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Kremmen War es der Wolf? Totes Wild sorgt für Spekulationen
Lokales Oberhavel Kremmen War es der Wolf? Totes Wild sorgt für Spekulationen
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00:25 29.11.2018
Damwild, noch lebend. (Symbolfoto)
Damwild, noch lebend. (Symbolfoto) Quelle: Peter Geisler
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Sommerfeld

Ein bei Sommerfeld gefundenes totes Damwild sorgt für Spekulationen. Es wurde auf einem Feld unweit des Alten Hofes gefunden und wurde fast komplett ausgeweidet. Ob das die Tat eines Wolfes ist, ist dabei unklar. Ein Jäger hatte es dort entdeckt.

Anhand des Fotos ist allerdings nicht ersichtlich, was eventuell im Umfeld der Fundstelle entdeckt worden ist. Laut Wolfs-Monitoring Mecklenburg-Vorpommern spricht dagegen, dass es sich um einen Wolf gehandelt habe, weil Magen und Darm grundsätzlich nicht von Wölfen gefressen werden. Dafür könnte sprechen, dass die Beute meist durch einen gezielten Kehlbiss getötet werde. Beide Merkmale sind auf den (derzeit noch nicht freigegebenen) Bildern erkennbar.

Bislang sind Wolfssichtungen nur in der Rüthnicker Heide, nördlich von Kremmen, bestätigt worden. Das sagte Jagdpächter Malte Voigts am Montag. „Von Kremmener Jägern gibt es noch keine bestätigten Beobachtungen.“ Es gebe immer mal wieder Gerüchte. Im Februar 2015 war ein Wolf in eine Kamerafalle getappt, ein Wolfsexperte hatte damals vermutet, dass das Tier während der Paarungszeit größere Runden in der Region gedreht hatte.

Es komme auf den Risikofaktor an, ob der Wolf eine Bedrohung darstellen könnte, so Malte Voigts. Seien sie scheu, würden Wölfe kein Problem darstellen. Wichtig sei aber, dass die Population nicht zu groß werde. Er sei gegen die kategorische Ablehnung, dass man den Wolf nicht schießen dürfe. Das müsse gesetzlich geregelt werden, dazu müssten auch Abschusspläne gehören. Das Wild in der Region sei an sich stand- und wehrhaft genug, das könne der Wolf nicht ausrotten. Gleichzeitig habe er aber auch ein mulmiges Gefühl, wenn es darum gehe, dass im Wald auch Kinder spielen würden.

Von Robert Tiesler