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Liebenwalde Bürgermeister in Liebenwalde – es kann nur einen geben
Lokales Oberhavel Liebenwalde Bürgermeister in Liebenwalde – es kann nur einen geben
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16:41 28.08.2019
Bürgermeister und Bürgermeisterkandidat Jörn Lehmann aus Liebenwalde. Quelle: Helge Treichel
Liebenwalde

Jörn Lehmann (parteilos) ist seit 16 Jahren Bürgermeister in Liebenwalde (Oberhavel). Der 45-jährige Kriminalkommissar und Diplom-Verwaltungswirt lebt mit seiner Familie in der Stadt und engagiert sich nicht nur als Verwaltungschef, sondern auch privat in diversen Vereinen für den Ort. Gab es bei seiner ersten Wahl noch fünf und bei der zweiten noch zwei Kandidaten, so steht er am 1. September als einziger Bewerber zur Abstimmung.

Herr Lehmann, kein anderer will Ihren Job: Gibt Ihnen das nicht zu denken?

Das kann man von zwei Seiten betrachten. Ich betrachte es positiv: Die Leute scheinen mit mir und meiner Arbeit zufrieden sein. Das habe ich durchaus erfreut zur Kenntnis genommen.

Was war denn Ihr größter Erfolg in den vergangenen 16 Jahren?

Zufrieden bin ich erst mal damit: Die Kommune ist schuldenfrei. Und wir haben in allen Ortsteilen investiert – in Kitas, Feuerwehr, Dorfgemeinschaftshaus und Spielplätze. Wir reden da von einem guten zweistelligen Millionenbetrag.

Liebenwalde wächst wieder, oder?

Ja, wir haben steigende Einwohnerzahlen. Bedingt dadurch, dass wir in der Stadt und ihren Ortsteilen die Lebensqualität deutlich erhöhen konnten. Mit eigenem Engagement haben wir die Breitbandversorgung beim Internet verbessert und genauso eine Seniorenwohnanlage und Arztpraxen gebaut. Ich bin stolz, dass wir eine eigene Tankstelle haben. Ganz wichtig bei der Infrastruktur ist die ärztliche Versorgung. Wir haben da nach Wunsch gebaut und dann vermietet. Zur Netzabdeckung tragen wir mit einem eigenen Mast bei. Nachholbedarf bei Breitband gibt es noch in Kreuzbruch und Außenbereichen von Liebenwalde.

Sind die Leute zufrieden?

Schön ist es, wenn alte oder ehemalige Liebenwalder sagen: „Mensch, ist die Stadt schön geworden.“ Das kommt auch von Leuten, die zurückkommen.

Was sind die größten gegenwärtigen und künftigen Aufgaben?

Ein ganz großes Thema ist die ehemalige Oberschule in der Zehdenicker Straße. Nach der Sanierung für rund sieben Millionen Euro zieht dort die Grundschule ein. In der Folge wird dann die jetzige Grundschule zum Hort umgebaut. Und parallel bauen wir die dritte Kita in Liebenwalde. Der nächste Brocken ist die Reaktivierung der Heidekrautbahn bis nach Liebenwalde. In dem Kontext hat die Stadt bereits den Bahnhof übernommen. Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Ende August vorliegen soll. Im Anschluss beraten die Stadtverordnetenversammlung und ihre Gremien darüber, wie es weiter gehen soll. Am Ende steht ein Beschluss darüber.

Die Pläne für die Oberschule hatten Auswirkungen auf die Senioren, die dort nach dem Verkauf der Begegnungsstätte durch den Kreisverband der Volkssolidarität untergekommen waren. Was planen Sie da?

Eine neue Begegnungsstätte für Senioren ist mir sehr wichtig. Ich hoffe, eine sehr zufriedenstellende Lösung zu finden. Mit dem Anmieten von Räumen in der Berliner Straße haben eine ordentliche Übergangslösung gefunden. Das Provisorium soll aber keine Dauerlösung werden. Wir wünschen uns nach heutigen Standards etwas Anderes.

Im Süden von Oberhavel ist Wohnraumknappheit ein großes Thema. Wie gehen Sie damit um?

Wir erschließen neue Baufelder. In den vergangenen Jahren haben wir bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir nun Zuzug generieren können: von Kita bis Senioren über Trink- und Abwasser bis hin zu Straßen. Da ist alles im grünen Bereich.

Wo soll denn gebaut werden?

Wir planen als Stadt am Liebenthaler Weg/Am Weinberg zwei Abschnitte mit insgesamt maximal 50 Bauparzellen. Momentan läuft die Planung für die Erschließung. Darüber hinaus läuft bereits der Bebauungsplan Grüner Weg mit zehn bis 15 Grundstücken. Die Baureife dort ist voraussichtlich 2020 zu erwaten. Als Stadt wollen wir die ehemalige Gärtnerei in der Havelstraße beräumen. Ziel ist es, mit der Eigentümerin des KFL-Geländes einen neuen B-Plan vorzubereiten, da der alte aufgehoben worden ist. Über einen Neustart nach nunmehr acht Jahren müssen die Stadtverordneten entscheiden.

Haben Sie schon einmal bereut, ihren Polizeiberuf aufgegeben zu haben?

Es ist so, dass ich mich montags freue, zur Arbeit zu gehen. Solange das der Fall ist, ist alles gut.

Was war Ihr größtes Horrorerlebnis als Bürgermeister?

Sehr schlimm war, als in der Nacht zum 10. März 2007 gegenüber dem Rathaus ein Wohnhaus gebrannt hat. Es gab Verletzte, aber keine Toten. Ein Mann rettete sich mit einem Sprung aus dem Fenster. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir die Leute durchgezählt haben. Und die Feuerwehr hat sichergestellt, dass die Nachbarhäuser nicht auch noch abbrennen. Es gab dann eine große Welle der Solidarität, aber so eine Nacht möchte ich nicht noch einmal erleben.

Sind Sie zufrieden mit dem Rathaus und der Personalausstattung?

Wir haben eines der schönsten Rathäuser in Oberhavel und einiges Geld in die Sanierung gesteckt. Die Arbeitsbedingungen für die insgesamt 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gut. Wir sind fast am Ende eines Generationenwechsels und haben das Glück, neue Mitarbeiter aus der Region bekommen zu haben. Ich glaube, wir haben eine schlagkräftige Truppe.

Aber Bürgermeister zu sein, ist nicht Ihr einziges Hobby...

Seit seiner Gründung 1997 bin ich Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Liebenwalde mit aktuell 40 Mitgliedern. Die Aufgaben sind auf breiten Schultern verteilt. Ich bin verantwortlich für Ausstellungen und Texte. Andere kümmern sich um Veranstaltungen, Finanzen und Organisation. Das sortiert sich gut. Außerdem bin ich Vorsitzender des Kirchenfördervereins, des Tourismusvereins, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Pferdeherde und Vorstandsmitglied im Feuerwehrfreunde Liebenwalde.

Da muss die Heimatverbundenheit groß sein!

Ich bin hier groß geworden und habe hier mein bisheriges Leben verbracht. Ich mache das aus Berufung und Überzeugung. Es macht mir nichts aus, auch in Vereinen in Verantwortung zu gehen. Ich freue mich, dass es Bürger gibt, die das gesellschaftliche ehrenamtlich Leben in Schwung halten.

Was ist Ihr Zukunftswunsch für Liebenwalde?

Ich habe zwei Wünsche: Erstens, dass die Eisenbahn fahren wird. Zweitens, dass wir beim Bundesverfassungsgericht Recht bekommen. Dass das Verfahren überhaupt aufgenommen wird, ist auch schon eine Aussage. (Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich dabei um einen seit vielen Jahren geführten Rechtsstreit um eine Sonderabgabe für finanzschwache brandenburgische Kommunen und Nachzahlungen an das Land von rund 30 Millionen Euro.)

Von Helge Treichel

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