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Leegebruch Wenn Kita und Feuerwehr zu laut sind
Lokales Oberhavel Leegebruch Wenn Kita und Feuerwehr zu laut sind
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20:31 20.09.2019
Marion Meirer beklagt zu viel Lärm in ihrem Garten. Ein Schallschutzfenster soll helfen. Quelle: Enrico Kugler
Leegebruch

Gut 1400 Euro hat das neue Dachfenster zur Straße hin gekostet. „Dann kann ich die anderen Fenster zumachen, die Jalousien runterziehen und mache nach vorn auf“, sagt Marion Meirer (66). Die anderen Fenster will sie eher nicht öffnen.

Sie und ihr Mann Michael (62) leben in einem Haus in der Geschwister-Scholl-Straße in Leegebruch. Dort leiden sie unter dem Lärm, der von der nahegelegenen Kita „Wirbelwind“ herüberkommt. Aber nicht nur von dort komme er, sondern auch vom Spielplatz der Kita, der direkt hinter dem Haus der Meirers liegt.

Marion Meirer: „Bin keine Kinderhasserin“

Nur ein Gartenzaun trennt die Grundstücke. Nach dem Frühstück gegen 9.30 Uhr gehe es los. „Und dann geht es bis zum späten Nachmittag weiter.“ Es gehe Marion Meirer nicht um Kinderlachen oder Spielgeräusche – die Kleinen würden aber mitunter kreischen. „Das kommt alles zu uns rüber. Man hat nirgends auf dem Grundstück Ruhe!“ Meirer habe über 40 Jahre lang gearbeitet und wolle ihre Rente genießen. „Aber das Leben als Rentner ist hier nicht lebenswert.“

Sie stellt klar, dass sie keine Kinderhasserin sei. Das Paar habe selbst vier Enkel, auch zum Nachbarmädchen habe sie ein tolles Verhältnis. „Ich habe keinen Hass gegen Kinder. Aber ich will auf meinem Grundstück auch mal meine Ruhe haben.“

Ein neues Fenster soll für Abhilfe sorgen. Quelle: Enrico Kugler

Auch die Feuerwehr – die Wache liegt schräg gegenüber – nervt die Meirers. „Neulich Nacht um 12 Uhr habe ich wie eine V2-Rakete im Bett gesessen, weil sie laut singend jemandem zum Geburtstag gratuliert haben.“ Es sei auch kein Einzelfall, dass bei nächtlichen Einsätzen schon in der Fahrzeughalle die Sirene erklinge. „Und im Dunkeln wurden bereits Scheinwerfer so aufgestellt, dass sie unser Schlafzimmer beleuchten.“ Zudem sei das Geräusch der Drehleiter, die mehrmals in der Woche betätigt wird, nervend.

Zoff um die alte Eiche

Auch eine riesige Eiche hinter ihrem Haus nervt Marion Meirer massiv. Die Äste hängen über das Dach. Eicheln und Totholz würden herunterprasseln. Die Eiche sei von der Gemeinde zwar schon beschnitten worden, aber ausgerechnet nicht die Äste, die über dem Dach wachsen, so Marion Meirer.

Die alte Eiche sorgt ebenfalls für Zoff. Quelle: Enrico Kugler

Die Gemeinde Leegebruch war und sei mehrfach im Dialog mit Frau Meirer gewesen, erklärt Bürgermeister Martin Rother. „Es ist festzustellen, dass es zu den von ihr aufgeführten Themenbereichen unterschiedliche Standpunkte nach wie vor gibt.“ Die Kindereinrichtung bestehe an dieser Stellen seit Jahrzehnten. Es gebe höchstrichterliche Rechtsprechung, dass Kinder keinen Lärm nach einschlägigen Rechtsnormen verursachten. „Für uns sind es spielende Kinder, die ihrem Bewegungsdrang unter Aufsicht unseres Fachpersonals nachgehen.“

Die Betreuungseinrichtung schließe täglich um 17 Uhr, so dass die von Marion Meirer bemängelte „Lärmbelästigung“ nie über den Nachmittag hinaus auftreten könne. „Zudem werden in der Kita ,Wirbelwind’ seit 2017 ausschließlich Kinder bis sechs Jahre betreut, die eine Mittagsruhe einlegen. So ist auch in der Mittagszeit der ,Lärmpegel’ deutlich verringert.“

Gleich neben dem Grundstück der Meirers liegen Kita-Spielplatz (l.) und die Feuerwehr (r.) Quelle: Enrico Kugler

Was die Feuerwehr angehe, so sei Rother über jede Kameradin und jeden Kameraden der freiwilligen Feuerwehr erfreut, die oder der sich in der Freizeit und unentgeltlich Wissen und Können aneigne, um in einem Notfall anderen Menschen zu helfen. „Dafür ist ein regelmäßiger Ausbildungsdienst notwendig, der bei uns jeden Donnerstag stattfindet.“

Nur durch regelmäßiges und stetiges Üben im Umgang und Anwenden der technischen Hilfsmittel sei gewährleistet, dass im Notfall der betroffenen Person tatsächlich geholfen werden kann. Kein Feuerwehrkamerad benutze die technische Ausrüstung, wie etwa die Drehleiter, aus Spaß oder um einen Anwohner zu ärgern.

Eine Einigung scheint nicht in Sicht zu sein

Eichen indes seien in Leegebruch ortsbildprägende Bäume, die somit über die gemeindliche Baumschutzsatzung hinaus unter besonderem Schutz stünden. „Die Bäume werden regelmäßig durch Mitarbeiter der Gemeinde kontrolliert.“ Für besonders große Bäume oder für Bäume an neuralgischen Standorten werde regelmäßig externer Sachverstand hinzugezogen, um mögliche Gefährdungen ausschließen zu können. „Dies ist auch für den hier in Rede stehenden Baum geschehen“, so Rother.

Eine Einigung zwischen der Gemeinde und der Familie Meirer scheint also vorerst nicht in Sicht.

Von Marco Paetzel

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