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Oberhavel Landkreis meldet jetzt 114 Corona-Fälle
Lokales Oberhavel Landkreis meldet jetzt 114 Corona-Fälle
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18:25 01.04.2020
Dezernent Matthias Rink und Landrat Ludger Weskamp. Quelle: Landkreis
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Oberhavel

Im Landkreis Oberhavel sind nunmehr 114 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden. Diesen Stand vom 1.  April, 12 Uhr, wird aus der Pressestelle des Landratsamtes vermeldet. Von den Erkrankten befänden sich 84 Personen in häuslicher Quarantäne, 13 Personen müssten stationär behandelt werden. 16 Personen seien inzwischen geheilt. Nach wie vor gebe es einen Todesfall.

Darüber hinaus stünden in Oberhavel derzeit 828 Menschen temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 555 Menschen seien bereits negativ auf das Coronavirus getestet worden, bei 273 Personen stehe das Testergebnis aktuell noch aus, heißt es in der Mitteilung. Außerdem seien im Landkreis 429 Menschen häuslich abgesondert worden, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.

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Die bestätigten COVID-19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen des Landkreises: In Hennigsdorf und Hohen Neuendorf gibt es jeweils 20 Fälle, in Oranienburg 18, in Velten 13, in den Gemeinden Oberkrämer und Glienicke/Nordbahn jeweils zehn, im Mühlenbecker Land sechs, in Leegebruch fünf, in Birkenwerder vier, im Löwenberger Land und in Liebenwalde jeweils drei sowie Zehdenick und dem Amtsbereich Gransee jeweils einen Fall. In Fürstenberg/Havel sowie in Kremmen gibt es laut Pressestelle keine gemeldeten COVID-19-Fälle.

Landrat appelliert, die Regeln weiter zu befolgen

„Die Eindämmung der Kontakte hat im Landkreis Oberhavel bereits Wirkung gezeigt“, resümiert Landrat Ludger Weskamp (SPD). „Das liegt auch daran, dass sich die meisten Oberhavelerinnen und Oberhaveler sehr vorbildlich an die Regeln halten. Das fällt niemandem leicht, ist aber weiterhin wichtig, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, so Weskamp: „Die Lage ist nach wie vor ernst. Daher bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger: Halten Sie weiterhin Abstand, befolgen Sie die Regeln und bleiben Sie bitte zu Hause, selbst wenn das Frühlingswetter in den kommenden Tagen zu Ausflügen verlockt.“

Bußgeldkatalog soll „konsequent, aber mit Augenmaß“ angewendet werden

Über die Änderungen der Eindämmungsverordnung und den ab Donnerstag, 2. April, gültigen Bußgeldkatalog haben sich am Mittwoch die Vertreter der lokalen Krisenstäbe mit dem Leiter des Landkreis-Verwaltungsstabes, Matthias Rink (CDU), bei einer Telefonkonferenz ausgetauscht. Einhellig hätten die Amtschefs dabei die gute Zusammenarbeit ihrer Ordnungsamtsmitarbeiter mit der Polizei beim Durchsetzen der Eindämmungsverordnung gelobt. Der neue Bußgeldkatalog solle bei Verstößen konsequent, aber mit Augenmaß angewandt werden – vor allem mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage, wird mitgeteilt. Matthias Rink habe den Kommunen für ihre konstruktive Mitarbeit gedankt und klargestellt: „Die örtlichen Ordnungsbehörden melden Verstöße mit ihren Empfehlungen an den Landkreis Oberhavel. Wir führen dann das Bußgeldverfahren durch.“

Landkreis regt einheitliche Regelung bei Kita-Beiträgen an

Ein weiteres Thema der Telefonkonferenz war die von Landesebene angekündigte Richtlinie zur Förderung der Beitragsfreistellung in der Kindertagesbetreuung. Die Träger der Einrichtungen erhielten für die nicht erhobenen Elternbeiträge Pauschalen erstattet, die sie beim Jugendamt des Landkreises beantragen könnten. „Die Freistellung gilt ab dem 1. April und bis zum Ende des Monats, in dem die Schließung der Kindertagesbetreuung endet“, erläutert Sozialdezernent Matthias Kahl. Erfasst würden auch die Beiträge für die Tagespflege. Dabei werde die Förderung den Kindertagesstätten in freier und kommunaler Trägerschaft gleichermaßen gewährt. Der Landkreis habe die Kommunen angeregt, eine einheitliche Regelung für die Beitragsfrage zu finden.

Unterstützung für die heimische Wirtschaft

Gute Nachrichten gibt es auch für Unternehmen und Selbständige in Oberhavel mit Blick auf das Sofortprogramm des Landes und die Soforthilfe des Bundes: Für hiesige Unternehmen bietet die Wirtschafts-, Innovations- und Tourismusförderung Oberhavel GmbH (WInTO) Unterstützung an – von der Information über finanzielle Hilfen bis zur Unterstützung bei der Antragstellung. Darüber hinaus vermittele die WInTO den Kontakt zu wichtigen Anlaufstellen. Die Beratungsstelle ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr unter der Rufnummer 03302/55 92 00 sowie der E-Mail-Adresse winto@winto-gmbh.de zu erreichen. Die Hotline für Notfälle außerhalb der Geschäftszeiten lautet: 0151/65 79 06 29. Informationen gibt es außerdem online unter www.wirtschaft-oberhavel.de.

Von Helge Treichel