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Liebenwalde Jetzt kämpft ein Anwalt für Fridas Zwei-Millionen-Euro-Spritze
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09:25 11.02.2020
Die kleine Frida aus Liebenwalde mit Mama Anne, das knapp zweijährige Mädchen leidet an SMA Typ I.  Quelle: Nadine Bieneck
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Liebenwalde

Das Schicksal der kleinen Frida aus Liebenwalde lässt die Oberhaveler nicht kalt. Das knapp zweijährige Mädchen leidet an spinaler Muskelatrophie (SMA). Die Eltern setzen große Hoffnung in das neuartige Medikament „Zolgensma“ des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis. Einmal gespritzt soll es den Muskelschwund aufhalten. Das Problem: Zolgensma ist eines der teuersten Medikamente der Welt, die Spritze kostet rund zwei Millionen Euro.Und sie muss in den ersten zwei Lebensjahren angewendet werden. Frida feiert am 20. Februar ihren 2. Geburtstag. Der Familie rennt die Zeit davon. Einen ersten Eilantrag auf die Medikamentengabe vom 9. Januar lehnte die DAK-Krankenkasse ab, auch der Widerspruch der Eltern Paul S. und Anne W. wurde am vergangenen Donnerstag eingestampft.

Eine ganze Region will der kleinen Familie helfen

Nach der MAZ-Berichterstattung brach über die Eltern eine Welle der Hilfsbereitschaft herein. „Es fühlt sich an, als ob halb Liebenwalde und die ganze Umgebung für uns kämpfen“, sagt der 30-jährige Paul S. völlig überwältigt. Auf ein kurzfristig eingerichtetes Spendenkonto waren bis Montagabend bereits 6470 Euro eingegangen. „Diese Unterstützung ist für uns die größte Kraft. Wir werden bis zur letzten Minute kämpfen“, sagt Fridas Vater. „Wie viele Leute schon gespendet haben in den paar Tagen, ist einfach Wahnsinn.“ Direkt bei der MAZ gemeldet hat sich auch Olaf Heisig. Der Sportler möchte mit seinem Verein, den Summter Waldläufern, einen Benefizlauf zu Gunsten von Frida organisieren. „Ich habe davon gelesen und die Geschichte hat mir keine Ruhe gelassen. Wir möchten der Familie unbedingt helfen“, sagt er.

Es ist Geld, was die junge Familie dringend braucht. Unter anderem für den Anwalt, den sie nach Ablehnung des Widerspruchs eingeschaltet hat. Der unter anderem auf Sozialrecht spezialisierte Johannes Kaiser betreute bereits zahlreiche Fälle von an SMA erkrankten Kindern. Am gestrigen Montag stellte er beim Sozialgericht in Neuruppin einen Eilantrag und nahm Kontakt zur DAK-Krankenkasse auf, um „alle entsprechenden Unterlagen direkt an die richtige Adresse zu schicken. Von dort wurde mir zugesichert, am Dienstagmorgen eine Rückmeldung zu erhalten“, berichtet der Jurist.

Gerichtsentscheidung wird am Dienstag erwartet

Am Dienstag erwartet er zudem ebenfalls den Gerichtsbeschluss zu seinem Eilantrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung. Dieser Entscheidung sieht der Anwalt positiv entgegen: „Es würde mich überraschen, wenn wir verlieren. Ich denke, es sieht gut aus“, sagt er. Gleichzeitig weiß er um die Zeitnot, die die Familie von Frida plagt. „Wir haben mächtig auf die Tube gedrückt, um das Ganze voranzutreiben“, sagt der in Dortmund geborene Jurist der Kanzlei Kaiser, die in Olpe (Nordrhein-Westfalen) ansässig ist. Denn für Frida zählt jeder Tag. „Die Charité brauchte im Grunde gestern die Zusage, dass Frida die Spritze erhält, damit der Zeitplan bis zu ihrem 2. Geburtstag noch einzuhalten ist“, weiß Johannes Kaiser. Mama Anne W. berichtet: „Das Medikament benötigt noch etwa sechs Tage, bis es aus den USA in Deutschland eintrifft.“ Der Wettlauf mit der Zeit geht für das kleine Mädchen und seine Eltern also nach wie vor weiter.

Spendenaktion der Familie

Das Spendenkonto der Familie befindet sich auf der Plattform Leetchi unter diesem Link: www.leetchi.com/c/hilfe-fuer-die-kleine-frida

Von Nadine Bieneck

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