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Oberhavel Lebensmittel für Bedürftige werden knapp
Lokales Oberhavel Lebensmittel für Bedürftige werden knapp
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17:03 04.03.2014
Rund 120 Familien besuchen pro Woche die Oranienburger Tafelstelle in der Strelitzer Straße. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg/Zehdenick

Es ist Dienstag, halb eins. Gleich öffnet die Ausgabestelle der Oranienburger Tafel. Petra* wartet mit ein paar älteren Frauen, wie immer hat sie ihre große Einkaufstüte mitgebracht.

Nach den Weihnachtsfeiertagen war die am Ende immer bis zum Rand voll mit Lebensmitteln, sagt die 50-Jährige. Brot, Obst, Gemüse, meistens auch Wurst. Alles eben, was in den Regalen der Supermärkte liegen geblieben ist. Doch das ist vorbei. "Jetzt wird die Tüte meist nur noch halb voll", sagt die arbeitslose Verkäuferin. Vor drei Jahren verlor Petra ihren Job, seitdem muss sie einmal in der Woche zur Tafelstelle. Sonst kommt sie mit 320 Euro, die ihr bleiben, nicht über die Runden. "Aber ich muss überlegen, wie lange sich die Tafel für mich noch lohnt", sagt die Birkenwerderanerin.

Viola Knerndel, Chefin der Oranienburger Tafel, hört solche Klagen ständig. "Ja, wir haben inzwischen auch Engpässe. Vor allem Obst und Gemüse sind oft knapp", räumt Knerndel ein. Es sei zwar nicht ungewöhnlich, dass die Supermärkte am Anfang des Jahres weniger Spenden abgeben. Aber Viola Knerndel sieht – wie viele Tafel-Stellen in Brandenburg – einen Trend zu weniger Spenden. Als sie 1999 mit der Tafel-Ausgabestelle begann, blieb am Ende der Lebensmittelausgabe sogar einiges übrig. "Da hatten wir mehr Lebensmittel als Kunden." Das Verhältnis hat sich umgekehrt. Die Supermärkte, sagt die Tafel-Chefin, arbeiten wirtschaftlicher. Sie würden besser kalkulieren, sodass weniger Waren übrig bleiben. "Und die Ware, die dann bleibt, wird oft stark heruntergesetzt und verkauft. Dann bleibt natürlich weniger für uns." Doch Knerndel hat Hoffnung: Es gebe Verhandlungen mit Supermarktketten, die bisher noch keine Spenden abgeben. Außerdem sei der Bundesverband der Tafeln immer auf der Suche nach weiteren großen Spendern.

Dass weniger Lebensmittel zur Verfügung stehen, ist auch eine Erfahrung der Tafelmitarbeiter in Zehdenick. "Es gibt Tage, da sind es deutlich weniger Waren, die wir verteilen können, und dann müssen wir auch ein wenig strecken", sagt Projektleiterin Karin Claus. Das heißt, dass weniger Lebensmittel in den Tüten der Kunden landen. Ein wirklicher Engpass sei bislang aber nicht zu beklagen.

Rückläufig sei das Angebot insbesondere bei Wurst- und Fleischwaren. Der Bedarf an Obst und Gemüse sowie Brot und Brötchen könne immer gedeckt werden, betont Karin Claus. "Es passiert schon mal, dass ein Kunde nichts mehr abbekommt, aber der kommt beim nächsten Mal dann gleich als Erster ran", sagt Claus. Das Rückgrat der Zehdenicker Tafel sei ihr großer Sponsorenstamm. Bis auf eine Ausnahme geben alle Supermarktketten im Norden Oberhavels Lebensmittel für Bedürftige ab. Hinzu kommen private Spender, die mitunter seit Bestehen der 2000 gegründeten Tafel zu den Unterstützern gehören. Und wenn wirklich mal etwas fehlt, dann helfen sich die Tafeln auch untereinander, sagt Karin Claus. "Wir haben gute Kontakte nach Oranienburg." Hinzu kommt in der Saison frisches Obst und Gemüse aus den Tafelgärten, die in der Region bewirtschaftet werden. Während sich die Zahl der Lebensmittelspenden insgesamt reduziert hat, blieb die Zahl der Tafelkunden im Altkreis über die Jahre recht stabil. Jeden Monat versorgen die Mitarbeiter des Projektes rund 1500 Menschen in Gransee, Zehdenick, Fürstenberg und Löwenberg mit Lebensmitteln. Zwei Fahrzeuge sind täglich im Einsatz, um die Waren einzusammeln und zu einer der vier Ausgabestellen zu transportieren.*Name geändert.

Von Marco Paetzel und Cindy Lüderitz

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