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Kremmen Freitag ist Saisonstart: Zicklein-Alarm!
Lokales Oberhavel Kremmen Freitag ist Saisonstart: Zicklein-Alarm!
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17:59 13.02.2020
Etwa 140 Zicklein sind auf dem Karolinenhof in diesem Jahr geboren worden. Quelle: Enrico Kugler
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Flatow

Die Zeit der Ruhe ist zu Ende. Am Freitag ist auf dem zu Flatow gehörenden Karolinenhof Saisonstart. „Es läuft an sich sehr gut für uns“, sagt Gela Angermann, die den Hof seit vielen Jahren betreibt. Im vergangenen Jahr sei die Besucherzahl sehr gut gewesen, aber: „Ein Problem für uns ist die Trockenheit.“ Die führe dazu, „dass wir nicht mehr unser Futter für die Tiere komplett selbst produzieren können.“ Weil mehr Grünflächen gebraucht werden, ist der Getreideanbau zurückgegangen. Zudem musste Heu und Kraftfutter dazugekauft werden. Das führe zu höheren Ausgaben, sei aber derzeit nicht bedrohlich, betont Gela Angermann.

Ganz schön neugierig! Quelle: Enrico Kugler

Zufrieden ist sie hingegen mit den Geburtenzahlen bei den Ziegen. Etwa 140 Zicklein leben derzeit auf dem Karolinenhof. Am 12. Januar begann die Geburtenphase. „Im vergangenen Jahr ging es erst im Februar los. Das war blöd für uns, weil es zum Saisonstart noch keinen Käse gab.“ Ein Grund dafür war offenbar der sehr heiße Sommer 2018. Immer um den 10. August kommen die Böcke zu den Ziegen. Die Ziegen tragen fünf Monate, im Januar erfolgen dann in der Regel die ersten Geburten. Im Sommer 2018 aber passiert erst mal gar nichts, so dass die Ziegen auch nicht tragend geworden waren, der Nachwuchs ließ auf sich warten. Jetzt, 2020, sei aber alles wieder im grünen Bereich.

Der Karolinenhof. Quelle: Enrico Kugler

20 bis 30 der Zicklein bleiben auf dem Karolinenhof. „Von guten Müttern behalten wir die weiblichen Zicklein“, sagt Gela Angermann. Sie werden schnell von den Muttertieren getrennt, „damit sie zahm werden“, erklärt Gela Angermann. In der Tat kommen die Tierchen ganz kess auf den Menschen zu, springen sie an, knabbern sie auch an. Die anderen Tiere bleiben vorerst bei der Mutter und werden nach vier bis sechs Wochen geschlachtet. „Die Böcke kaufen wir immer mal wieder zu, um frisches Blut reinzubringen.“

Zicklein! Quelle: Enrico Kugler

Besonders freche oder zutrauliche Tiere bekommen auf dem Karolinenhof auch schon mal einen Namen. Wie Mathilda, die Gela Angermann gleich mal auf den Arm nimmt. „Aber es sind vielleicht nur fünf Zicklein pro Jahrgang, denen wir Namen geben.“ Ziegen können bis zu zwölf Jahre alt werden. „Viele sterben aber schon früher.“

Im Streichelgehege. Quelle: Enrico Kugler

Bis zum 22. März findet am Sonnabend und Sonntag immer um 12 und um 16 Uhr Führungen zu den Zicklein statt. „Die Kinder reagieren total unterschiedlich“, sagt Gela Angermann. „Die Zicklein sind ja auch wirklich frech und sind auf Augenhöhe mit den Kindern, die von ängstlich bis forsch darauf reagieren.“ Außerdem leben auf dem Karolinenhof noch zwei Ponys, ein Esel, mehrere Hühner und die Herdenschutzhunde.

Stroh für die Zicklein. Quelle: Enrico Kugler

Die Saison dauert in diesem Jahr bis zum 8. November. Geöffnet ist freitags von 11 bis 19 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr. „Im Frühjahr und Herbst kommen die meisten Leute.“ Wobei es so was wie ein Sommerloch auf dem Karolinenhof immer weniger gebe. „Früher kamen die Leute fast nur aus Berlin, aber inzwischen werden es auch immer mehr aus dem direkten Umland.“

Gela Angermann mit Mathilda. Quelle: Enrico Kugler

Zum Saisonstart öffnet auch das Café. „Besonders beliebt ist der Käsekuchen“, erzählt Gela Angermann. Ansonsten kämen die Käsespätzle sehr gut an, sie haben ein wenig den gebackenen Ziegenkäse abgelöst. „Beim Ziegenkäsekuchen sind manche Leute skeptisch. Der Ziegenkäse und das Süße passt einigen nicht.“ Auch die Kaffeespezialitäten gibt es dort nur mit Ziegenmilch. „Sie können es probieren, und wenn es nicht schmeckt, nehmen wir es zurück.“ Das sei aber fast nie der Fall. Ansonsten wird über ein Freiluftkino nachgedacht, „aber das ist mit viel Aufwand verbunden.“ Somit noch Zukunftsmusik.

Futter für die Zicklein. Quelle: Enrico Kugler

Mit Sorge blickt Gela Angermann allerdings auf den Grundstücksrand. Direkt neben dem Hof, schon auf Kuhhorster Gemarkung ist der Bau eines 40 Meter hohen Mobilfunkmastes geplant. „Wir fragen uns: Warum genau da?“, so Gela Angermann. Als ein touristisches Ausflugsziel – und Leute wohnen dort ja auch – befürchtet sie Einbußen durch den Turm, der in der freien Fläche einen markanten Punkt darstellen würde. Gela Angermann sagt, würde es sich um eine Kremmener Fläche handeln, wäre anders entschieden worden.

Sarah Spindler verarbeitet die Milch. Quelle: Enrico Kugler

Von Robert Tiesler

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