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Kremmen Spargelanstich: Die weißen Stangen wachsen wieder
Lokales Oberhavel Kremmen Spargelanstich: Die weißen Stangen wachsen wieder
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17:10 25.03.2019
Betriebsleiter Yule Zebe nimmt den Spargelanstich auf dem Feld „Kranker Heinrich" zwischen Kremmen und Amalienfelde vor. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Das wirklich perfekte Spargelwetter herrscht an diesem Montagvormittag nicht gerade. Fünf Grad, windig, ab und zu leichter Regen. Malte Voigts, der Chef des Kremmener Spargelhofes läuft durch das Spargelfeld nördlich von Amalienfelde. Das Feld heißt „Kranker Heinrich“, weil der sandige Boden kaum etwas wachsen lässt – den Spargel aber schon. Malte Voigts ist auf der Suche nach den kleinen, weißen Stangen. Es dauert ein wenig, bis er tatsächlich zwei Spargelspitzen auf einem der Dämme findet.

Spargelspitzen auf dem Feld zwischen Kremmen und Amalienfelde. Quelle: Robert Tiesler

Yule Zebe, der Betriebsleiter für den Spargel in Kremmen, nimmt sich das Messer. Mit zwei Fingern gräbt er rund um die Stange ein Loch, dann setzt er das Messer an den Spargel. Er nimmt den Spargelanstich für 2019 vor. Er legt die beiden Stangen auf den Damm. „Wie man sieht, sind wir noch nicht voll in der Ernte“, sagt er. Dafür müsste noch mehr die Sonne scheinen, wie am vergangenen Wochenende.

„Unsere ursprüngliche Prognose war, dass wir jetzt schon vier Tonnen pro Tag ernten“, so Malte Voigts am Montag. „Aber es ist jetzt wieder kühler geworden.“ Die ersten Spargelstecher treffen Mitte der Woche in Kremmen ein. Sie beginnen dann, die Felder abzulaufen. „Wir hoffen, dass dann die Tageserntemenge steigt.“ In der kommenden Woche könnte sie bei fünf Tonnen pro Tag liegen, in der zweiten April-Woche dann bei 15 Tonnen, zu Ostern schließlich 25 Tonnen.

Yule Zebe sticht den Spargel. Quelle: Robert Tiesler

Der Spargelhof Kremmen bewirtschaftet in diesem Jahr 180 Hektar Felder, das sind 30 Hektar weniger als 2018. Im vergangenen Jahr sind 1200 Tonnen Spargel geerntet worden, 2019 soll die Zahl auf 1000 Tonnen sinken. „Wir wollen Angebot und Nachfrage ausgleichen“, erklärt Malte Voigts. Im Sommer 2018 war erstmals das Angebot größer als die Nachfrage. „Das lag aber auch am besonders heißen Juni.“

Eine Bewirtschaftungspause wird beispielsweise auf dem Feld direkt an der Landesstraße 170 zwischen Amalienfelde und Kremmen eingelegt. „Nach zehn Jahren Spargeldauer ziehen wir weiter“, so der Geschäftsführer des Hofes. Im Raum Flatow und Staffelde gebe es die Felder aber nach wie vor, auch wenn sie nicht immer sichtbar von den Straßen seien. Auch auf dem Feld bei Amalienfelde könnte in acht bis neun Jahren wieder Spargel wachsen.

Um die Dämme zu wärmen, sind sie mit Folie abgedeckt. Quelle: Robert Tiesler

Insgesamt 450 Arbeitskräfte sind in der Hochsaison in Kremmen dabei. Dazu gehören die Spargelstecher, Verkäufer, Köche, Servicepersonal oder Betreuer. Am Donnerstag öffnet der Hofladen, am kommenden Montag, 1. April, öffnet das Spargelzelt. „Da wird es dann auch schon Spargel geben, so lange der Vorrat reicht“, sagt Malte Voigts. Die Buden sollen voraussichtlich ab 11. April zum Einsatz kommen.

„Augenblicklich haben wir noch keine Schwierigkeiten, Personal zu finden.“ Dennoch besteht die Sorge für 2020/21. „Ich sehe das schon bei meinen Berufskollegen, das treibt uns um.“ Man versuche, die Mitarbeiterbindung hochzuhalten. Auch die Unterkünfte für die Spargelstecher werden besser: Zwei-Mann- statt Vier-Mann-Zimmer zum Beispiel. „Wir versuchen, den Komfort zu erhöhen.“ Wobei es da auch eher um die Verbesserung des W-Lans geht. „Das ist für viele fast noch wichtiger als mit wie vielen sie auf der Stube sind.“

Von Robert Tiesler

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