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Kremmen Medientag an der Grundschule: Kinder werden zu Lehrenden
Lokales Oberhavel Kremmen Medientag an der Grundschule: Kinder werden zu Lehrenden
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18:25 27.09.2019
Nico (11, l.) und Max (11) stellten in ihrer Gruppe Stop-Motion-Filme her. So entstanden Foto für Foto kleine Animationsfilme. Quelle: Robert Tiesler
Beetz

Was Facebook ist, wissen die meisten Eltern vermutlich inzwischen. Bei Snapchat, TikTok oder Instagram sieht das schon ein wenig anders aus. Wo treiben sich die Kinder im Netz eigentlich rum und was machen sie dort, was sehen sie und was posten sie?

Am Donnerstag fand an der Grundschule in Beetz ein ganz besonderer Projekttag statt. Am Nachmittag saßen die Kinder der 5. und 6. Klasse in ihren Räumen und brachten ihren Eltern etwas bei. Konkret ging es um verschiedene Aspekte der Mediennutzung. Wie können unbekannte Begriffe im Internet gefunden werden? Welche Fotos darf man im Zusammenhang mit dem Datenschutz wo verwenden? Wie sind Internetseiten aufgebaut? Wie werden Spiele konzipiert?

Organisiert hat den Tag Metaversa, der Verein für Medien, Bildung und Kultur im Auftrag der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. „Wir haben uns darum beworben und den Zuschlag bekommen“, sagte Schulleiterin Ute Weber. „Die Kinder nutzen das Internet, und das kann nicht immer überwacht werden. Deshalb ist es wichtig, sie gut zu schützen und sie über mögliche Gefahren aufzuklären“, erklärte Lehrerin Ricarda Roggenbuck. Sie selbst hat am Donnerstag auch etwas dazugelernt: „Wenn man bei WhatsApp Bilder verschickt, dann gibt man auch die Bilderrechte ab. das fand ich sehr interessant. So was steht im Kleingedruckten.“ Auch müsse den Kindern klar sein, dass eine Plattform wie Instagram dafür sorge, dass man in öffentlichen Medien unterwegs sei.

Clara (12) ist eine Fotocheckerin. Quelle: Robert Tiesler

In einem der Räume saßen sich Kathrin Trümper und ihr Sohn Marlo gegenüber. Sie nahmen teil am Wettbewerb Lexikon gegen Tablet. Es ging darum, herauszufinden, wer schneller dabei ist, einen Begriff erklären zu können. Es ging um das Dosimeter, einem Gerät zur Messung der Strahlendosis. Mutter Kathrin war mit dem Lexikon schneller als ihr Sohn am Tablet – der hatte den Begriff zwar fix gefunden, landete jedoch auf einer Amazon-Seite, wo er nicht erklärt worden ist. Für die Kinder ging es somit auch darum, herauszufinden, auf welchen Seiten genau man solche Begriffe suchen kann.

Max (11) und Nico (11) beschäftigen sich hingegen mit Stop-Motion-Filmen. „Es entstehen kleine Geschichten, ein Zeichentrickfilm“, erklärte Max. Dazu machte die Gruppe ein Foto auf dem Tablet, dann ist die Szene auf dem Tisch minimal verschoben worden, und das nächste Foto war dran. Immer so weiter. „1000 Bilder braucht man ungefähr, damit ein Film fertig sein kann.“

Sabrina Pix aus Sommerfeld war mit ihrer Tochter in den verschiedenen Räumen der Grundschule unterwegs. „Ich finde diesen Projekttag gut“, sagte sie. „Weil man als Elternteil sieht, womit sich die Kinder auseinandersetzen, und es ist schön, das alles mal aus der Sicht des Kindes zu hören.“

Kathrin Trümper mit ihrem Sohn Marlo beim Duden-Tablet-Duell. Quelle: Robert Tiesler

Zufrieden war auch Martin Riemer vom veranstaltenden Verein Metaversa. „Gerade in Familien sind die Medien ein schwieriges Thema“, sagte er. Der Grundgedanke sei, dass die Kinder zunächst etwas lernen, auch dadurch, dass sie Erfahrungen machen, und am Nachmittag die Rolle wechseln und zu Lehrenden werden. „Das soll die Medienerziehung auch wieder zurück in die Familien bringen. Das muss dort zum Thema werden. Wir wollen ein Update geben, was alles möglich ist.“

Für die Beetzer Grundschule hatte Martin Riemer viel Lob. „Wir haben hier einen sehr freundlichen Eindruck. Es gibt hier sehr gut informierte Kinder, die auch gut miteinander umgehen.“ Das liege auch viel am guten Schulklima.

Von Robert Tiesler

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