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Kremmen Veranstalter von „Resist to Exist“ schreiben offenen Brief
Lokales Oberhavel Kremmen Veranstalter von „Resist to Exist“ schreiben offenen Brief
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19:26 31.07.2019
Banner vom Festival „Resist to Exist" in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Die Organisatoren des Punkfestivals „Resist to Exist“, das eigentlich Freitag in Kremmen starten sollte, wenden sich mit einem offenen Brief an die Kremmener. Das Festival ist nach einem monatelangen Streit zumindest für dieses Jahr nach Berlin-Marzahn abgewandert.

„Schweren Herzens haben wir gemeinsam mit unseren Mitstreiter*innen aus der Gemeinde die Entscheidung treffen müssen, das „Resist to Exist“ dieses Jahr in Kremmen abzusagen“, heißt es im offenen Brief. „Zu groß war die Gefahr, dass unsere Gäste und Helfer*innen durch den geplanten Polizeieinsatz von dem wir erfahren haben, gefährdet werden.“ Die Polizei hatte allerdings bestritten, dass ein solcher Einsatz schon konkret geplant war. „Daher haben wir die Reißleine gezogen und kehren zumindest für dieses Jahr zurück nach Berlin.“

Für Kremmen bestehe aber weiter Hoffnung. „Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht gerne in Kremmen waren oder in Zukunft sein werden. Wir wissen um die große Unterstützung für uns in ihrer Gemeinde. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Wir haben Kremmen sehr wohl als weltoffene und tolerante Stadt erlebt und sind froh, zumindest drei Jahre ein Teil dessen gewesen zu sein.“

Dank an Kremmener Unterstützer

Es folgen Dankeschöns: „Unser besonderer Dank gilt Herr Brunner und seiner Familie sowie die Orion Agrar GmbH, welche uns für drei Jahre das Gelände zur Verfügung gestellt haben und uns mit allen möglichen Mitteln unterstützt haben. Die untere Bauaufsichtsbehörde Oberhavel ausgenommen, sind wir sehr dankbar für die wunderbare Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und Institutionen. Vielen Dank an die Ordnungsbehörde Kremmen und die örtliche Polizeibehörde. Namentlich möchten wir uns insbesondere bei Frau Tamms und Frau Richter von der Ordnungsbehörde bedanken. Herzlichen Dank auch an Danny, dem Leiter des Jugendclubs und allen Jugendlichen, die mit uns in Kontakt waren. Auch politisch haben wir viel Rückhalt erfahren.

Die Organisatoren betonen, dass sich die Stadtverordnetenversammlung mehrmals eindeutig für das Festival ausgesprochen hätten. „Hier möchten wir insbesondere Herrn Tietz von den Linken, Herrn Klein von den Grünen und Andreas Dalibor von der SPD danken. Wir wissen, dass ihr mindestens genauso traurig seid, wie wir und hoffen euch trotzdem am Wochenende in Berlin auf dem Resist to Exist wiederzusehen.“

Bedauern wegen der wirtschaftlichen Schäden

Auch zu den wirtschaftlichen Schäden äußert sich das Team: „Es tut uns selbstverständlich leid, dass einige Unternehmen im Kremmen wegen der Verhinderung unseres Festivals auf ihren extra bestellten Waren sitzen bleiben. Hätten wir die finanziellen Mittel, würden wir all das Grillgut und die Getränke kaufen und mit nach Berlin nehmen. Wir hoffen, dass ihr keinen allzu großen ökonomischen Schaden davon tragt. Ein paar der Stadt und der Region gebuchten Übernachtungsmöglichkeiten werden wir dennoch nutzen, sodass am Wochenende vielleicht trotzdem ein paar Punker*innen gesichtet werden. Wir würden uns trotz all der Strapazen sehr freuen, nächstes Jahr unser Festival wieder in Kremmen durchzuführen. Dafür braucht es dringend Rechtssicherheit. Aber es braucht auch den politischen Willen, insbesondere von Amtsträgern. Wir hoffen darauf, dass künftig alle Amtsträger in Kremmen und Oberhavel den Wert unseres Festivals und die besondere Bedeutung von kultureller Vielfalt erkennen. Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr.“

Von MAZonline

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