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Kremmen MAZ-Wahlforum: Von Schule bis Solarpark
Lokales Oberhavel Kremmen MAZ-Wahlforum: Von Schule bis Solarpark
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07:31 17.05.2019
MAZ-Wahlforum in Kremmen mit MAZ-Redaktionsleiter Sebastian Morgner, Ricky Schlichting (SPD), Andre Klein (Bündnis 90/ Grüne), Frank Bommert (CDU), Jürgen Kurth (UWG/LGU), Reiner Tietz (Die Linke), Eckhard Koop (DUB) und MAZ-Reporter Robert Tiesler (v.l.) Quelle: Enrico Kugler
Kremmen

Zahlreiche Besucher kamen am Mittwochabend zum MAZ-Wahlforum anlässlich der Kommunalwahl in die Scheune 29 im Kremmener Scheunenviertel, um den Kandidaten von sechs Parteien und Wählergruppen, die am 26. Mai antreten, auf den Zahl zu fühlen.

Kandidaten von sechs Parteien stellten sich beim MAZ-Wahlforum in der Scheune 29 im Kremmener Scheunenviertel den Fragen der Bürger.

Alle Daumen gingen hoch, als Moderator MAZ-Reporter Robert Tiesler die Kandidaten und das Publikum fragte, ob Kremmen eine schöne Stadt sei. Ebenso einig war man sich, dass Kremmen in den nächsten zehn Jahren die 8000er-Einwohner-Marke knacken werde, dass die Goetheschule einen Anbau brauche, dass die Stadt einen Dorfladen in Sommerfeld finanziell unterstützen solle und, dass dort ein neues Gemeindezentrum gebraucht werde. Uneinigkeit – auch im Publikum – herrschte hingegen zu Beurteilung der Qualität der Verwaltungsarbeit, der Frage nach einem Manager fürs Scheunenviertel und zu Windräderstandorten.

Wahlforum in Kremmen Quelle: Sebastian Morgner

Auch die geplanten Solarparks an der Autobahn und in Sommerfeld werden verschieden beurteilt. „Grundsätzlich geht es nicht ohne die Prüfung von Alternativflächen“, erklärte der studierte Umweltinformatiker Andre Klein, der als Einzelkandidat für die Grünen zur Wahl antritt. Solarparks würden nicht per se Naturräume zerstören, ist er überzeugt, sondern könnten auch die Biodiversität fördern, wenn man dies im Bebauungsplan festlege. Inklusive passendem Management.

MAZ-Wahlforum in Kremmen Quelle: Enrico Kugler

„An der A 24 habe ich keine Probleme mit einem Solarpark, aber in Sommerfeld bin ich strikt dagegen, das alles verspiegelt wird“, erklärte hingegen Frank Bommert (CDU), der zudem auch auf die Ungerechtigkeiten bei den Bundesnetzgeldern hinwies. „Wir haben in Brandenburg trotz Windrädern und Solarparks den teuersten Strom.“ Man dürfe die Bürger mit so etwas nicht belästigen, doch man brauche die Anlagen für die angestrebte Energiewende, erwiderte Ricky Schlichting (SPD). Man müsse das jeweilige Gelände einfassen. Die Anlagen könne man auch vermehrt auf Dächern unterbringen, schlug Jürgen Kurth (UWG/LGU) vor. Es sei dafür eine Gesetzesänderung nötig, damit nicht jeder mit Photovoltaikanlage zum Unternehmer werde.„Photovoltaik hat den Vorteil man sieht sie, aber hört sie nicht.“ Kommunale Flächen zu nutzen, schlug Eckhard Koop (DUB) vor. Man dürfe die Energiewende aber nicht auf Kosten der Bürger durchsetzen, betonte Reiner Tietz (Linke).

Kommunalwahl in Kremmen

Am Sonntag, 26. Mai, wird in Kremmen ein neues Stadtparlament gewählt, außerdem in allen sieben Ortsteilen ein neuer Ortsbeirat. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Allein um einen Sitz für das Stadtparlament bewerben sich 73 Kandidatinnen und Kandidaten.

Ins Rennen geschickt hat die SPD neun Kandidaten, bei der CDU sind es 19, Die Linke haben dagegen diesmal nur zwei Kandidaten. Die Partei Bündnis 90/Grüne tritt in Kremmen mit einem Kandidaten an, ebenso die NPD. Mit 14 Damen und Herren sind „Die unabhängigen Bürger“ (DUB) erstmals auf dem Wahlzettel vertreten. Die meiste Auswahl bietet die Liste von UWG/LGU. Dort sind es 27 Kandidaten.

Ein weiteres Thema des Abends war die Raumknappheit in der Goetheschule. „Die Schule platzt aus allen Nähten“, sagte Ricky Schlichting. Doch die Entscheidung ob Neubau oder Erweiterung müssten seiner Meinung nach Fachleute treffen. „Wir haben einen schönen Schulcampus, aber wir haben verschlafen, an dessen Entwicklung zu denken. Das fällt uns jetzt auf die Füße“, gab auch Reiner Tietz zu. Aber man habe die Kurve noch bekommen und eine Notlösung für 2020 mit den zwei Containern gefunden. Für die Zukunft müsse man „mit Weitblick“ planen, so Tietz. Es sei eine sinnvolle Entscheidung, sich am 21. Mai um 17 Uhr gemeinsam mit Planern und Nutzern an einen Tisch zu setzen, betonte Koop.

MAZ-Wahlforum in Kremmen Quelle: Enrico Kugler

Hinsichtlich möglicher Baugebiete in Orion und in Sommerfeld sollte man, wenn man Geld in die Hand nehme, die Schule auch groß genug bauen. „Man darf nicht zu kurz rechnen, nicht für die nächsten zwei bis drei Jahre“, forderte auch Jürgen Kurth. Es würden immer mehr Berliner aufs Land ziehen. „Wir müssen für 20 bis 25 Jahre bauen.“ Bommert hingegen ist es vor allem wichtig, den Schulstandort in Kremmen zu sichern. Darum müsse man – auch in Hinblick auf einen möglichen Schulneubau in Oberkrämer oder in Velten, wie vom Landkreis präferiert – die Schule attraktiv machen, damit genügend Schüler und auch Lehrer (Schlichting) kommen. Zudem gehe er davon aus, so Bommert, dass der Kreis, der über bessere finanzielle Mittel verfüge, die Oberschule übernehme. Dem widersprach vehement Eckhard Koop. „Wir haben viel Geld in die Schule gesteckt, haben uns bemüht, da wäre es völlig verkehrt, die Schule aus der Hand zu geben.“

MAZ-Wahlforum in Kremmen Quelle: Enrico Kugler

Zum Thema „ungültige Kitasatzung“ war man sich parteiübergreifend einig, dass den betroffenen Familien ohne weitere Klagen, das zu viel gezahlte Geld zurückzuzahlen sei. Denn Schuld sei, so Kurth, nicht die Stadt, sondern das Land, das keine klaren Vorgaben festgelegt habe. „Die Bürger haben sich auf die Verwaltung verlassen“, ergänzte Koop. „Es ist ein Versäumnis aus der Vergangenheit“, sagte Tietz. Die neugewählte Stadtverordnetenversammlung müsse nun über eine neue Satzung und Kostenkalkulation beraten und entscheiden. Jeder Kandidat durfte abschließend einen Wunsch zu Kremmen äußern: Weniger Kommunikation über Facebook, dafür mehr direkt zu reden, wünschte sich Ricky Schlichting. Sachliche und zielorientierte Politik, möchte die CDU, wissenschaftlich motivierte Arbeit, erbittet sich hingegen der Grüne. Reiner Tietz möchte die finanzielle Situation der Stadt in Ordnung bringen und Koop möchte die Ziele umsetzen, welche die Bürger erwarten. Jürgen Kurth wünscht sich stattdessen, dass der Landesentwicklungsplan auf den Prüfstand kommt.

Von Ulrike Gawande

Die 20 Stunden pro Woche, die der Schulsozialarbeiterin Angela Krajewski zur Verfügung stehen reichen nicht aus. Zum 1. August soll es deshalb eine weitere 20-Stunden-Stelle an der Kremmener Goethe-Grundschule geben.

00:23 Uhr

Wenn die Brücke bei Linumhorst saniert wird, dann wird Kremmen 25.000 Euro dazugeben. Das beschlossen die Stadtverordneten. Die momentan gesperrte Brücke liegt auf dem Gebiet von Fehrbellin.

00:23 Uhr

13 Vereine aus Kremmen haben am Donnerstag ihre Fördermittel bekommen. Die Stadt Kremmen hat seit 2018 eine neue Regelung bei der Vereinsförderung. Gut 60.000 Euro sind ausgeschüttet worden.

17.05.2019