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Kremmen Die Luchsaugen von Sommerfeld
Lokales Oberhavel Kremmen Die Luchsaugen von Sommerfeld
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15:00 22.10.2019
Peter Kegel aus Sommerfeld ist Pilz-Profi und Pilzberater Quelle: Jeannette Hix
Sommerfeld

Wenn Peter Kegel aus Sommerfeld einen Waldspaziergang macht, ist er mit Luchsaugen unterwegs. Denn der 82jährige ist nicht nur leidenschaftlicher Pilzsammler, sondern auch ausgebildeter Pilzsachverständiger – ein Schild an seinem Gartenzaun weist darauf hin.

„Als ich in Rente ging, habe ich nach einem sinnvollen Hobby gesucht“, sagt Peter Kegel. Und da er und seine Frau Doris schon immer gerne im Wald spazieren gingen und auch Pilze sammelten, fiel die Entscheidung leicht.

Im Schwarzwald wurde er zum Pilzsachverständigen ausgebildet

Im Schwarzwald hat Peter Kegel im Rahmen von Lehrgängen seinen Abschluss mit Prüfung zum Pilzsachverständigen gemacht. Auch beim Kürbisfest in Kremmen war er jetzt dabei, um fleißige Pilzsammler zu beraten. „Dabei stelle ich immer wieder fest, dass einige Hobbysammler doch dem einen oder anderen Irrtum unterlegen“, sagt Peter Kegel und räumt mit den häufigsten Irrtümern auf.

Viele Irrtümer verunsichern Pilzsammler

Und diese sind:

1.: Pilze sind grundsätzlich essbar, wenn Maden drin sind. Antwort: „Das ist falsch. Auch Pilze mit Maden drin, können ungenießbar und sogar lebengefährlich sein“, sagt der Experte. Denn einige Maden hätten ein spezielles Verdauungssystem, um auch „Gift-Pilze“ unbeschadet zu verstoffwechseln.

2.: Bereits gebratene Pilze darf man nicht wieder aufwärmen. „Ein nochmaliges Aufwärmen ist möglich. Es kommt aber auf die Zeit zwischen erstem und zweitem Erhitzen an. Bei zu langer Zwischenzeit können sich giftige Schimmelpilze angesiedelt haben.“

3.: Pilze darf man nicht einfrieren. Antwort: „Pilze darf man einfrieren. Ich wasche sie gründlich, brate sie ungewürzt gut durch und friere sie dann ein“, sagt der Experte, der auch bei der Interessengemeinschaft Sommerfelder Pilzfreunde organisiert ist.

4.: Pilze muss man beim Sammeln immer mit dem Messer abschneiden. Peter Kegel: „Pilze kann man auch herausdrehen. Das muss aber vorsichtig passieren, damit man das Mycel im Boden nicht verletzt, aus denen die Pilzfrucht wächst.“

5.: Pilze, die Lamellen haben, sind immer giftig. Antwort: „Es gibt viele essbare und gut schmeckende Lamellenpilze wie den Grünen Birken-Täubling oder den Anis-Egerling – man muss sie nur kennen.“

6.: Wenn ein silberner Löffel bei Pilzkontakt anläuft, sind die Pilze giftig. Antwort: „Ein Irrglaube aus alter Zeit. Pilze sind nur über ihre Merkmale erkennbar.“

7.: Ausgewachsene „Riesen-Pilze“ darf man nicht mehr essen, weil sie giftig geworden sind. Dazu Peter Kegel: „Das stimmt nur zum Teil. Bei günstiger Witterung wachsen Pilze sehr schnell. Wenn essbare Pilze in einem einwandfreien Zustand sind, kann man sie unbedenklich verzehren. Das gilt aber nicht, wenn die Pilze schon muhlig sind – dann sind sie ungenießbar.“

Sammler verwechseln oft Pilze mit schlimmen Folgen

Oft suchen Sammler auch den Rat des Experten, weil sie befürchten, einen Pilz verwechselt zu haben.

So ähneln sich zum Beispiel der essbare Anis-Champignon (auch Anis-Egerling) und der giftige Karbol-Champignon (auch Karbol-Egerling).

Auch der weiße Knollenblätterpilz wird oft mit dem Anis-Champignon verwechselt. Peter Kegel: „Sowohl essbare Champignons wie auch der giftige Karbol-Champignon haben rosa bis schwarze Lamellen. Den Karbol-Champignon erkennt man an der schnellen Gelbverfärbung, wenn man den Stil anschneidet und am Karbolgeruch. Der Knollenblätterpilz hat weiße Lamellen.

Der Pantherpilz wird scherzhaft auch Sachsenschreck genannt

Sachsenschreck zum Beispiel wird der giftige Pantherpilz genannt, der leicht mit dem essbaren Perlpilz zu verwechseln ist. „In Sachsen und Thüringen kommt der Pantherpilz kaum vor, aber hier in Brandenburg“, sagt Peter Kegel. „Wenn Leute aus Sachsen in Brandenburg dann statt den Perlpilz den Pantherpilz ernten, hat das schlimme Folgen bei Verzehr.“

Der Unterschied: Beim Perlpilz rötet das Fleisch bei Verletzungen oder beim Altern, beim Pantherpilz nicht.

Pilze schon im Wald putzen und schnell zubereiten

Der Experte rät, Pilze schon im Wald zu putzen, damit sich muhlige Stellen samt Bakterien nicht weiter ausbreiten. „Am besten, man verzehrt die Waldfrüchte noch am selbsten Tag oder spätestens am nächsten Tag“, rät der Sachverständige.

Wer sich unsicher ist, sollte die Putzreste vom Pilz aufheben. So hat man einen Nachweis, falls man doch aufgrund von Pilzvergiftung ins Krankenhaus muss.

Von Jeannette Hix

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