Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Liebenwalde Sechs Jahre Haft: Vergewaltiger muss ins Gefängnis
Lokales Oberhavel Liebenwalde Sechs Jahre Haft: Vergewaltiger muss ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:47 30.04.2019
Das Landgericht Neuruppin verurteilte einen 36-Jährigen aus Liebenwalde wegen Vergewaltigung. Quelle: Helge Treichel
Neuruppin/Liebenwalde

Die Tränen flossen, als Richter Udo Lechtermann am Dienstag das Urteil verkündete: Marcel K. muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der bisher unbescholtene Familienvater am Herrentag vergangenen Jahres eine ihm bekannte 34-Jährige vergewaltigt und schwerst misshandelt hat.

Herrentagsfeier artete aus

Die erste Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin ging von Folgendem aus: Auf einem Gartengrundstück in Liebenwalde hatten sich an diesem Feiertag mehrere Leute, darunter das spätere Opfer, zum Feiern getroffen. „Es war feucht fröhlich“, sagte Lechtermann.

Daraus hatte die 34-Jährige auch bei den Vernehmungsbeamten keinen Hehl gemacht, auch nicht, dass sie ein Alkoholproblem hat. Am späten Abend stieß Marcel K. zu der Gruppe, ebenfalls alkoholisiert und mit Kokain im Blut. Er war sicher dadurch enthemmt, aber nicht so, dass er nicht mehr wusste, was er tat oder sich nicht mehr steuern konnte, war die Auffassung des Gerichts.

Späteres Opfer genoss es, im Mittelpunkt zu stehen

Die Stimmung war ausgelassen, auch sexuell etwas aufgeheizt, hatten Zeugen berichtet. Dass es der 34-Jährigen gefiel, umworben zu werden von attraktiven Männern, und dass sie „die gegenseitige Anmache“ durchaus genoss, hatte sie einer Polizeibeamtin gegenüber gesagt. „Ich fühlte mich gut, weil ich ein bisschen im Mittelpunkt stand.“

Nach zwei Uhr morgens brach die Frau auf, zeitgleich mit ihr Marcel K. Ob sich beide zuvor abgesprochen hatten, sich abseits der Gruppe zu vergnügen, schien aus Sicht des Gerichts möglich.

Es kam in der Gartenanlage zu wechselseitigen Zärtlichkeiten in beiderseitigem Einvernehmen. Bis zu einem gewissen Punkt: Da wollte sie nicht mehr. Die Beamtin hatte das so verstanden, Küsse und Berührungen am Oberkörper ja, mehr aber nicht. Der Angeklagte zog ihr jedoch die Hose herunter – gegen ihren Willen. „Ich habe doch Nein gesagt und er hat nicht gehört“, hatte sie vor Gericht gesagt.

„Und dann passierte, was von uns so recht keiner versteht“, sagte Richter Lechtermann. Unvermittelt stieß Marcel K. der Frau seine Faust in die Scheide – mehrfach und mit Brachialgewalt. Was ihn dazu getrieben hat, konnte nicht geklärt werden.

„Genaues wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, dass sie so etwas nicht wollte“, sagte Lechtermann. Denn die Frau muss so starke Schmerzen erlitten haben, dass sie laut aufschrie. Das brachte Marcel K. offensichtlich zur Besinnung. Er flüchtete und entsorgte den blutbefleckten Pullover in einer Mülltonne.

Noch heute traumatisiert

Wäre nicht schnell ärztliche Hilfe gekommen, wäre die 34-Jährige verblutet. Die körperlichen Verletzungen sind inzwischen verheilt. Doch sie ist bis heute traumatisiert.

Marcel K. hatte die Tat bei der Polizei bestritten, unter anderem mit dem Argument, sie sei nicht sein Typ. Sie sei zudringlich geworden, er habe sie in eine Hecke geschubst, sei weiter gegangen und habe später einen Schrei gehört.

Erst zu Hause habe er Blut an seinem Pullover entdeckt und ihn weggeworfen. Das Blut, so hatte er behauptet, stamme von seinem Hund. Später war der Angeklagte umgeschwenkt und hatte von einvernehmlichem Sex gesprochen.

Er hatte eingeräumt, in sie eingedrungen zu sein. In welchem Ausmaß, das wisse er nicht, aber es habe ihr gefallen. Das glaubte das Gericht nicht, ebenso wenig, dass die Frau sich selbst derart verletzt haben könnte oder es einen „großen Unbekannten“ gegeben habe.

„Er hat jegliche Grenze überschritten“, sagte Richter Lechtermann. Mit seinem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Von Dagmar Simons

Weil er offenbar in seinen kurzen Hosen am späten Montagabend fror entfachte ein 33-jähriger Radwanderer bei Liebenwalde ein Lagerfeuer, an dem er sich aufwärmen wollte. Dies rief jedoch mehrere Anwohner auf den Plan, die umgehend die Feuerwehr alarmierten.

30.04.2019

Etwa ein Hektar Wald stand am Freitag gegen 16 Uhr bei Kreuzbruch in Flammen. Das Feuer war auf einem früheren Militärgelände ausgebrochen.

28.04.2019

Das Schlimmste – ein Übergreifen des Feuers auf den angrenzenden Wald – konnten die Kameraden der Feuerwehr durch ihr schnelles Eingreifen am Donnerstagvormittag auf der B167 verhindern. Den lichterloh brennenden Traktor konnten sie indes nicht mehr retten.

25.04.2019