Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Liebenwalde Unkraut bremst(e) Senioren in Liebenwalde aus
Lokales Oberhavel Liebenwalde Unkraut bremst(e) Senioren in Liebenwalde aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:18 27.06.2019
Bewohner der Seniorenresidenz in Liebenwalde bemängelten wucherndes Unkraut.
Bewohner der Seniorenresidenz in Liebenwalde bemängelten wucherndes Unkraut. Quelle: Stefan Blumberg
Anzeige
Liebenwalde

Es wuchs zu einem Dauerproblem aus: die Verwilderung der Außenanlagen des Seniorenwohnparkes in Liebenwalde. Eigentlich ein beschauliches, ruhiges Plätzchen direkt hinter den Gebäuden der Anlage. Ein kleiner Rundweg, ein Teich, ein Spielplatz. „Aber auf den Wegen steht das Unkraut so hoch, dass die alten Leute gar nicht darauf laufen können, ohne möglicherweise hinzufallen. Mit dem Rollstuhl kann man da auch nicht mehr langfahren“, beklagt sich Klaus Hintze, dessen Schwiegermutter seit drei Jahren in dem Haus untergebracht ist. Der Spielplatz habe einen Sandboden, zuletzt wuchs dort ein Pflanzenteppich. „Ich weiß, dass ich hier schon als Querulant angesehen werde, aber so kann es nicht sein“, sagte er vor einigen Tagen. Der Rand um den Teich sei zugewuchert, die Kanten des Gehweges nicht mehr zu sehen. „Und in der Mitte des Geländes sollte einmal ein Hochbeet entstehen. Dort wird jetzt der Kompost aufgetürmt“, sagt Brigitte Hintze, die Tochter der 87-Jährigen Inge Fengler. Familie Hintze ist mit der Situation nicht einverstanden, zumal die Mieter der Einrichtung per Umlage 18 000 Euro jährlich für einen Hausmeister zahlen, wie Klaus Hintze sagt. Im Namen seiner Schwiegermutter habe die Familie wegen der Wasserabrechnung, Hausreinigung und Hauswarttätigkeiten, des Wärmeverbrauchs und der Wartung der Aufzüge Widerspruch zur Betriebskostenabrechnung 2017 eingelegt.

Klaus Hintze vor dem Komposthaufen, der sich inmitten der Anlage auftürmte. Quelle: Stefan Blumberg

Offenbar Differenzen zwischen Seniorenheim und Familie der Bewohnerin

Objektmanager Andreas Walkowski weist die Vorwürfe in einer ausführlichen Antwort (liegt der MAZ vor) zurück. Er legt den Hintzes ans Herz, für Inge Fengler ein anderes Seniorenobjekt zu suchen, da das Vertrauensverhältnis wegen des ständigen Anzweifelns der Betriebskostenabrechnungen und anderer Rechnungslegungen keine Basis für das Verhältnis Vermieter/Mieter sei. Auch prüfe das Unternehmen selbst, teilt Andreas Walkowski im Schreiben vom 27. März 2019 mit, ob sich das Mietverhältnis mit Inge Fengler beenden lasse.

Auch andere Bewohner beschwerten sich bereits über den Zustand der Außenanlage

Die Hintzes, mit der Pflege der Mutter sehr zufrieden, sind nicht allein mit ihrer Kritik. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Bewohnerin Gisela Kares schriftlich an Michael Bethke, den Betreiber des Wohnparks, gewandt. In dem Brief, der von 38 Personen unterschrieben worden war, machte sie ebenfalls auf den ungepflegten Zustand der Außenanlagen aufmerksam und monierte, dass trotz der Zahlung für den Hausmeister gar kein Hausmeister im Wohnpark Liebenwalde sei. In einer Hau-Ruck-Aktion seien die Mängel einige Tage später (Ende Mai 2018) von drei Hausmeistern beseitigt worden. Acht Wochen später hätte es dasselbe Bild gegeben. Der Rasen wurde dann noch einmal am 3. August gemäht, das Unkraut sei geblieben, Ziersträucher wären vertrocknet.

Die Außenanlage des Wohnparks nach der Reinigungs- und Säuberungsaktion. Quelle: Stefan Blumberg

Neue Geschäftsstellenleiterin: „Alles tippitoppi“

Die neue Geschäftsstellenleiterin des Hauses, Melanie Arndt, konnte jetzt Entwarnung geben. „Die Anlage ist tippitoppi“, sagte sie. In der vergangenen Woche seien die Mängel beseitigt worden. Melanie Arndt leitet den Wohnpark seit 1. April dieses Jahres. Ihr sei der miese Zustand auch ins Auge gefallen. Sie erklärt: „Der Gärtner und der Hausmeister, die für Liebenwalde zuständig sind, sind langfristig erkrankt. Es hat vergebliche Versuche gegeben, einen Hausmeisterservice zu bekommen. Deshalb schlug ich Herrn Bethke vor, neues Personal einzustellen.“

Sie betont, dass auch auf Druck von Michael Bethke eine Stellenausschreibung gemacht wurde. Es habe viele Bewerbungen gegeben. Zwei neue Kräfte werden in den nächsten Tagen eingestellt. Melanie Arndt: „Dann sollte auch unsere Anlage wieder regelmäßig gepflegt werden.“

Die aufgemotzte Außenanlage nach der Reinigungsaktion. Quelle: Stefan Blumberg

Von Stefan Blumberg