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Kremmen Erntestart bei Schwitze-Hitze
Lokales Oberhavel Kremmen Erntestart bei Schwitze-Hitze
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00:34 30.06.2019
Stetig schiebt sich der Mähdrescher der Rhinland-Agrargesellschaft Kremmen über das 21 Hektar große Gerstenfeld bei Tietzow. Pro Stunde werden rund 20 Tonnen Korn geerntet. Quelle: ENRICO KUGLER
Kremmen/Tietzow

Bloß nicht aussteigen. Das denkt sich jetzt Mähdrescher-Fahrer Gerd Nagel (54), während er hoch oben in seiner Fahrerkabine sitzt und den Bord-Computer sowie den Dreschvorgang der Gerste vor seiner Nase beobachtet. Denn seine Kabine ist voll klimatisiert. Der Kremmener ist in Tietzow auf Tour, wo sein Arbeitgeber, die Rhinland-Agrargesellschaft Kremmen, landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet.

Überhaupt ist Gerd Nagel begeistert von der Technik an Bord. „Beim Dreschen ermittelt der Bordcomputer zum Beispiel genau, wie viele Körner an der Ähre sind und danach richtet sich auch die automatische Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Ist viel Korn zu dreschen, fährt es langsamer und schneller, wenn weniger zu ernten ist.“

Mähdrescher-Fahrer Gerd Nagel überwacht den gesamten Erntevorgang im Bord-Computer. Sein Motto bei Schwitze-Hitze: „Bloß nicht aussteigen.“ Denn die Kabine ist voll klimatisiert. Quelle: ENRICO KUGLER

Er erklärt, wie der Mähdrescher funktioniert: „Vom Schneidwerk wandert das Korn über den Einzugskanal bis zur Dreschtrommel. Dort wird das Getreide herausgefischt. Die Körner fallen dann auf die Siebe und das Spreu wird vom Getreide getrennt. Dann landen die Körner im Bunker und das Stroh fällt hinten raus.“

Um 8 Uhr morgens hat Gerd Nagels Arbeitstag begonnen. Los ging’s mit 500 Liter Diesel tanken. Dann mussten laut der Wartungsliste des Fahrzeugs Kugellager abgeschmiert werden, damit sie nicht heiß laufen. Auch der Mähdrescher musste vom Staub befreit werden, um die Brandgefahr auszuschließen.

Traktorfahrer Chris Zernikow (30) fährt die geerntete Gerste ins Lager. Etwa 18 Tonnen Korn passen in seine zwei Traktor-Anhänger. „Bis die voll sind, dauert das immer so zwischen eine halbe und dreiviertel Stunde.“ Quelle: ENRICO KUGLER

Und während er das sagt, kommt schon wieder Christoph Düring (20) im Traktor angedonnert, um das gedroschene Korn vom „Mähdrescher-Tank“ entgegenzunehmen und im Lager abzuladen. Erst in diesem Jahr hat der junge Mann seine Lehre bei der Rhinland Agrargesellschaft beendet und will nun bei seinen Eltern mit einsteigen. Während es bei der Rhinland-Agrargesellschaft für das Lehrjahr 2020 schon einen Azubi gibt, könnte jetzt zum August in 2019 noch ein Kurzentschlossener mit einsteigen.

Christoph erzählt: „Wir müssen genau aufpassen, wenn der Mähdrescher-Bunker voll ist, um dann das gedroschene Korn entgegenzunehmen und ins Lager zu bringen. Denn jede Minute, die der Drescher steht, kostet ungefähr 30 Euro.“

Christoph Düring hat gerade seine Lehre beendet. Der junge Landwirt will jetzt im Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern mitarbeiten. Quelle: ENRICO KUGLER

Und darum ist zur Verstärkung auch Traktorfahrer Chris Zernikow (30) mit auf dem Feld. Etwa 18 Tonnen passen in seine zwei Traktor-Anhänger „Bis die voll sind, dauert das immer so zwischen eine halbe und dreiviertel Stunde“, sagt Chris Zernikow zufrieden in seiner klimatisierten Fahrerkabine.

Erntekoordinator Paul Schultzendorff. Quelle: ENRICO KUGLER

Die jetzt geerntete Wintergerste wurde im September gedrillt und hat über den Winter in der Erde geruht. Mit der Ernte sind die Männer etwas früher dran als sonst. Grund sei der mangelnde Regen. „Hätte es mehr geregnet, hätten die Pflanzen größere Körner in höherer Anzahl produziert“, sagt Erntekoordinator Paul Schultzendorff (34). „Da der Regen fehlte, hat die Pflanze nun aufgehört zu wachsen. Darum muss schon jetzt geerntet werden.“

Etwa 18 Tonnen Gerste passen in zwei Traktor-Hänger. Bis die voll sind, dauert es etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Quelle: ENRICO KUGLER

Den gesamten Erntevorgang kann der Landwirt auf seinem Handy auf einer App verfolgen. „Ich sehe in Echtzeit, was genau passiert“, sagt er. „Aktuell ernten wir 4,06 Tonnen pro Hektar. Das sind 20,4 Tonnen pro Stunde. Die Kornfeuchte liegt bei 13,85 Prozent. Das ist gut. Zulässig wären 14,5 Prozent.“

Die Männer rechnen aufgrund des Regenmangels mit einer durchschnittlichen bis mäßigen Ernte. „Jetzt müssen wir erstmal abwarten, wie es vom Wetter her weitergeht“, sagt Paul Schultzendorff.

Von Jeannette Hix

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