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Kremmen Zweckverband versucht sich an energieautarker Kläranlage
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19:09 11.07.2019
Stefan Lux ist Geschäftsleiter beim Zweckverband in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Die Stadt Kremmen ist mit ihrem Zweckverband eine von bundesweit 27 ausgewählten Modellkommunen. Das teilt Verbandsvorsteher Sebastian Busse mit. Im April startete der Aufruf zum Wettbewerb „Modellhafte Zukunftskommunen für eine nachhaltige Entwicklung“. Diese Gelegenheit habe die Stadt Kremmen mit ihrem Zweckverband genutzt und sich im Handlungsfeld Wassermanagement um das Modellprojekt „Energieautarke Kläranlage“ beworben.

Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Hochschule Trier mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld (Null-Emissions-Campus), die ihre Aufgabe darin sehen, Stoff- und Energieströme auf regionaler und betrieblicher Ebene zu analysieren, Optimierungspotenziale zu erkennen und deren Umsetzung zu initiieren. Das Ziel ist hierbei die Erhöhung der Wertschöpfung bei sinkenden Umweltbelastungen. Dabei vereint das Institut Kompetenzen u.a. aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Energietechnik und Umweltrecht.

Kremmen bekommt einjähriges Coaching

Vergangene Woche wurden die 27 Modellkommunen ausgewählt. Die Auswahl wurde auf Grundlage einer überzeugenden Darstellung des Gestaltungswillens sowie der Herausforderungen und Notwendigkeit zukünftiger Initiativen getroffen. Im Rahmen eines etwa einjährigen Coachingprozesses werden die Modellkommunen, gemeinsam mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), Ergebnisse der FONA-Forschung für ihre zukunftsfähige kommunale Entwicklungsstrategie prüfen.

In einem ersten Schritt erfolgen Analysen zu den in Kremmen und Umgebung maßgeblichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Strukturen. Aufbauend auf dieser Bestandsanalyse werden die Stärken, Schwächen und damit langfristigen Chancen und Risiken sowie deren Auswirkungen auf das Untersuchungsgebiet identifiziert und mögliche Lösungsansätze mit der Kommune und dem Zweckverband festgelegt. Ebenfalls erfolgt eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens und des damit verbundenen Investitionsvolumens. Darüber hinaus werden regionale Wertschöpfungseffekte dargelegt. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlung ausformuliert, mit der die Stadt und der Zweckverband arbeiten können.

Abwasser verbrauchen viel Energie

Die Abwasserentsorgung und -reinigung zählt zu den größten Energieverbrauchern in Kremmen, so dass sich Einsparungen in diesem Bereich deutlich widerspiegeln, erläutert Bürgermeister Busse. In Zusammenhang damit stehen Treibhausgasemissionen. Um diese zu mindern wird ein Klimaschutzteilkonzept für den Abwasserbereich „Klimafreundliche Abwasserbehandlung“ erstellt. Betrachtet werden dort nicht nur Maßnahmen zur Energieeinsparung und zum Einsatz regenerativer Energiequellen, sondern auch Möglichkeiten zur Reduktion der entstehenden Reststoffe, insbesondere Klärschlamm. Seit der Novellierung der Klärschlammverordnung 2017 werde es immer problematischer, den Klärschlamm landwirtschaftlich zu verwerten, so Sebastian Busse. Der Zweckverband Kremmen suche Möglichkeiten, die Klärschlammmenge deutlich zu reduzieren. Durch einen verminderten Umfang der notwendigen nachfolgenden Behandlung sollen Treibhausgase vermindert werden bei gleichzeitig verbesserter Wirtschaftlichkeit.

„Ein lohnendes Ziel wäre es“, so Bürgermeister Busse weiter, „die Stoffströme der Abwasserreinigung mit denen der regionalen Landwirtschaft zu koordinieren.“ Dort gebe es große Schnittmengen: Die Reststoffe beider Bereiche können sowohl als Dünger als auch zur Energieerzeugung genutzt werden. Die Bereiche treten jedoch zunehmend in Konkurrenz. Durch übergreifende Maßnahmen ließen sich jedoch Vorteile für beide Bereiche erzielen.

Mit Spannung werde der Coachingprozess mit den Wissenschaftlern erwartet, die Best-Practice-Beispiele für ein nachhaltiges Management von Ressourcen direkt zu den Kommunen vermitteln. Diese Praktiken entstammen Forschungsprojekten aus dem Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“. Sie wurden von Forschenden mit Partnern aus Kommunen und Wirtschaft entwickelt und erprobt. „Damit können sie eine Grundlage nachhaltigen Managements bilden, mit dem neue Wirtschaftsmodelle, zusätzliche Arbeitsplätze und eine nachhaltige Zukunft möglich werden.

Von MAZonline

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