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Leegebruch Ein altes Stück Ortsgeschichte entdeckt
Lokales Oberhavel Leegebruch Ein altes Stück Ortsgeschichte entdeckt
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00:26 08.06.2019
Ulrike Unger und Martin Rother am Plan. Quelle: Robert Roeske
Leegebruch

Klein und unscheinbar lag er im Aktenschrank, zusammengefaltet ganz unten am Boden. Fast 90 Jahre lang überdauerte das leicht vergilbte Papier dort. Bis Leegebruchs Bauamtsleiter Norman Kabuß vor etwa einem Jahr beim Umzug des Rathauses im vergangenen Jahr in den Neubau in der Birkenallee auf den alten Siedlungsplan stieß, der aus dem Jahre 1930 stammt. Am Sonnabend wurde er feierlich im neuen Rathaus präsentiert, vor allem Gemeindevertreter und Mitarbeiter der Verwaltung waren gekommen.

Ulrike Unger vom Leegebrucher Geschichtsverein nahm sich der Rarität an, die nun als Faksimile im Wartebereich der Verwaltung hängt. „Es ist ein Plan, der nie verwirklicht wurde und in einer Schublade vergessen wurde“, so Ulrike Unger. Der Plan sei ein Glücksfall für die Ortsgeschichte. „Denn gerade die Zeit von der Gemeindewerdung bis zur Heinkelwerkssiedlung ist noch lückenhaft“, so Unger. Am 1. Dezember 1928 sei Leegebruch selbstständige Landgemeinde geworden. „Da war klar, dass der Ort verändert werden musste, denn die Ernten auf den Feldern waren schlecht. Außerdem war der Grundwasserspiegel viel zu hoch“, so Unger.

Statt Landwirtschaft lieber Gartenparzellen

Die Landwirte nahmen die Entwässerung der Felder vor, es sei aber nicht besser geworden. Also wurden die Grundstücke in Parzellen aufgeteilt. Innerhalb von acht Tagen seien 110 Parzellen verkauft worden, Leegebruch wurde damals “Gartenstadt“ genannt – lächerliche 50 Pfennig kostete der Quadratmeter Land. Bis zum Herbst 1930 waren bereits 250 Parzellen verkauft – vor allem Berliner Ausflügler ließen sich hier nieder.

Der Plan zeigt, wie die Gemeinde anno September 1930 aussah. Doch die Pläne der Karte wurden nie umgesetzt, drei Jahre später kamen die Nazis an die Macht. Zu sehen sind viele durch Straßen erschlossene Parzellen, aber auch der Ortskern. Zu erkennen sind unter anderem der Bärenklauer Weg, die Birkenallee und die Eichenallee. Eingeplant ist auch damals schon ein Entwässerungssystem. „Den Hauptgraben gab es damals schon“, so Bauamtsleiter Norman Kabuß. Die Straßen und Gehwege auf dem Plan seien viel breiter geplant gewesen, als sie umgesetzt wurden. „Wir hätten viel luxuriösere Straßen heute.“ Doch dann wäre nicht so viel Wohnraum rauszuholen gewesen, so Kabuß.

Von Marco Paetzel

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