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Oberhavel Trockenen Fußes um den Stechlin
Lokales Oberhavel Trockenen Fußes um den Stechlin
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17:58 13.06.2014
Randolf Knittel (l.), Revierförster Marc Holtz-Baumert und Norbert Koblink (r.) auf dem neuen Steg.
Randolf Knittel (l.), Revierförster Marc Holtz-Baumert und Norbert Koblink (r.) auf dem neuen Steg. Quelle: Anke Dworek
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Steinförde

Der alte Steg war Wanderern nicht mehr zuzumuten. Aber ohne ihn wäre der Stechlinsee-Rundweg unterbrochen gewesen, denn unter dem Übergang ist alles feucht, weil der Wasserspiegel des Stechlins angehoben worden ist. Spaziergänger würden im Morast des Bruchs stecken bleiben. Eine Verlegung des Wanderweges kam nicht in Frage, weil sich dort das Totalreservat „Mönchseichen“ befindet.

Deshalb haben Beschäftigte der Landeswaldoberförsterei Steinförde zur Unterstützung des Tourismus einen neuen Steg gebaut. Was Gisbert Schley, Norbert Koblink, Randolf Knittel und Werner Gnutzmann aus Douglasien-Brettern und Eichenpfählen hingesetzt haben, gleicht schon eher einer kleinen Brücke. Sie befindet sich im Revier Schönhorn der Landeswaldoberförsterei und gleichzeitig im Revier Stechlin der Hoheitsoberförsterei Neuendorf und ist nur ein paar Meter vom Stechlinsee-Ufer entfernt.

Die Reviere im äußersten Norden Oberhavels und im Osten des Ruppiner Landes sind mit Naturschönheiten reich gesegnet. Tiefe Wälder mit großen Eichen- und Buchenbeständen wechseln sich mit den bedeutendsten Klarwasserseen der norddeutschen Tiefebene ab. Deshalb fühlen sich die Oberförstereien auch verpflichtet, die Attraktivität der Wälder für Besucher zu erhöhen. „Aber größere Projekte können wir nur noch in Zusammenarbeit mit Kommunen und Tourismusverbänden oder -vereinen stemmen“, sagt Schönhorns Revierförster Olaf Landsberg. Gemeinsam mit der Stadt Fürstenberg werden bald Bänke am Peetschsee bei Steinförde aufgestellt. Der Heimatverein Neuglobsow/Dagow ist für Stechlins Oberförster Marc Holtz-Baumert Partner beim Aufstellen von Bänken. Der Stegbau am Rundwanderweg Stechlin in Eigenregie des Landesbetriebes Forst war da eine vielleicht letztmalige Ausnahme.

Rund um den See

Der Weg, der rund um den Stechlinsee führt, ist 13,9 Kilometer lang. Das Ufer ist bewaldet, schöne alte Buchen und mächtige Kiefern säumen es. Teile des Rundweges gehören zum Europa-Wanderweg E 10.
Bei normalem Lauftempo ist der Rundweg in vier Stunden zu bewältigen.
Unterwegs passieren Wanderer das Institut für Gewässerökologie in Neuglobsow, das abgeschaltete Kernkraftwerk Rheinsberg, die Sonnenbucht, die Fischerei Böttcher in Neuglobsow.<QA0>
Überall an der Strecke gibt es schöne Plätze direkt am See, die zum Verweilen einladen.<QA0>
Theodor Fontane war von dem See so fasziniert, dass er dessen Namen als Titel für sein großes Alterswerk wählte. Über den Stechlin schrieb er: „Zwischen flachen, nur an einer einzigen Stelle steil ansteigenden Ufern liegt er da, rundum von alten Buchen eingefasst, deren Zweige, von ihrer eigenen Schwere nach unten gezogen, den See mit ihrer Spitze berühren. Hie und da wächst ein wenig Schilf und Binsen auf, aber kein Kahn zieht seine Furchen, kein Vogel singt. Alles still hier.“

Hauptaufgabe der Landeswaldoberförsterei ist die Waldbewirtschaftung. An der äußern viele Bürger immer mal wieder Kritik. Dabei gibt es so etwas wie Kahlschläge schon lange nicht mehr. „Aber die Forstwirtschaft ist unter anderem ja auch nötig, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. In Plastikmöbeln will ja schließlich keiner leben“, verteidigt Koordinator Randolf Knittel die Holzentnahme und wünscht sich mehr Verständnis für die Arbeit der Forstleute. Nicht zu unterschätzen ist auch der Aufwand, den die Oberförsterei für die Verkehrssicherungspflicht betreiben muss. Durch das Revier Schönhorn verlaufen viele Wanderwege, die von den Menschen gefahrlos benutzt werden sollen. Wer sich abseits dieser Wege in den Wald begibt, setzt sich dem eigenen Risiko aus. Gerade nach einem Gewittersturm wie am Mittwoch liegen entwurzelte Bäume und herabgefallene Äste im Wald. Auch nach einer Holzernte ist Vorsicht geboten, denn die Äste der entnommenen Bäume bleiben erst m al liegen.

Von Anke Dworek

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