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Leegebruch 30 Prozent weniger Umsatz nach dem Jahrhundertregen
Lokales Oberhavel Leegebruch 30 Prozent weniger Umsatz nach dem Jahrhundertregen
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00:17 03.07.2018
Silke Schiemann von der „Birkenquelle“ möchte mit dem neuen Eiswagen besser sichtbar sein. Quelle: Ulrike Gawande
Leegebruch

Als kein Ende der Sperrung der Birkenallee infolge der Unterspülungen durch den Jahrhundertregen abzusehen war, überlegte Silke Schiemann, die seit 2001 dort den Kiosk & Café„Birkenquelle“ betreibt, aufzugeben. Sie war emotional und finanziell an ihre Grenzen gestoßen. 30 Prozent Umsatzeinbußen, nachdem von Juni 2017 bis Ende Januar 2018 – mit nur wenigen kurzen Unterbrechungen – die Straße für den Bus- und Autoverkehr gesperrt war.

Die Birkenallee war mit kurzen Unterbrechungen nach dem Starkregen bis Ende Januar 2018 gesperrt. Quelle: Robert Roeske

Laufkundschaft war Mangelware. Der „Cafe to go“ ein Ladenhüter. Gerettet hätten sie ihre treuen Stammkunden, verrät die 50-Jährige, die sich sogar nach anderen Räumlichkeiten für die „Birkenquelle“ umgesehen hat. Aber nichts passte.

Silke Schiemann von der „Birkenquelle“ Quelle: Ulrike Gawande

Auch jetzt macht sich die Unternehmerin Sorgen, weiß sie doch, dass die Straße in Zukunft für nötige Reparaturen wieder gesperrt werden muss. Doch erst einmal sei die Eichenallee dran, wo ein Durchlass neu gemacht wird. Besonders ihre Stammkunden sprechen ihr Mut zu. Die ersten stehen schon um 6.45 Uhr vor der Tür oder holen am Sonntag ihre Brötchen. Um auch nach außen besser sichtbar zu sein, steht vor der „Birkenquelle“ seit 1. Juni ein kleiner Eiswagen. Ein Volltreffer für die heißen Tage. „Die Leute holten ein Eis und stiegen wieder in ihren Pool“, freut sich Schiemann, die bei jedem Regen an den 29. Juni 2017 denkt.

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Teil 1: Für Daria Zupke geht es ein Jahr nach dem Regen Schritt für Schritt vorwärts

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Von Ulrike Gawande

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