Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Leegebruch Grausamer Fund: Hase Leo liegt ohne Kopf im Garten
Lokales Oberhavel Leegebruch Grausamer Fund: Hase Leo liegt ohne Kopf im Garten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 03.12.2019
Holger Winkler vor dem leeren Stall seines Zwerghasen. Leo hatte immer für getrimmten Rasen gesorgt. Quelle: Enrico Kugler
Leegebruch

Holger Winkler steht neben seiner Hecke und schüttelt mit dem Kopf. Auch heute ist der 50-Jährige noch fassungslos: Am vorletzten Donnerstag fand er hier seinen verstümmelten Hasen Leo. Gemeinsam mit seiner Frau Alice hatte Holger Winkler den Garten zuvor nach dem Tier abgesucht – denn der Drahtzaun, der den Hasen von der Grundstückseinfahrt fernhielt, war von Unbekannten umgekippt worden.

Nach ein paar Minuten fanden die beiden das weiße Zwergkaninchen dann unter der Hecke, nur das Hinterteil ragte heraus. „Ich habe Leo noch angetippt und er war noch warm.“ Holger Winkler nahm den Hasen hoch, der Kopf war abgetrennt. Ein sauberer Schnitt. „Kein Blut, keine Kampfspuren, kein ausgerissenes Fell – das kann kein Tier gewesen sein.“

Der Zwerghase hatte immer freien Auslauf

Sechs Jahre lang war der Zwerghase, der seiner Tochter Leonie gehörte, zuvor durch den Garten der Winklers gehoppelt – er hatte immer freien Auslauf. „Die weiße Murmel ist da immer rumgehopst und hat hier Leben reingebracht“, sagt Holger Winkler. Und der Hase hatte auch einen praktischen Nutzen: Er trimmte stets den Rasen und fraß im Herbst das Laub weg. „Da brauchte man sich um wenig kümmern“, sagt der Selbstständige.

Der Hase hüpfte frei im Garten herum. Das wurde ihm zum Verhängnis. Quelle: privat

Dass etwas nicht stimmte, merkte Holger Winkler schon drei Tage vor dem grausamen Fund. Offenbar war da schon mal jemand im Garten der Familie gewesen: Der Zaun aus massivem Draht war umgeschmissen. „Da wird jemand im Dunkeln über den Zaun gestolpert und sofort wieder abgehauen sein.“ Offenbar kamen der oder die Täter dann wieder. Nun ruht der Hase im Beet neben seinem Bruder Lumpi, der schon im Jahr zuvor einfach umgekippt war. „Mit so einem Tod kann man ja leben, aber wenn der Kopf fehlt, dann ist das schon gruselig. Das ist eine heftige Nummer“, sagt Holger Winkler.

Einen solchen Fall hat Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord, noch nicht erlebt. „Es werden immer mal wieder Weidetiere geschändet, und das wird auch zur Anzeige gebracht, weil sie einfach einen hohen Wert haben“, erklärt Dörte Röhrs. Auch, dass Hunde oder Katzen verschwinden, sei schon vorgekommen. Auch wenn es „nur“ ein Hase war, rät die Polizeisprecherin Familie Winkler dennoch zur Anzeige. Immerhin handele es sich dabei um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, also eine Straftat. „Gerade, wenn es jemanden in der Region gibt, der Tieren zu Leibe rückt, sollte die Polizei davon wissen.“

Tochter Leonie kommt über den Verlust hinweg

Holger Winkler hat den Fall bislang noch nicht angezeigt, er glaubt nicht, dass der Fall aufgeklärt werden kann. „Das gibt eine Anzeige gegen Unbekannt und wird irgendwann eingestellt.“ Es gebe ja auch keine Hinweise: Winklers Nachbarn, deren Grundstücke direkt angrenzen, hätten an besagtem Abend nichts gesehen.

Lesen Sie auch: Abgemagert und am Ende seiner Kräfte: „Harley“ verhungert und verdurstet

Seine Tochter Leonie, der der Hase gehört hatte, nahm die Nachricht gefasst auf. „Sie ist halt 16. Zum Schluss war es praktisch mein Hase“, sagt Holger Winkler dazu. Ob sich die Familie noch mal Mümmelmänner zulegt, ist nicht sicher. Dass sich Winklers für ihr Grundstück eine Kamera zulegen werden, dagegen schon.

Von Marco Paetzel

Bereits zum wiederholten Mal hat der Leegebrucher Ulf S. bei seinen Trainingstouren durch die heimischen Wälder Unrat entdeckt – diesmal unweit von Summt. Wellasbest und Müllsäcke wurden dort abgeladen.

03.12.2019

Schock für die Bewohner eines Leegebrucher Einfamilienhauses am Montagabend: Sie überraschten zwei Einbrecher in ihrem Haus. Diese flüchteten vom Tatort, was am Ende auch den Polizeihubschrauber beschäftigte.

03.12.2019

Bereits am 6. Juni diesen Jahres wurde eine Leegebrucher Seniorin Opfer des Enkeltricks. Sie übergab dem abgebildeten Mann mehrere Tausend Euro in bar. Nun sucht die Polizei mit einem Phantombild nach dem Mann.

02.12.2019