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Leegebruch Traumberuf: Hundeführerin bei der Polizei
Lokales Oberhavel Leegebruch Traumberuf: Hundeführerin bei der Polizei
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13:56 04.08.2018
Auch acht Malinois können die talentierte Hundetrainerin Vivienne nicht aus der Ruhe bringen. Quelle: Veronique Bauer
Leegebruch

Sehnsüchtig sieht Vivienne Bauer aus Leegebruch dem September entgegen. Denn dann wird die 13-Jährige nicht nur bei der Landesmeisterschaft starten, sondern auch ihren ersten eigenen Welpen in den Arm nehmen können. Vivienne ist eine von bundesweit nur wenigen Jugendlichen, die im Bereich des IPO-Sports, das ist eine Gebrauchshundesportart, zu der die Bereiche Fährtensuche, Unterordnung und Schutzdienst gehören, bei Wettkämpfen an den Start geht.

Einer dieser Malinois-Welpen wird bald Vivienne gehören. Quelle: privat

Als große Hoffnung sieht man sie daher beim Gebrauchshundeverein Berlin-Spandau/Güterfelde, für den sie an den Start geht. Bisher mit der Malinois-Hündin Qlympia (Pia) Owen von der Steinteichmühle, einer belgischen Schäferhündin. Doch das Tier gehört der befreundeten und bekannten Hundesportlerin Zula Kogan, die mit Pia bereits bei Weltmeisterschaften gestartet war. Als Kogan Vivienne bei einer Veranstaltung kennenlernte, bescheinigte sie ihr großes Talent und fortan durfte Vivienne mit Pia trainieren. „Ich habe nur mit ihr Ball gespielt, aber die Chemie stimmte“, verrät die Achtklässlerin des Louise-Henriette-Gymnasiums in Oranienburg. Dabei galt die ältere Hündin zu diesem Zeitpunkt als „unführbar“.

Vivienne Bauer mit Hündin Pia. Quelle: Ole Gawande

Doch die Leegebrucherin belehrte die Experten eines Besseren. So legte sie mit der acht Jahre alten Hündin in Hohen Neuendorf die IPO-3-Prüfung mit 266 von 300 möglichen Punkten ab und qualifizierte sich so für die Landesmeisterschaften im September in Zehdenick. Im Juli räumte sie dann beim Pokalkampf im Bereich Schutzdienst beim SV-OG Tegel-Heiligensee mit 96 von 100 möglichen Punkten die höchste Punktzahl ab und ließ 47 erwachsene Starter hinter sich. Sie gewann den Mannschaftspokal und erhielt zudem die Auszeichnung als beste Jugendliche.

Vivienne Bauer mit Pia und den Pokalen vom Wettkampf in Berlin. Quelle: privat

In solchen Momenten ist nicht nur die Schülerin stolz, sondern auch die Mama. Joanna Bauer ist selbst ein begeisterter Hundefan und arbeitet mit viel Engagement als ausgebildete Tierpflegerin und Hundetrainerin bei „Hundetrainer 24“ in Velten. Dort verbringt auch Vivienne den größten Teil ihrer Freizeit. „Ich durfte immer mitkommen und alles spielerisch kennenlernen“, erinnert sich die 13-Jährige.

Vivienne Bauer als Kind. Quelle: privat

Anfangs trainierte sie mit ausgebildeten Hunden, später half sie beim Kidscamp, das stets in den Ferien angeboten wird. „Heute leitet sie dort den Erste-Hilfe-Kurs für Hunde und bereitet die Kinder auf die Kinder-Begleithundeprüfung vor, die sie selbst erst im Herbst 2017 nach nur sechs Wochen Training mit dem Schäferhund Drako abgelegt hat“, berichtet Mama Joanna begeistert. Die Kids würden an den Lippen ihrer Tochter hängen und noch besser mitmachen, als bei ihr selbst, ergänzt sie lachend. Auch vor bissigen oder verhaltensauffälligen Hunden hat Vivienne keine Scheu. „Respekt ja, weil man sie nicht sofort einschätzen kann, aber keine Angst, weil ich ja weiß, wie man reagieren kann.“ Es jucke ihr oft in den Fingern, verrät die Schülerin, Menschen zu helfen, die Probleme mit ihren Hunden haben. „Sie hat immer das Gespür für eine Lösung“, lobt die Fachfrau ihre Tochter. „Sie fühlt sich in den Hund ein.“

Vivienne Bauer beim Schutzdienst-Wettkampf. Quelle: privat

Doch Drill oder Zwang ist nicht Viviennes Ziel. „Den Hunden muss das Training Spaß machen, sie müssen wollen und sich freuen, wenn sie etwas Neues lernen“, ist sie überzeugt. „Die Hunde müssen denken, dass sie selbst auf die Idee gekommen sind.“ Sie schätzt an dem IPO-Sport, zu dem sie nach der Begleithundeprüfung 2017 nur zufällig kam, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Beruflich könnte sich die Gymnasiastin vorstellen, später bei der Polizei zu arbeiten. Am liebsten im Hundeführerdienst – deshalb auch ihre Vorliebe für den Schutzdienst, wo sie bei der IPO-3-Prüfung, der höchsten Stufe im Gebrauchhundesport, mit 85 Punkten ihre höchste Punktzahl erzielte.

Vivienne Bauer nach dem Probeschutzdienst bei den Deutschen Meisterschaften in Velten Quelle: Ole Gawande

„Der Schutzdienst macht mir am meisten Spaß, weil man da mit dem Hund als Team beim ’Fang den Verbrecher’ zusammenarbeiten muss.“ Doch vor der Landesmeisterschaft hat sie Respekt, auch wenn sie bei der Deutschen Meisterschaft der Gebrauchshunde, die noch bis Sonntag auf dem Sportplatz in Velten stattfindet, im Probeschutzdienst – das ist die Vorführung für Sportler und die Vorstellung der Schutzdiensthelfer – schon einmal zeigen konnte, was sie drauf hat.

Vivienne Bauer aus Leegebruch Quelle: Veronique Bauer

Am liebsten mag Vivienne die belgischen Malinois, auch wenn Schwester Véronique (17) die Hunde scherzhaft wegen ihrer Aktivität als ADHS-Hunde bezeichnet. „Ich mag ihre Energie, ihre Schnelligkeit, ihr Mitdenken und ihre Art zu reagieren. Bei Malinois ist keine Motivation für das Training nötig“, begründet Vivienne die Wahl ihrer Lieblingsrasse. Deshalb ist der erwartete Welpe natürlich ein Malinois. Am liebsten hätte Vivienne eine Hündin, die dann als Teil eines sogenannten C-Wurfes Cute von der Großen Freiheit heißen soll.

Von Ulrike Gawande

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