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Oberhavel Künstler enttäuscht vom Landkreis
Lokales Oberhavel Künstler enttäuscht vom Landkreis
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07:28 20.05.2014
Landschaftsmaler aus Birkenwerder: Wolfgang Büttner.
Landschaftsmaler aus Birkenwerder: Wolfgang Büttner. Quelle: Archiv
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Oranienburg

Oberhavel sei der einzige Landkreis in Brandenburg, in dem die Künstler die Organisation selbst übernehmen mussten – „unentgeltlich und ehrenamtlich“, kritisiert Wolfgang Büttner, Landschaftsmaler aus Birkenwerder. „Es ist nicht ausreichend, dass der Landkreis als einzigen Beitrag zu den „Offenen Ateliers“ die anteiligen Druckkosten für die Veranstaltungsbroschüre übernimmt und sich ansonsten für diese Veranstaltung nicht weiter engagiert.“

Noch bis 2012 hatte es in der Kulturförderung des Landkreises eine Mitarbeiterin gegeben, die die Anmeldungen für die „Offenen Ateliers“ sammelte und die weitere Organisation übernahm. Als diese Planstelle ausgelaufen sei, habe der Landkreis die Aufgabe nicht mehr übernehmen können, sagt Kreissprecher Ronny Wappler. „Wir können personell nicht alle Projekte selbst betreuen.“ Was die fehlende Internetwerbung anbelangt, spielt er den Ball an die Künstler zurück. „Man ist nicht an uns herangetreten“, sagt er. Ohne entsprechendes Infomaterial aber hätte der Kreis auch nichts veröffentlichen können. Schade, findet Wappler. „Eine vergebene Chance.“

Warum Oberhaveler Künstler keine Liste der teilnehmenden Werkstätten und Galerien an den Landkreis weiterschickten, liegt für Büttner auf der Hand: „Wir sind alle Einzelkämpfer.“ Viele Künstler seien mit dem Organisationsaufwand für die „Offenen Ateliers“ schlichtweg überfordert. Im vergangenen Jahr etwa übernahm der Hohen Neuendorfer Künstler Lothar Nowack die Koordination. „Das war eine Riesenschreibarbeit“, sagt Nowack. „Man darf sich nicht wundern, wenn die Lust der Freiwilligkeit irgendwann erschöpft ist.“

Nach Einschätzung Nowacks verdienen die meisten Künstler mit den „Offenen Ateliers“ kein Geld. Viele bewirten ihre Gäste, organisieren vielleicht sogar ein kleines Kulturprogramm. Ein wenig mehr Unterstützung durch den Landkreis wäre da wünschenswert, findet Nowack. „Es ist eine Frage, wofür man sich entscheidet.“

Natürlich müssten sich Künstler selbst vermarkten, sagt die Oranienburger Keramikerin Verena Siol. Doch auch sie würde sich ein bisschen mehr Engagement des Landkreises wünschen. „In anderen Landkreisen ist es doch auch möglich“, sagt sie. „Warum also nicht hier?“

Der Landkreis fördert kulturelle Projekte nach eigenen Angaben jährlich mit 15000 Euro. Im jährlichen Wechsel vergibt er zudem einen Kultur- und einen Kulturförderpreis. Im vergangenen Jahr beschlossen die Kreistagsabgeordneten, den Bau des künftigen Hedwig-Bollhagen-Museums in Velten mit 540000 Euro zu unterstützen.

Von Frauke Herweg

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