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Kremmen Nichts mit Türkei-Urlaub: Familie Steinke sitzt im Kremmener Regen fest
Lokales Oberhavel Kremmen Nichts mit Türkei-Urlaub: Familie Steinke sitzt im Kremmener Regen fest
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07:41 02.10.2019
Eigentlich wollten Detlef Steinke (56) und seine Beate jetzt in Side (Türkei) sein. Quelle: Sebastian Morgner
Kremmen

Eigentlich wollte Detlef Steinke (56) jetzt am Strand liegen und das Rauschen des Meeres genießen. 14 Tage Türkei-Urlaub waren gebucht. Kosten: 2236 Euro. Doch statt Side heißt es in diesen Tagen Kremmen. Er und seine Frau Beate (56) sind von der Thomas-Cook-Pleite betroffen. „Wir sind richtig ins Fettnäpfchen getreten“, sagt Beate Steinke. „Wir sind enttäuscht. Es ist derzeit ein Leben zwischen Hoffen und Bangen.“

Ihr Mann sitzt im großen Sessel, der mitten im Wohnzimmer steht. Detlef Steinke verfolgt die Nachrichten. Der Fernseher läuft. Die Tageszeitung liegt vor ihm. „Wir müssen immer auf dem Laufenden bleiben. Die Verunsicherung ist groß. Am vergangenen Montag standen beide mit gepackten Koffern am Check-Inn-Schalter auf dem Flughafen Berlin-Tegel. „Die Freundin unseres Sohnes Martin hat uns gefahren und dort am Terminal C abgesetzt.“

Beate Steinke mit den Flug-Unterlagen. Quelle: Sebastian Morgner

Doch statt der Flug-Tickets bekamen die Kremmener nur die Info: „Sie fliegen heute hier nicht. Es gibt Probleme.“ Familie Steinke traute ihren Ohren nicht. „Zuerst dachten wir, es sei ein Scherz. Wir hatten uns schon gewundert, warum niemand anderes am Schalter war und wir uns nicht anstellen mussten. Doch, dass wir am Ende gar nicht fliegen, damit hätten wir niemals gerechnet.“ Die Familie habe sich am Flughafen allein gelassen gefühlt. „Es hieß immer nur: Infos gibt es im Internet.“

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Der Ärger war groß. „Gerade für meine Frau“, sagt Detlef Steinke. „Sie arbeitet Schichtdienst und auch am Wochenende und Feiertag. Sie hatte sich so auf den Urlaub gefreut und wollte einfach mal abschalten und nur die Füße hochlegen.“ Doch der Flieger in den Süden hob nicht ab. „Wir wollten uns verwöhnen lassen. Monatlich haben wir ein wenig Geld zur Seite gelegt, um uns die 14 Tage in der Türkei zu gönnen“, erklärt Beate Steinke.

Mit gepackten Koffern ging es wieder nach Hause

Endlich mal Ruhe haben – daraus wurde nichts. „Wir sind natürlich gleich zum Reisebüro nach Oranienburg gefahren.“ Dort seien die Informationen auch noch sehr spärlich gewesen. Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hatte nach seinem Insolvenzantrag alle Reisen bis einschließlich 31. Oktober 2019 abgesagt. Reisen könnten „aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden“, teilte das Unternehmen letzte Woche mit. Davon betroffen seien auch Buchungen der Marken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin, die bereits angezahlt oder vollständig bezahlt sind.

Die Steinkes haben bei Öger Tours gebucht. „Am Montag waren wir noch einmal im Reisebüro. Unser Fall wurde aufgenommen und weitergeleitet. Jetzt heißt es weiter Hoffen und Bangen, dass wir das Geld zurückbekommen.“ Die Absage ist „für uns ein Schock“, gesteht Detlef Steinke. Um ein wenig den Kopf frei zu bekommen, setzten sich die beiden am Wochenende ins Auto und fuhren an die Ostsee. „Wir waren auf der Insel Usedom. Drei Tage. Spontan. Wir mussten was machen, sonst wären wir verrückt geworden.“ Die Koffer waren ja noch gepackt.

Von Sebastian Morgner

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