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Leegebruch Hundehaufen in Leegebruch sorgen für Ärger
Lokales Oberhavel Leegebruch Hundehaufen in Leegebruch sorgen für Ärger
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17:38 26.04.2019
Neun solcher Müllbehälter befüllte Frank Zachrau in Leegebruch mit Müllbeuteln. Quelle: Nadine Bieneck
Leegebruch

Es wundere ihn schon ein wenig, dass das Thema Hundekotbeutel in Leegebruch derzeit so große Wellen schlägt, sagt Frank Zachrau. Der 42-Jährige hatte vor einigen Tagen in Eigeninitiative ein Experiment gestartet. „Vorwürfe, die Gemeinde würde sich an der Hundesteuer bereichern, haben mich gewurmt“, erklärt der Familienvater, der für die CDU in der Gemeindevertretung sitzt. So sehr, dass er schließlich zur Tat schritt.

Laut Rechnerei müssten Müllbeutel für drei Monate reichen

Der selbstständige Softwareentwickler bestellte einen 2000er-Pack Hundekotbeutel bei einem Online-Versandhandel, „in Eigeninitiative und auf eigene Kosten. Ich wollte austesten, ob an den Vorwürfen womöglich doch etwas dran ist.“ Neun Behälter, in denen Hundekot entsorgt werden kann und die über ein Müllbeutel-Fach verfügen, betreibt die Gemeinde derzeit; einen weiteren Behälter ohne extra Fach gibt es. Mit Müllbeuteln ausgestattet werden die Behälter durch die Gemeinde nicht. „Schon die Mülleimer sind eine freiwillige Leistung, zu der die Gemeinde nicht verpflichtet ist“, weiß Frank Zachrau. 864 offiziell angemeldete Hunde gebe es in der Gemeinde, die jährlich rund 30 000 Euro durch die Hundesteuer einnimmt. „Diese Steuer ist nicht zweckgebunden, daher ergibt sich aus der Zahlung auch kein Anspruch auf eine Gegenleistung“, erklärt Frank Zachrau die Sicht der Verwaltung. Wohin die 30 000 Euro am Ende fließen, wird auch gar nicht extra aufgeschlüsselt. Sie werden im Gesamthaushalt der Gemeinde erfasst. Aus dem werden beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofes finanziert, die regelmäßig im Ort unterwegs sind, auch um die Hundekotbehälter zu leeren oder Spielplätze zu reinigen, auf denen Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner immer wieder liegen lassen. “Auf der Familienfreizeitanlage kommt das regelmäßig vor, sehr zum Ärger der Eltern und Kinder“, weiß Frank Zachrau. Die neun installierten Behälter füllte der 42-Jährige am Sonntagmorgen vor zwei Wochen mit jeweils 100 Hundekotbeuteln auf. Zwei Stunden war er unterwegs, 30 Kilometer Fahrstrecke legte er zurück, um alle Behälter aufzusuchen. „Laut Satzung der Gemeinde muss jeder Hundeführer stets ein Behältnis zur Kotaufnahme seines Hundes mitführen. Rein theoretisch bräuchte also gar niemand einen Beutel aus den aufgestellten Behältern. Diese sind tatsächlich nur für Notfälle gedacht“, sagt er. „Rechnet man mit einem Notfall pro Tag und Behälter, müssten die Beutel, mit denen ich die Mülleimer am 14. April ausgestattet habe, also bis Mitte Juli reichen.“ Sein Vorschlag: „Sollten die Beutel tatsächlich drei Monate reichen und sich die vom Bauhof in der Gemeinde aufgesammelten Hundehaufen deutlich reduzieren, setze ich mich für die Müllbeutel als freiwillige Leistung der Gemeinde ein“.

„Einige wenige rücken alle in ein schlechtes Licht“

Bereits einen Tag nach seiner Tour durch die Gemeinde war dieser Plan nur noch Makulatur: „200 der 900 verteilten Müllbeutel waren aus den Behältern verschwunden. Es wurden nicht einzelne Beutel verwendet, sondern ganze Stapel komplett aus den Behältern entnommen“, bilanziert er entgeistert. In der Konsequenz heiße das für ihn: „Die Idee, die Mülleimer dauerhaft von der Gemeinde mit Beuteln ausstatten zu lassen, ist damit gestorben.“ Schließlich seien deren finanzielle Mittel nicht dafür gedacht, Hundebesitzern deren eigene Pflichten abzunehmen. „99 Prozent verhalten sich vorbildlich, davon bin ich überzeugt“, sagt er. „Es ist ärgerlich, dass einige wenige alle in ein schlechtes Licht rücken“. Bonmot am Rande: Einen Hund besitzt Frank Zachrau selbst übrigens nicht.

Von Nadine Bieneck

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