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Kremmen „Resist to Exist“: Auch 2020 kein Festival in Kremmen
Lokales Oberhavel Kremmen „Resist to Exist“: Auch 2020 kein Festival in Kremmen
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14:00 12.12.2019
Drei Mal fand „Resist to exist“ in Kremmen statt, ehe die Veranstalter aufgrund einer erlassenen Ordnungsverfügung im Sommer 2019 kurzfristig auf einen anderen Standort nach Berlin ausweichen mussten. Quelle: privat
Kremmen

Das ist mal eine Ansage: Wie die Veranstalter des jugendkulturellen Festivals „Resist to Exist“ am Donnerstagvormittag mitteilten, wird die Veranstaltung auch im Jahr 2020 nicht in Kremmen stattfinden. Ursächlich für diese Entscheidung sei, dass bei Gesprächen mit Vertretern des Landratsamtes Oberhavel und dem Bürgermeister der Stadt Kremmen, Sebastian Busse (CDU), kein Kompromiss für die Durchführung des Festivals gefunden werden konnte. Daraus hätten die Veranstalter nun ihre Konsequenzen gezogen, heißt es. „Das Festival würde gerne nach Kremmen zurückkehren, da es den Großteil der Gemeinde als sehr weltoffen und tolerant kennengelernt hat.“ Um dieses Ziel für eine Neuauflage im Jahr 2021 zu erreichen, würde seitens der Veranstalter bereits an mehreren Strategien gleichzeitig gefeilt.

Organisatoren kritisieren Regelungen auf Landesebene

Während das ehrenamtliche Organisationsteam einerseits an einem Bauantrag arbeitet, wird parallel ein Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam vorangetrieben. Ziel sei es dabei, Rechtssicherheit für alle Beteiligten herzustellen. Jule Winter, Mitglied des Organisationsteams, sagt: „Da weder das Landratsamt Oberhavel noch der Bürgermeister in Kremmen irgendeine Art von Einigungsbereitschaft erkennen ließen, müssen wir weiter klagen. Wir werden diesen wunderbaren Festivalstandort und unsere Einbettung in die Region nicht kampflos aufgeben.“ Gleichzeitig werde bereits seit dem Spätsommer am geforderten Bauantrag gearbeitet, so Jule Winter weiter. „Das alles ist in Brandenburg sehr kompliziert und sprengt unsere Kapazitäten. Wir machen das alles schließlich ehrenamtlich. Hier besteht Reformbedarf auf Landesebene. Festivals können nicht wie Bauprojekte behandelt werden! Da muss die Landesregierung auf jeden Fall nachsteuern.“

Das Festival hatte in Kremmen stets Massen an Publikum angezogen. Quelle: Privat

Festival findet 2020 dennoch statt

Trotz der verfahrenen Situation stellen die Veranstalter gleichzeitig bereits jetzt das Alternativgelände für die Festivalauflage im Jahr 2020 vor: Dieses wird in seinem Ursprungsbezirk bleiben und ein Gelände in einem Industriegebiet in Marzahn beziehen, heißt es. Peter Meir vom Organisations-Team erklärt: „Nächstes Jahr kann wieder gezeltet werden. Wir planen, unsere zwei Bühnen im Cleantech Park zwischen Clara-Immerwahr-Straße und dem Nordring in Marzahn aufzustellen. Die Ämter vor Ort kennen und schätzen uns. Wir bedanken uns beim Bezirk für die Möglichkeit dieses Gelände temporär zu nutzen und freuen uns auf die altbekannte kooperative Zusammenarbeit.“

„Resist to exist“ im Jahr 2017 in Kremmen. Quelle: Privat

Hintergrund: Kostenpflichtige Verfügung stoppt Festivaldurchführung in Kremmen

Nachdem das selbstorganisierte und unkommerzielle Punkrock-Festival „Resist to Exist“ in den vergangenen Jahren bereits dreimal in Kremmen im Landkreis Oberhavel stattfand, erhielt dessen Trägerverein alternati e.V. im Sommer 2019 eine kostenpflichtige Ordnungsverfügung der unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Oberhavel. Die kostenpflichtige Ordnungsverfügung für das bis dato genutzte Gelände am Oranienburger Weg in Kremmen stellte die Nutzung der landwirtschaftlichen Bauten, das Ausweisen von Zeltflächen und das Errichten von Zelten zum Zwecke der Übernachtung, das Errichten von Verkaufsständen sowie das Einfrieden des Geländes mittels Bauzäunen unter Strafe. De facto wäre damit die Durchführung des seit 2016 in Kremmen stattfindenden jugendkulturellen Events nicht mehr möglich gewesen. Die Veranstalter strengten daraufhin zunächst ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam an, welches nach einem durch die Behörde abgelehnten Kompromissvorschlag die Ordnungsverfügung für formal rechtmäßig erklärte. Auch vor dem Oberverwaltungsgericht scheiterte das Organisationsteam, da dieses die Klärung der komplexen Rechtsfragen an ein mögliches Hauptsacheverfahren auslagerte, was zeitlich vor Durchführung des Festivals nicht mehr geklärt werden konnte. Schon während dieses Prozesses entschieden die Veranstalter sich schließlich, das Festival als Spezialmarkt mit volksfestartigem Charakter inklusive Schaustellerbetrieben anzumelden. Sebastian Busse (CDU), Bürgermeister der Stadt Kremmen, verweigerte diesem Antrag seine Zustimmung, woraufhin die Veranstalter einen Verpflichtungswiderspruch einlegten. Aufgrund von Verzögerungen seitens der Behörden sowie etwaigen Sicherheitsbedenken bezüglich polizeilicher Maßnahmen gegen die Veranstaltung, wurde das „Resist to Exist“ letztlich kurzfristig zurück nach Berlin verlegt. Im ORWOhaus, dem größten selbstverwalteten Proberaumkomplex Europas, konnte die mehrtägige Veranstaltung im Jahr 2019 in kleiner Form, allerdings ohne Zeltplatz, durchgeführt werden.

Von MAZonline

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