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Kremmen Baby-Gebrabbel im Krümel-Klub
Lokales Oberhavel Kremmen Baby-Gebrabbel im Krümel-Klub
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17:00 31.10.2019
Jacqueline Lemke (r.) lädt junge Frauen regelmäßig in den Krümel-Klub nach Kremmen bei Bäcker Plentz zum Erfahrungsaustausch ein. Quelle: Jeannette Hix
Kremmen

Baby-Gebrabbel ist im Krümel-Klub in Kremmen zu hören. Im Familiencafé von Bäcker Plentz sind junge Muttis zusammengekommen. Sie wollen sich zum Thema: „Beziehung statt Erziehung“ austauschen und klären, wie man kleine „Terrorzwerge“ sanft erziehen kann.

Eingeladen hat Jacqueline Lemke aus Kremmen. Die 37-Jährige ist nicht nur selbst Mutter von Gustav (4) und Paula (2), sondern arbeitet auch als Kinderkrankenschwester und hat mehrere Weiterbildungen wie „Frühkindliche Entwicklungsförderung“ absolviert.

„Bei unseren Treffen geht es nicht ums Belehren, sondern um den Austausch“, sagt Jacqueline Lemke, die im Februar 2018 den Krümel-Klub mit ins Leben gerufen hat. „Damals kamen immer wieder junge Muttis auf mich zu und da kam mir die Idee. Kinder sind individuell und so sollte man sie auch behandeln. Es gibt kein Schema F.

Steffi aus Kremmen versucht, kein Treffen im Krümel-Klub auszulassen, um auch über Klein-Arne zu reden. Quelle: Jeannette Hix

Einige der Frauen haben zwei Kinder, was die friedliche Koexistenz innerhalb der Familie noch schwieriger machen kann. „Meine Zwillinge werden jetzt zwei Jahre alt. Und neulich wollte das eine Kind das Spielzeug vom anderen. Weil es das nicht bekam, hat es sein Geschwisterkind gebissen“, sagt Yvonne, die da in dem Augenblick gerade mal nicht im Zimmer war.

Nach kurzer Beratung, sind sich alle Frauen einig, dass Kinder in dem Alter sich nur durch Laute oder Taten ausdrücken können und auch das Beißen nicht böse meinen. „Um Situationen wie diese im Vorfeld zu entschärfen, könnte man einen Kompromiss finden, dass jedes Kind das Spielzeug eine bestimmte Zeit haben darf, vielleicht zwei Minuten“, schlägt Jacqueline Lemke vor, die bei ihren Kindern dann auch gerne mal zur Stoppuhr greift. „Größere Kinder verstehen schon eher, wenn man unerwünschte Handlungen hinterfragt und versucht, mit Argumenten gegen zu halten“, sagt Jacqueline Lemke.

Nicole und Tochter Nina sind bei fast jedem Treffen dabei. Quelle: Jeannette Hix

Generell sei es auch für sie schwierig als Mutter, nicht bei jedem Streit ihrer Kinder dazwischen zu gehen und zu schlichten. „Kleine Streitigkeiten müssen Kinder selbst ausfechten dürfen, um zu lernen“, sagt die junge Frau.

Aber wie verhält man sich clever, wenn das Kind beim Einkaufen unbedingt etwas haben will und schreiend an der Kasse darauf besteht? „Wir klären das immer vor dem Einkaufen, dass sich unser Kind etwas Kleines aussuchen darf“, sagt eine junge Frau. Das kann auch mal ein leckerer Joghurt sein. „Wir klären aber auch vor dem Einkauf, dass es diesmal nichts gibt. So lernen die Kinder, auch mal zu verzichten.“

Kleine „Terrorzwerge“ nicht sich selbst überlassen

„Aber was, wenn mein Kind sich schreiend auf die Erde wirft?“, fragt jemand. „Ich würde mein Kind in dieser Situation nicht sich selbst überlassen. Es sollte immer das Gefühl haben, dass wir Eltern in jeder Situation da sind“, meint Jacqueline Lemke und schlägt vor, sich in diesem Fall auf Augenhöhe des Kindes zu begeben und den Wutanfall abzuwarten. „Wenn Kinder merken, dass sich jemand echt und aufrichtig um sie bemüht und ihre Wut und Trauer ohne Wenn und Aber annimmt, dann ist der Mensch für sie ein sicherer Hafen.“

Den Nuckel holt die Nuckelfee

Thema war auch, wie man seinem Knirps den Nuckel abgewöhnen kann. „Bei uns hat ihn der Weihnachtsmann geholt“, sagt Anja Rettschlag, die jeden Donnerstag um 9.30 Uhr am Bahnhof in Kremmen (Berliner Chaussee 13) mit Babys und deren Mütter Sport macht. „Bei uns kam die Nuckelfee“, sagt Jacqueline Lemke. „Wir haben abends den Nuckel in ein Kästchen getan und morgens war der Nuckel weg und die Fee hatte natürlich ein kleines Geschenk hinterlassen.“

Jedes Kind hat seinen individuellen Schlafrhythmus

„Meine Lotte und mein Luke sind ja jetzt neun Monate“, sagt Nadine Hübner (33) aus Groß-Ziethen. „Die Zwillinge kommen um 18 Uhr ins Bett und jede Nacht wacht Lotte gegen 23 Uhr auf und Luke eine Stunde später. Gibt es einen Tipp, wie ich die Kids zum Durchschlafen bringe?“

Jacqueline Lemke (li.) erklärt, dass jedes Kind seinen eigenen Schlafrhythmus hat. Anja Rettschlag hört interessiert zu. Quelle: Jeannette Hix

Jacqueline Lemke: „Was machst du, wenn die Kinder wach werden und weinen?“ Antwort: „Ich gebe Ihnen das Fläschchen.“ Frage: „Gibts du Ihnen auch beim Einschlafen die Flasche?“ Antwort: „Ja.“ „Jedes Kind hat ein individuelles Schlafmuster“, sagt die Kinderkrankenschwester und rät: „Versuch’ doch mal, langsam und behutsam die Flasche beim Einschlafen wegzulassen. Denn Kinder haben wie Erwachsene Rituale. Bei deinen Kindern könnte es die Gabe der Flasche abends sein. Sie wollen sie dann vielleicht auch nachts haben, um wieder einschlafen zu können.“

Kinder müssen lernen, auch etwas mal nicht zu bekommen

„Und wie verhalte ich mich, wenn meine neun Monate alte Ellie unbedingt mein Handy haben will“, fragt Stephani Jopp (36) in die Runde. „Unsere Kinder widerspiegeln unser Verhalten. Das fängt bei Höflichkeitsgesten wie Danke und Bitte an und hört vielleicht mit dem Handyschauen auf“, überlegt Jacqueline Lemke. „Wenn du im Beisein viel auf dein Handy schaust, ist das für deine Tochter auch spannend. Vielleicht versuchst du mal, das Handy im Beisein deiner Tochter zu ignorieren. Und wenn du es ihr gibst, nur für eine kurze Zeit. Wenn sie dann bei Abgabe quengelt, macht es Sinn das auszuhalten. Kinder müssen auch lernen, etwas nicht zu bekommen.“

Von Jeannette Hix

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