sind in Deutschland geschützt, und es ist bekannt, dass die beiden genannten Arten durch Windräder besonders gefährdet sind. Entsprechende Pläne sind jedoch vorerst vom Tisch.

*

Der Autor Detlef Hase ist Mitglied im Kremmener Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch.Der Text stammt aus dem Buch „Im Oberen Rhinluch – Unser schönes Naturerbe“. Darin befinden sich auf 225 Seiten viele Texte und Fotos zur Natur rund um Kremmen. Davon gibt es inzwischen eine zweite Auflage. Zu bekommen ist es unter anderem in der Tourismusinfo im Kremmener Scheunenviertel oder per E-Mail an naturerbe@oberes-rhinluch.de.

Der Verein und seine rund 200 Mitglieder kümmert sich um die Natur in der Gegend rund um Kremmen und Linum. Dazu gehört – gerade jetzt im Herbst – auch die Kranichbeobachtung. Jede Woche werden die Vögel im Luch gezählt und statistisch erfasst. Ziel des Vereins ist, Natur und Landschaft im Oberen Rhinluch zu erhalten und naturschutzgerecht zu entwickeln. Wesentliche Teile des Tätigkeitsgebietes sind inzwischen als Schutzgebiete nach europäischem Recht oder als nationale Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Von Detlef Hase

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