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Liebenwalde Super Technik – knappes Personal
Lokales Oberhavel Liebenwalde Super Technik – knappes Personal
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18:20 26.11.2019
Die Freiwillige Feuerwehr Liebenwalde vor ihrem modernen Drehleiterfahrzeug. Quelle: Robert Roeske
Liebenwalde

Auf den ersten Blick scheint die Freiwillige Feuerwehr Liebenwalde gut aufgestellt zu sein. Die Technik hinter der durchsichtigen Toren des Gerätehauses in der Ernst-Thälmann-Straße ist schon beeindruckend. Allein das Drehleiterfahrzeug, das im November 2017 in Dienst gestellt wurde, flößt Respekt ein. Und auch der Personalbestand, der sich zum Fototermin in der Fahrzeughalle versammelt, macht einen beachtlichen Eindruck. „Der Schein trügt“, versichert Heiko Müller. Er muss es wissen. Als Stadtbrandmeister und stellvertretender Ortswehrführer kennt er die Situation in Liebenwalde natürlich nur allzu gut. „Wir haben rund 40 Kameradinnen und Kameraden“, sagt Heiko Müller und fügt hinzu: „Aber ich müsste hier mindestens 20 Frauen und Männer mehr haben.

Das größte Problem der Feuerwehr in Liebenwalde ist die Tageseinsatzbereitschaft. Quelle: Robert Roeske

Das große Problem sei - wie fast überall im Landkreis - die Tageseinsatzbereitschaft. Nicht selten könnten zu Einsätzen am Tage nur sechs, sieben Kameraden ausrücken. Alle anderen seien arbeitsbedingt oft viel zu weit vom Ort des Geschehens entfernt, um eingreifen zu können. Bisher hätten trotzdem alle Einsätze gefahren werden können. Aber diese Personalknappheit am helllichten Tage bereitet dem Stadtbrandmeister schon einiges Kopfzerbrechen.

Dabei hat die Liebenwalder Feuerwehr seit dem jüngsten Tag der offenen Tür fünf neue Mitglieder hinzugewinnen können: Nina Homann (24 Jahre), Romano Matz (25), Steffen Rode (37), Mario Herholz (47) und Matthias Bresel (35). Dennoch muss auch weiterhin nach Verstärkungen Ausschau gehalten werden. Und das machen die Liebenwalder auch.

Die Liebenwalder tun alles, um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen. Ein erfolgreicher Schritt auf diesem Weg war die Gründung einer Mini-Feuerwehr. Quelle: Bert Wittke

Es ist noch gar nicht lange her, da haben sie sich extra ein eigenes Zelt besorgt, das bei feierlichen Anlässen aufgebaut wird und in dem die Kameradinnen und Kameraden Werbung in eigener Sache machen. „Wir versuchen den Leuten dann zu zeigen, was die Feuerwehr macht“, sagt Heiko Müller. Was hinter dem freiwilligen Dienst an Zeit, Kraft, Ausdauer, Engagement und Durchhaltevermögen steckt. Innerhalb der Bevölkerung herrsche die Meinung, die von der Feuerwehr kommen schon, wenn sie gerufen werden. Das sei doch eine Selbstverständlichkeit. „Aber was ist“, so der Stadtbrandmeister, „wenn jemand die Kameraden braucht und keiner kommt?“ Und auch nicht förderlich beim Kampf um einen Zuwachs an freiwilligen Feuerwehrleuten sei die zunehmende Zahl von Berichten, dass die Frauen und Männer in den blauen Uniformen immer öfter bei Einsätzen von verständnislosen Bürgern angepöbelt oder gar bedroht werden.

Die Liebenwalder Jugendwehr wird von Tim Winkel (l.) und Torsten Pritschow (r.) betreut. Quelle: Robert Roeske

Hoffnung macht den Liebenwaldern der heranwachsende Nachwuchs. Die Jugendwehr unter Leitung von Jugendwart Tim Winkel und dessen Stellvertreter Torsten Pritschow zählt derzeit ein Dutzend Mädchen und Jungen. Noch besser sieht es bei der Mini-Feuerwehr aus. Die hauptamtliche Betreuerin Josephine Pralat und ihr Stellvertreter Jaro Krohn zählen derzeit bei den einmal im Monat stattfindenden Zusammenkünften bis zu 20 Kinder. Deshalb sind sie sehr froh, dass ihnen mit Mirko Bernthäusl, Frank Schönborn und Mario Herholz zusätzliche Betreuer unter die Arme greifen.

Um die Technik der Liebenwalder Feuerwehr ist es sehr gut bestellt. Quelle: Robert Roeske

Nicht meckern können und wollen die Liebenwalder, was ihre technische und materielle Ausrüstung betrifft. Der Fuhrpark ist in relativ kurzer Zeit erneuert worden beziehungsweise wird es weiterhin: 2017 kam das neue Drehleiterfahrzeug, 2018 das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20), im September dieses Jahres der Einsatzleitwagen (ELW 1). Noch vor dem Jahreswechsel soll das alte Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) durch ein Tanklöschfahrzeug mit 9000 Litern an Bord (TLF 9000) ersetzt werden. Und 2020 ist für das Löschfahrzeug mit Tragkraftspritze (LF 16 TS) ein Einsatzgerätewagen (GW) Logistik avisiert.

Die Platzverhältnisse im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Liebenwalde sind ziemlich beengt. Quelle: Robert Roeske

Schwieriger gestaltet sich dagegen die Platzfrage im Gerätehaus. Nicht wegen der Fahrzeuge, sondern was die Feuerwehrleute betrifft. Geänderte Bestimmungen sehen beispielsweise vor, dass sich die Feuerwehrleute separate, von der Technik getrennte Umkleidemöglichkeiten haben sollen. Gleiches gilt für die Trennung von Männlein und Weiblein – zur Liebenwalder Wehr gehören derzeit acht Frauen - bezüglich der sanitären Anlagen – von den Toiletten bis zu den Duschen. Dabei platzt das 1997 gebaute Gerätehaus in Liebenwalde bereits jetzt aus allen Nähten.

Bei Bernd Wüstenberg von der Alters- und Ehrenabteilung laufen die Fäden des Liebenwalder Feuerwehrmuseums zusammen. Rechts: Stadtbrandmeister Heiko Müller. Quelle: Robert Roeske

Das gilt inzwischen übrigens auch für das Feuerwehrmuseum in der Berliner Straße. Dort sind vor allem zahlreiche Mitglieder der Liebenwalder Alters- und Ehrenabteilung fleißig am Werk wie Bernd Wüstenberg, Erich Jantsch, Peter Jäger, Peter Prehm, Bernd Koschnik, Uli Blankenburg, Wolfgang Netz und Michael Schröder. Sie alle treffen sich vom 1. April bis zum 30. Oktober alle 14 Tage , bereiten Exponate für die Ausstellung vor, restaurieren sie, wo es möglich ist, vervollständigen die Bestückung des Museums, nehmen kleine Reparaturen vor und sichern den Besucherverkehr während der Saison ab. Und manchmal plaudern sie natürlich auch über alte Zeiten und geraten dann hin und wieder ins Schwärmen. Zum Beispiel über die Anzahl der aktiven Kameraden. Als Bernd Wüstenberg 1992 die Wehrleitung an seinen Nachfolger Klaus Hintze übergab, zählte die Freiwillige Feuerwehr Liebenwalde 74 Männer und zwölf Frauen.

Von Bert Wittke

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