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Leegebruch Gräben-Check in Leegebruch
Lokales Oberhavel Leegebruch Gräben-Check in Leegebruch
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18:54 15.04.2019
Der amtierende Bürgermeister Martin Rother (li.) checkt mit Vertretern vom Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“ sowie Anwohnern die Gräben in Leegebruch. Quelle: Jeannette Hix
Leegebruch

Weil Leegebruch von Gräben durchzogen ist und nicht noch einmal so ein verheerendes Hochwasser die Gemeinde überfluten soll, checkt der amtierende Bürgermeister Martin Rother regelmäßig gemeinsam mit Vertretern vom Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“ die Gräben samt 15 Durchlässe in der Gemeinde. Bei der gestrigen Begehung wurde festgelegt, wo und wann die Uferhänge abgemäht werden sollen.

Auch wurde entschieden, an welchen Stellen eine sogenannte Segmententnahme stattfinden soll, um die Originaltiefe des Grabens wieder herzustellen. „Es wird bis zu zweimal im Jahr an den Uferhängen gemäht“, sagt Bernhard Meinke, Verbandsingenieur vom Wasser- und Bodenverband, der auch für die Arbeit zuständig ist. „Der Uferbewuchs erzeugt einen Widerstand und bremst den Wasserfluss. Darum ist das Mähen so wichtig.“

Die Wartung der Durchlässe gestaltet sich oft schwierig

Am 3. Kontrollpunkt am Ortsausgang greift der amtierende Bürgermeister Rother sogar zur Harke und zieht auch noch die Gummistiefel an. Denn während er am Ein- und Ausgang des Durchlasses gerne eine Segmententnahme hätte, will der Wasser- und Bodenverband nur die Ufer mähen. Denn an dieser Stelle sieht es aus, als würde das Wasser noch gut abfließen.

Martin Rother zeigt auf dieser Brücke eine Vertiefung, die sich bis zum Durchlass durchgedrückt hat und den Wasserfluss behindert – eine schwere Maschine hat den Schaden wohl verursacht. Quelle: Jeannette Hix

Doch der Schein trügt, wie ein Eintauchen der Harke zeigt. Ins Protokoll kommt somit, dass auch an diesem Durchlass Schlamm und Modder ausgehoben wird. „Warum kann man denn nicht generell vor und hinter den Durchlässen je eine ein Meter breite und eine 50 Zentimeter tiefe Ausschachtung vornehmen. Da könnten sich Rückstände sammeln, die das Wasser mitführt“, schlägt der Leegebrucher Walter Zunke (73) vor, der interessehalber an der öffentlichen Begehung teilnahm. Das sei bei fließenden Gewässern wie diesen nicht vorgesehen, ist dann vom Wasser- und Bodenverband zu erfahren.

Viele Durchlässe und Gräben befinden sich auf Privat-Eigentum

„Alle 15 Durchlässe müssten saniert beziehungsweise erweitert werden“, sagt Martin Rother. „Das ist auch alles im Generalentwässerungsplan aufgelistet, mit dem bereits ein Wasserbau-Ingenieurbüro beauftragt ist“, so Rother. Aber es daure Jahre, bis die Pläne auch finanziell umgesetzt werden können. „Der Durchlass-Neubau an der Eichenallee ist nur der Anfang“, sagt Rother.

Auf Drängen von Martin Rother lässt Bernhard Meinke nun auch an diesen Durchlass reinigen. Quelle: Jeannette Hix

Erst bei der letzten Sondersitzung der Gemeinde war beschlossen worden, zu den bereits bewilligten Mitteln in Höhe von 500 000 Euro noch weitere 350 000 Euro in den Haushaltsplan aufzunehmen (MAZ berichtete). Die derzeit starke Nachfrage an Bauleistungen habe die Kosten so explodieren lassen.

Laut Plan sollen alle 15 Durchlässe erneuert werden

Generell sei die Wartung der Gräben samt Durchlässe schwierig, da sich viele auf Privatgelände befänden. Gern würde die Gemeinde darum auch die umliegenden Flächen kaufen. Auch fühle sich die Gemeinde alleingelassen, da aus Oranienburg und Velten auch Fließgewässer in die Muhre münden. „Unser Hauptgraben ist schon voll, wenn von dort das Wasser kommt. Hier muss eine Lösung her“, sagt Rother.

Höhe des Muhrgrabens wird über einen toten Baum an der Uferschräge diskutiert. Während sich Martin Rother die Abholzung wünscht, verweist der Wasser- und Bodenverband darauf, dass er dafür nicht zuständig sei. „Erst wenn der Baum im Wasser liegt, dürfen wir ihn räumen“, sagt Bernhard Meinke. Die Gemeinde ist auch nicht zuständig. Sie scheut sich darüber hinaus auch vor der Abholzung, nachdem erst Anfang des Jahres ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung (57) von einem Baum erschlagen wurde, als er ihn beseitigen wollte.

Von Jeannette Hix

Im Rahmen einer Sondersitzung am Donnerstag hat die Gemeinde Leegebruch beschlossen, weitere Gelder für den Neubau des Durchlasses an der Eichenallee bereitzustellen. Schon Mitte, Ende Mai 2019 sollen die Arbeiten beginnen.

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