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Oberhavel Landkreis sieht keinen Bedarf für Oberschule
Lokales Oberhavel Landkreis sieht keinen Bedarf für Oberschule
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12:08 27.02.2018
Mandy Krenz aus Bötzow gehört zur Elterninitiative. Quelle: Robert Tiesler
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Oberkrämer

Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird es in Oberkrämer keine weiterführende Schule geben. Das teilte Constanze Gatzke, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, am Dienstag auf Nachfrage mit. Bei der Errichtung von Schulen müsse die Mindestzügigkeit für wenigstens fünf Jahre ab der Eröffnung gesichert sein. „Oberschulen müssen mindestens zweizügig sein“, so die Pressesprecherin weiter. „Richtwert ist 25 Schülerinnen und Schüler je Klasse. Auf Grundlage der aktuell vorliegenden Schülerzahlen (Schuljahr 2017/18) und Einwohnerzahlen (31.12.2016) ergibt sich in der Gemeinde Oberkrämer für die nächsten fünf Jahre kein Bedarf von 50 Schülerinnen und Schüler je Schuljahr im Bereich der Oberschule.“

Dies ist ein Dämpfer für die Eltern aus Oberkrämer, die für die Eröffnung einer weiterführenden Schule kämpfen. Aus diesem Anlass fand in den vergangenen Wochen eine Unterschriftensammlung statt. „Ohne große Werbung dafür“, sagte Mandy Krenz aus Bötzow am Dienstag. Die Listen lagen an drei Punkten in Oberkrämer aus – in Bäckerläden in Bötzow und Schwante sowie in der Apotheke in Vehlefanz. „Wir haben die Aktion auch in den Schulen angesprochen.“ Am Ende kamen 443 Unterschriften zusammen.

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Hintergrund der Sammlung ist ein geplantes Treffen im Oranienburger Landratsamt mit Matthias Kahl, dem Bildungsdezernenten von Oberhavel. Es ist für den 5. Februar geplant. Teilnehmen werden neben Mandy Krenz von der Elterninitiative auch Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys und Hauptamtsleiter Ronny Rücker. Dort soll das Thema besprochen werden.

Seit dem Sommer gibt es die Initiative. Sie ist in Bötzow ins Leben gerufen worden, inzwischen haben sich Eltern von der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule angeschlossen. Angesichts der steigenden Kinderzahlen in Oberkrämer sind sie besorgt darüber, ob die Plätze in den Schulen ab Klasse 7 ausreichen. Gerade in Bötzow gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme damit. Weil Erst- und Zweitwunsch nicht berücksichtigt worden sind, wurden den Kindern Plätze in weiter entfernten Schulen zugeschrieben, und erst nach öffentlichem Protest kam erneut Bewegung in die Thematik. Die Befürchtung ist, dass sich dieser Zustand in den nächsten Jahren wieder verschärfen könnte.

Unterstützung bekommt die Initiative vom Landtagsmitglied Gerrit Große (Linke). Aus ihrer Sicht sprechen die Zahlen von den Grundschulen in Vehlefanz und Bötzow dafür, in Oberkrämer eine weiterführende Schule zu eröffnen.

Angesichts der Einwohnerzahl, die inzwischen bei fast 11 500 liegt, würde schon dieser Umstand eine Oberschule rechtfertigen, sagte Mandy Krenz. „Und die Gemeinde wächst ja immer weiter.“ In der Kreisverwaltung sieht man das anders – allerdings mit Bezug auf die Einwohnerzahl von Ende 2016. Derzeit stehe im Vordergrund, im Raum Oranienburg neue Kapazitäten zu schaffen. Man sei zudem in engem Kontakt mit Städten, Gemeinden und dem Amt Gransee, inwiefern zusätzliche Plätze bereitgestellt werden können.

Von Robert Tiesler

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