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Oberhavel Kritik an Schließzeiten im Sommer
Lokales Oberhavel Kritik an Schließzeiten im Sommer
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02:20 23.04.2018
Die Kita Kleine Strolche ist einer von drei Kindergärten in Fürstenberg/Havel.
Die Kita Kleine Strolche ist einer von drei Kindergärten in Fürstenberg/Havel. Quelle: Martina Burghardt
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Fürstenberg/Havel

Die gute Nachricht kam bei der Sozialausschusssitzung am Donnerstag in Fürstenberg nur am Rande zur Sprache: Mit der neuen Kita-Satzung werden Eltern mit wenig Einkommen entlastet, und zwar „gigantisch“, wie es Ina Hudicsek (Pro Fürstenberg) ausdrückte. Die neue Kalkulation stellte der zuständige Amtsleiter Sebastian Appelt vor. Verändert haben sich unter anderem die Staffelung der Betreuungszeiten und der Einkommensstufen. Geschwisterkinder sollen künftig bei der Berechnung des Kita-Beitrags berücksichtigt werden, und zwar so lange sie unterhaltsberechtigt sind.

Der beitragsfreie Monat, mit dem jetzt schon Ausfallzeiten berücksichtigt werden, wird von Juli auf Dezember verlegt. Erfreulicher Nebeneffekt: Sollte die Satzung wie geplant im August in Kraft treten, werden die Eltern sowohl im Juli als auch Dezember keine Kitabeiträge bezahlen müssen. In der neuen Satzung werden zudem die erhöhten Aufwendungen der Tagesmütter berücksichtigt. Sie erhalten zehn Prozent mehr. Ihr Anspruch auf die Erstattung der Hälfte der Beiträge zur Unfallversicherung ist in der Satzung verankert.

Positiv sieht Ina Hudicsek auch die geplante Verringerung der Schließzeiten in den drei Kindergärten und zwei Horten der Stadt von drei auf zwei Wochen. Allerdings sorgte dieser in der Satzung festgeschriebene Urlaub für große Diskussionen. Heftig kritisiert wurde, dass die Eltern keine Möglichkeit hatten, sich dafür oder dagegen auszusprechen, sondern nur für die Reihenfolge, wann die Kitas in Blumenow, Bredereiche und Fürstenberg geschlossen werden.

Julia Günther meldete sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort und schlug vor, die Regelung der Vorjahre beizubehalten. Dann könne man flexibler reagieren. Auch Ilona Friedrich (CDU), die als Gast an der Sitzung teilnahm, bemängelte, dass die Schließzeiten überhaupt geändert werden müssen. Eltern und Erzieher würden gezwungen, in der „teuersten Jahreszeit“ Urlaub zu nehmen.

Sachgebietsleiterin Petra Obst erläuterte, dass die Schließzeiten für Instandhaltungsarbeiten notwendig seien. Mehrfach wurde versichert, dass ein Rechtsanspruch besteht und die Betreuung auf jeden Fall gesichert ist, gegebenenfalls in einer anderen Kita. Elternvertreter und Kita-Ausschüsse haben über den Satzungsentwurf beraten. Die Stadtverordnetenversammlung hat nun das letzte Wort.

Von Martina Burghardt