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Oberhavel Landschaftsförderverein begrüßt Veto gegen Windkraft
Lokales Oberhavel Landschaftsförderverein begrüßt Veto gegen Windkraft
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10:09 09.08.2019
Buchenwald nördlich von Sommerfeld – im Windeignungsgebiet 34. Quelle: Detlef Hase
Sommerfeld

Mit großer Erleichterung haben die Mitglieder im Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch reagiert, als sie davon erfahren haben, dass der Teilplan „Windenergie“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel aus artenschutzrechtlichen Gründen von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg als oberste Entscheidungsbehörde nicht genehmigt worden ist.

„Wir sind überrascht und erfreut, dass nun ganz am Ende eines mehrjährigen Planungsverfahrens der Artenschutz doch noch Vorrang gegenüber dem Ausbau der Windenergie erhalten hat“, sagt der Vereinsvorsitzende Sebastian Partzsch. „Zu hoffen ist, dass diese Aufwertung artenschutzrechtlicher Belange positiv in die Zukunft wirkt“, erklärt er außerdem. Bei vier von 34 beplanten Gebieten sei der Natur- und Artenschutz nicht angemessen berücksichtigt worden, wie das Landesamt für Umwelt als einbezogene Fachbehörde festgestellt hat. Das Windeignungsgebiet (WEG) 34 in dem Waldgebiet bei Beetz, Sommerfeld, Hohenbruch und Neuendorf gehört zu einem dieser vier Gebiete.

Der Kremmener Landschaftsförderverein hat sich seit dem Jahr 2015 gegen dieses Windeignungsgebiet engagiert, vor allem, um das teilweise ökologisch wertvolle Waldgebiet und die Niststätten von Rotmilan und Seeadler zu schützen. „Mit unseren Kundgebungen, Fotoausstellungen, Unterschriftensammlungen und Podiumsdiskussionen haben wir das Thema bekannt gemacht und sehr viel Unterstützung aus der Region erhalten. Nun wurde dieses Engagement schlussendlich doch noch belohnt“, sagt Vereinsmitglied Hartmut Rakow aus Sommerfeld.

Waldkante im schleuenschen Luch – hier sollten Windräder herausragen. Quelle: Detlef Hase

Der Verein bedanke sich bei allen, die ihn in dieser Zeit bei den vielfältigen Aktionen unterstützt haben. Die im Verein engagierten Naturschützer sehen die Nichtgenehmigung als späte Bestätigung der von ihnen vorgetragenen Argumente gegen das geplante Windeignungsgebiet 34. Sie erwarten jetzt, dass bei der nun erforderlichen Neuaufstellung des Teilregionalplanes „Windenergie“ dieses große, unzerschnittene Waldgebiet nicht mehr betroffen sein wird. „Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung“, meint Sebastian Partzsch.

Grundsätzlich sei es für die Vereinsmitglieder ein nicht hinnehmbarer Widerspruch, dass einerseits auf politischer Ebene immer stärker die wertvolle Klimaschutzfunktion der Wälder hervorgehoben wird, andererseits jedoch in den Wäldern umfangreiche Rodungen erfolgen sollen, damit große Freiflächen und breite Zufahrtswege für den Bau von Windkraftanlagen geschaffen werden. Zu hoffen bleibe, dass die jetzige Nichtgenehmigung aus Artenschutzgründen vielleicht ein erster Schritt sei, sich vom Windkraftanlagenbau im Wald mit all seinen negativen Auswirkungen generell zu verabschieden. „Statt weiterhin Windkraftanlagen im Wald zu errichten, sollten vorzugsweise die Laubwaldanteile erhalten oder vergrößert werden“, so der Vereinsvorsitzende. Auch das sei aus Sicht der Vereinsmitglieder aktiver Klimaschutz.

Von MAZonline

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