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Kremmen Landwirte hoffen auf mehr Regen
Lokales Oberhavel Kremmen Landwirte hoffen auf mehr Regen
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01:15 02.05.2019
Die Landwirte Malte Voigts, Thomas Richter, Marcel Alpers (v.l.) und Fritz Falkenberg (kleines Foto) hatten im Dürrejahr erhebliche Einbußen. Quelle: Jeannette Hix
Kremmen

Ein Tropfen auf den heißen Stein – das ist der wenige Regen für die Bauern, der jetzt gefallen ist.

„Die Lage ist nach wie vor äußerst angespannt“, sagt Marcel Alpers von der Milchviehanlage Kremmen. Gemeinsam mit anderen Landwirten wie Spargelbauer Malte Voigts und Thomas Richter von der LSV Landwirtschafts GmbH trifft er sich immer Ende des Monats am letzten Montag von Oktober bis April auf dem Hof von Fritz Falkenberg zur Lagebesprechung. Fritz Falkenberg hat neben 22 Milchkühen noch zwei mobile Hühnerställe samt 748 Hühnern (MAZ berichtete).

Nur wenige Zentimeter tief ist der Regen in den Boden eingedrungen

Nur wenige Zentimeter tief ist der dürftige Niederschlag der letzten Tage in die Erde eingedrungen – zu wenig. Da sind sich alle Bauern einig. Wird es wieder warm und windig, wird das Land bald wieder staubtrocken sein. Die Folgen des vergangenen Sommers seien immer noch spürbar, die Böden aktuell noch trockener als zu Beginn des Dürrejahres 2018, meldet der Deutsche Bauernverband. Laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erlebte das Land 2018 die längste Dürrephase seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen vor fast 140 Jahren.

So staubig waren die Felder noch vor dem Regen. Quelle: dpa

„Das Jahr 2016 war schon unterdurchschnittlich, 2017 wurden wir überflutet und 2018 war es so trocken, dass wir Ernteeinbußen von bis zu 60 Prozent hatten“, sagt Landwirt Thomas Richter. Milchviehbauer Marcel Alpers ergänzt: „Durchschnittlich haben wir pro Jahr vier bis fünf Wiesenschnitte. Schon letztes Jahr hatten wir nur zwei Schnitte und die Ernte war mäßig.“ Während sein Unternehmen sonst die 1700 Milchkühe von seinem 600 Hektar Grünland und 300 Hektar Mais ernähren kann, musste er letztes Jahr Futter zukaufen.

Spargel-Jungpflanzen müssen bewässert werden

Auch Spargelbauer Malte Voigts hofft, dass dieses Jahr mehr Regen fällt. Während den Spargel-Altpflanzen der Wassermangel nicht so zusetzt, weil ihre Wurzeln bis zu acht Meter tief in den Boden reichen und so dem Grundwasser entgegenwachsen, leiden die Jungpflanzen schon jetzt an der Trockenheit. Pflanzen, die 2018 in den Boden kamen, haben jetzt etwa eine 50 Zentimeter tiefe Wurzel, Pflanzen aus diesem Jahr nur eine 15 Zentimeter Wurzel – schlecht, wenn da der Boden trocken ist. „Wir bauen auf 200 Hektar Spargel an, davon bewässern wir aktuell schon fünf Hektar“, sagt Malte Voigts. Auch die 15 Hektar, die bereits abgeerntet sind, werden nun neu bepflanzt und müssen aufgrund der Trockenheit bewässert werden. Einbußen von bis zu 50 Prozent hat der Spargelbauer auch auf den 1200 Hektar, wo er Raps, Mais, Gerste, Weizen, Roggen und Hafer anbaut.

Dirk Kagerer aus Groß-Ziethen hofft, dass die Heu-Ernte dieses Jahr besser ausfällt. Quelle: Sebastian Morgner

Thomas Richter konnte im letzten Jahr mit seinen Mitarbeitern nur zwei, statt vier Wiesenschnitte machen. Insgesamt 1400 Hektar Ackerland bewirtschaftet das Unternehmen sowie 270 Hektar Grünland. „Bis jetzt hat das Futter für unsere Milch- und Mutterkühe und Wasserbüffel gerade so gereicht. „Wir müssen dringend Grünes schneiden. Aufgrund der Trockenheit ist ja kaum Wiese gewachsen“, sagt Thomas Richter. „Wir hoffen, dass das Gras in zwei Wochen so gewachsen ist, dass wir zufüttern können.“

Schon in den letzten Jahren hat das Unternehmen seinen Rinderbestand reduziert – die Milchkühe von 200 auf 150, die Mutterkühe von 100 auf 60 Tiere. „Ein gewisser Anteil ist auch der Trockenheit geschuldet“, sagt Thomas Richter. Ein weiterer Grund sei auch, dass man die nun reduzierte Zahl in einem Areal belassen kann und nicht mehr von einem Ort zum anderen in Schwante treiben muss.

Fritz Falkenberg hofft, in diesem Jahr wieder vier Wiesenschnitte machen zu können.  Quelle: Jeannette Hix

Auch Fritz Falkenberg hat seine 55 Milchkühe abgeschafft. „Das hat aber nichts mit der Trockenheit zu tun. Der Milchpreis war mit etwa 31 Cent im Keller. 36 Cent hätten wir verdienen müssen, damit sich die Haltung rentiert.“

Jetzt stehen noch 22 Mutterkühe in seinem Stall. Bei ihm haben die Hühner die Kühe ersetzt. „Die Sache mit den Hühnereiern vom Land haben die Leute sehr gut angenommen. Wir freuen uns sehr.“ Er hofft, dass er dieses Jahr auf seinem 129 Hektar Grünland wieder bis zu vier Wiesenschnitte machen kann. Im Dürrejahr 2018 waren es nicht mal zwei Schnitte. Auch hofft er, dass jetzt auf seinen restlichen 126 Hektar Weizen, Gerste, Roggen und Hafer besser wächst. „Wie dringend wir Regen brauchen, sehen wir an unserem Teich. Er ist extrem geschrumpft.“

Auch Landwirt Dirk Kagerer aus Groß-Ziethen hofft auf ein besseres 2019: „Letztes Jahr konnten wir stellenweise nur einen Wiesenschnitt statt drei machen. Viele Heu-Kunden mussten wir wegschicken. Viele Händler kaufen auch kein Vieh mehr an, weil die Futterlage so dürftig ist.“

Das Super-Sonnenwetter 2018 hatte für die Schwantener Milchproduzenten auch Gutes. Sie hatten einen tollen Absatz an Eis. Zwölf Eis-Sorten gibt es ständig. Übrigens: morgen startet rund um den Schwantener Eispavillon ein buntes Fest. Auch eine neue Eissorte wird präsentiert: Das Fontaneeis – Es ist ein Mix aus Birne und Amaretto.

Von Jeannette Hix

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