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Leegebruch Ärger mit der Telekom: ein halbes Jahr ohne Internet
Lokales Oberhavel Leegebruch Ärger mit der Telekom: ein halbes Jahr ohne Internet
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20:22 13.01.2020
Marianne Nitz und Sohn Johannes liegen seit Monaten mit der Telekom im Clinch. Etliche Schreiben haben sie in der Zeit bekommen. Quelle: Marco Paetzel
Leegebruch

Wenn Marianne Nitz an die vergangenen Monate denkt, dann kann sie nur mit dem Kopf schütteln. Mehr als 50-Mal haben die Leegebrucherin und ihr Sohn Johannes mit der „Bauherren-Hotline“ der Telekom telefoniert. Am Ende, sagt Marianne Nitz, hätten sie sich regelrecht verarscht gefühlt. „Wenn ich so arbeiten würde wie die Telekom, hätte ich schon längst keinen Job mehr.“

Ihre Geschichte beginnt im Januar 2019, als Marianne Nitz bei der Telekom einen Anschluss für Internet, Festnetz und Fernsehen beantragt. Da sind die Bauarbeiten für das Haus, das die Familie in der Leegebrucher Dorfaue 9 hochziehen lässt, schon in vollem Gange. Im September 2019 zieht dann ihr Sohn Johannes mit seiner Freundin Nathalie zur Miete in das neue, rund 160 Quadratmeter große Haus ein. Doch der gewünschte Telekom-Anschluss ist immer noch nicht da. Bis heute.

Kein Homeoffice, kein Streaming

Johannes Nitz, der in Berlin im öffentlichen Dienst arbeitet, kann ohne Internet nicht im Homeoffice arbeiten, auch seine Streamingdienste für alle möglichen Sportarten wie Fußball, Darts oder Football sind für den Sportfan und Keeper der 2. Männermannschaft der SG Blau-Weiß Leegebruch tabu. Und für Online-Banking muss er zu seiner Mutter fahren. „Das nervt einfach“, sagt der 26-Jährige. Immer wieder hätten er und seine Mutter Marianne bei der Telekom angerufen und nachgefragt, was mit dem Anschluss sei. Die Antwort sei stets gewesen, dass man das Anliegen in der Akte notiere und die Sache auf Wiedervorlage lege. Vereinbarte Rückrufe seien nicht eingehalten worden.

Im Dezember habe ein Mitarbeiter Johannes Nitz dann erklärt, die Telekom habe die Genehmigung der Gemeinde noch nicht, die Straße für die Anschlussarbeiten zu öffnen – die beauftragte Firma Edis Bau Bötzow brauche diese aber. Nitz fragte in Bötzow nach. „Der Mitarbeiter meinte, die Genehmigung hätten sie. Sie würden aber auf einen Techniker der Telekom warten, der die genaue Stelle für den Anschluss lokalisieren sollte, damit nicht die ganze Straße aufgerissen werden muss.“

Die Telekom entschuldigt sich

Eine Anfrage der MAZ bei der Telekom, warum der Anschluss immer noch nicht gelegt sei, brachte offenbar die Wende. Am vergangenen Dienstag fragte die MAZ an – am Mittwoch rief prompt ein Kundenbetreuer der Telekom bei Johannes Nitz an und erklärte, die Arbeiten würden umgesetzt. „Die notwendigen Arbeiten sollen nun am 20. Januar beginnen. Der Anschluss soll spätestens Ende des Monats funktionsfähig sein“, erklärt Telekom-Sprecher Dirk Becker der MAZ.

Es seien bei der Realisierung der Hauszuführung einige Probleme aufgetreten, die im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen seien. Unter anderem habe nach einer ersten Ortsbesichtigung im Oktober durch die ausführende Firma die Kabelführung neu geplant werden müssen. „Um das neue Kabel zu verlegen, mussten Genehmigungen bei der Stadt eingeholt werden. Zudem muss eine gepflasterte Einfahrt geöffnet werden.“ Trotz dieser Schwierigkeiten, räumt der Sprecher ein, hätte die Realisierung schneller erfolgen müssen. „Dafür entschuldigen wir uns ausdrücklich.“ Familie Nitz hofft nun, dass die Arbeiten endlich losgehen. 150 Euro Mietminderung hat Marianne Nitz ihrem Sohn wegen des fehlenden Anschlusses monatlich gewährt – dieses Geld will sie nun von der Telekom erstattet bekommen.

Von Marco Paetzel

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