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Leegebruch Martin Rother: Bürgermeister-Kandidatur ist möglich
Lokales Oberhavel Leegebruch Martin Rother: Bürgermeister-Kandidatur ist möglich
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18:38 02.11.2018
Martin Rother (l.) bei der Erstürmung des Leegebrucher Rathauses. Ob er hier bald als Chef einziehen will, darüber denkt Rother noch nach. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
Leegebruch

Martin Rother ist seit Januar 2016 amtierender Bürgermeister von Leegebruch und vertritt Verwaltungschef Peter Müller, der dauerhaft krankgeschrieben ist. In der Gemeinde ist der 46-jährige seit 2007 eigentlich als Kämmerer für die Finanzen zuständig.

MAZ: Herr Rother, Thema Nummer eins in Leegebruch ist weiterhin das Hochwasser. Wie ist der Stand an Gräben und Durchlässen?

Martin Rother: Die Gräben sind innerorts und außerorts in so gutem Zustand wie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr. Sie wurden durch Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbands beräumt und gepflegt, so dass sie große Wassermassen aufnehmen können. Die Arbeit an den Gräben ist aber nie beendet, deshalb haben wir zwei zusätzliche Stellen beim Bauhof geschaffen, damit wir die Gräben ständig kontrollieren und bei Bedarf saubermachen können. Im nächsten Jahr wollen wir außerdem den Durchlass an der Eichenallee ausbauen, das kostet rund 550 000 Euro. Dann kann er das Wasser aus der dortigen Gemarkungslage aufnehmen, damit wir keine Überschwemmung mehr produzieren.

Wie sieht es mit dem geplanten Ankauf von Polderflächen aus der Landwirtschaft aus?

Wir brauchen die Polder und die Grundstücke, die unmittelbar an den Gräben liegen, damit eine Situation wie 2017 nicht mehr vorkommt und wir jederzeit an den Gräben arbeiten können. Es gibt aber eine Privatperson, die die Flächen von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) kaufen will und wir grätschen quasi von der Seite rein und pochen auf unser Vorkaufsrecht. Wir wollen, dass der Kaufvertrag mit dem Privatmann nicht zustande kommt. Der Ausgang ist noch offen.

Kommen wir mal zu etwas Positivem. Leegebruch folgt dem Trend im Süden Oberhavels und wächst. Wie lange noch?

Ja, wir sind in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und sind jetzt fast 6900 Einwohner. Nicht nur durch die Maßnahme in Fritzens Hut, sondern auch jene auf der Fohlenweide und im Remontehof. Wenn aber Fritzens Hut erschlossen ist, erreichen wir unsere natürliche Grenze, die bei etwa 7000 Einwohnern liegt. Dann wollen wir konsolidieren. Man muss sehen, wir haben schon massiv nach innen verdichtet, mehr sollte es nicht sein. Es gibt maximal noch Flächen in der Gartensiedlung für etwa 40 bis 50 Bauplätze. Aber das, was jetzt in der Gemeinde noch grün ist, soll auch grün bleiben. Denn auch diese Flächen, das zeigt die Erfahrung aus dem letzten Jahr, brauchen wir für die Versickerung von Wasser. Und wenn wir unsere Kita Rasselbande endlich wieder in Betrieb haben, dann gibt es auch genug Kapazitäten für die Kinder. Durch den Hortneubau haben wir auch im Schulbereich genug Platz.

Der HBGV und sein Mitglied Manfred Gürnt forderten zuletzt in der MAZ einen Seniorenbeauftragten für Leegebruch. Warum klappt das nicht?

Das haben die Mitglieder der Gemeindevertretung auf die Tagesordnung gerufen, nicht die Verwaltung. Und dann bleibt auch die Aufgabe bei denen, die meinen, das muss gemacht werden. Wichtiger ist für mich momentan, dass ich endlich die Kita Rasselbande nach mehr als 12 Monaten zum Laufen kriege und die Gräben in Ordnung halte. Ich glaube, in Leegebruch hat jeder – ob jung oder alt – die Möglichkeit, überall Ansprechpartner zu finden, ob in der Verwaltung oder der Gemeindevertreterversammlung. Die Wege sind bei uns ja nicht allzu weit, man sieht sich regelmäßig.

Ihr Chef, Bürgermeister Peter Müller, hat seine Versetzung in den Ruhestand beantragt. Wie geht es weiter?

Der Antrag ist gestellt, es gibt dazu ein ordentliches verwaltungsrechtliches Verfahren, das derzeit noch läuft. Wenn es dann ein Ergebnis gibt, müssen die Gemeindevertreter entscheiden, ob Herr Müllers Antrag angenommen wird und er in den einstweiligen Ruhestand versetzt wird. Dann könnte ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Wielange das aber noch dauert, kann ich nicht sagen. Mit Prognosen habe ich da schon zu oft danebengelegen. Das kann schnell gehen, das kann aber genauso noch ein halbes Jahr dauern.

Sie sind beliebt bei vielen Leegebruchern, haben aber in den vergangenen Jahren oft gesagt, dass Sie nicht dauerhaft Bürgermeister sein wollen. Gilt das auch weiterhin?

Viele sprechen mich darauf an. Wenn der Zeitpunkt da ist, werde ich das in der Familie entscheiden. Es gibt Tage, wo ich mir durchaus vorstellen könnte, Bürgermeister zu bleiben. Aber wenn man den Eltern sagen muss, dass unsere Kita doch später wiedereröffnet, ist das nicht so besonders angenehm. Natürlich hat aber diese Situation im vergangenen Jahr vieles in ein neues Licht gerückt. Ich musste mein Verwaltungslatein an die Seite legen und bin gelassener geworden. Meine Entscheidung ist da noch offen.

Von Marco Paetzel

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