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Leegebruch Die Blicke gehen nach Leegebruch: Wo drückt der Schuh?
Lokales Oberhavel Leegebruch

Die Blicke gehen nach Leegebruch: Wo drückt der Schuh?

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13:10 28.06.2020
MAZ zu Hause in Leegebruch: Die Redaktion kümmert sich um die Gemeinde. Quelle: EBV
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Leegebruch

Die Gemeinde Leegebruch arbeitet an der Zukunft. Seit den sintflutartigen Regenfällen vom Sommer 2017 ist viel passiert im Ort, am vergangenen Mittwoch nun weihte Bürgermeister Martin Rother (CDU) feierlich den neuen Durchlass an der Eichenallee ein. Er sei das Nadelöhr für den Norden der Gemeinde, wo das Wasser 2017 nicht mehr ablief und zurückfloss“. Rund 810000 Euro hat die Gemeinde aus Eigenmitteln in die Maßnahme gesteckt. Es ist ein Fanal im Kampf gegen das Hochwasser. Doch der könnte noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Denn rund 20 Durchlässe gibt es in Leegebruch, sie alle müssen saniert werden.

In den kommenden beiden Wochen wird die MAZ intensiv über den Ort und seine Menschen berichten, in der Serie „MAZ zu Hause in Leegebruch“ widmen wir uns dem Ort intensiv.

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Die evangelische Kirche wurde ab 1968 bis auf 200 Plätze erweitert, 2001 wurde sie saniert. Pfarrerin Nele Poldrack verlässt die Gemeinde aber. Quelle: Robert Roeske

Und der Ort ist in den vergangen Jahren kontinuierlich gewachsen: Ende 2019 hatte die Gemeinde Leegebruch 6927 Einwohner. Zum Vergleich: Ende des Jahres 2018 waren es noch 6888 Bürger. Damit setzt die Gemeinde ihren positiven Wachstumstrend fort, der sich in den vergangenen Jahren verstetigt hatte. Allzu stark wird Leegebruch aber in Zukunft – vor allem wegen fehlender Bauflächen – nicht mehr wachsen, laut Prognose werden bis zum Jahr 2032 gerade einmal 100 Menschen mehr ihren Hauptsitz hier haben.

„Es wird durch die Zuwanderungen der letzten Jahre und die zu erwartenden Zuwanderungen bis 2032 zu einer deutlichen Alterung der Bevölkerung kommen, da die Kinder der Alt- und Neubürger sicherlich Leegebruch (zeitweilig) verlassen werden und die älteren Haushalte nicht in entsprechende altersgerechte Wohnungen umziehen werden“, heißt es im Gemeindeentwicklungskonzept, das in der kommenden Woche auch in der Gemeindevertreterversammlung diskutiert wird.

Ein Meilenstein zwischen Germendorf und Leegebruch weist an der Fahrbahn auf den Ort hin. Quelle: Robert Roeske

Mehr Wachstum ist in der Verwaltung auch gar nicht gewollt. Das, was jetzt in Leegebruch grün sei, solle auch Grün bleiben, erklärte Bürgermeister Martin Rother. Und genau das schätzen die Menschen auch an Leegebruch: Mehr als die Hälfte der seit 2010 Zugezogenen mögen die grüne, ruhige dörfliche Lage – die Umfrage ist auch Teil des Gemeindeentwicklungskonzepts.

Ende 2019 hatte die Gemeinde Leegebruch 6927 Einwohner. Quelle: Robert Roeske

Noch rund 41 Prozent schätzen die guten Einkaufsmöglichkeiten, etwa ein Viertel die ÖPNV-Anbindung. Noch knapp 15 Prozent finden, dass es eine gute Anbindung für Autos samt der Erreichbarkeit von Berlin gibt. Es gibt aber auch Punkte, die die Neu-Leegebrucher bemängeln: Etwa 12 Prozent beklagen eine hohe Lärmbelastung, vor allem durch den Verkehr. Gut jeder zehnte der Befragten bemängelt dagegen Straßenschäden sowie fehlende Rad- und Gehwege im Gebiet der Gemeinde, Mängel in der Schul- und Kitaessenversorgung, die fehlende Bus- und Bahnanbindung, den Winterdienst und die Arbeit der Stadtverwaltung.

Von Marco Paetzel