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Liebenwalde Wenn die Lkw durch Liebenwalde donnern
Lokales Oberhavel Liebenwalde Wenn die Lkw durch Liebenwalde donnern
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18:59 31.10.2019
Moderiert von Redaktionsleiter Sebastian Morgner (l.) traf sich eine illustre Runde zum MAZ-Stammtisch.
Liebenwalde

Der hohe Lkw-Verkehr in der Stadt, die fehlende Oberschule, ein Radweg zwischen Liebenwalde und Löwenberg sowie eine geplante Umgehungsstraße – beim MAZ-Stammtisch in der Liebenwalder Mühlenseeschänke ging es heiß her. Eine muntere Runde aus Einwohnern Liebenwaldes und den Ortsteilen hatte sich zum MAZ-Stammtisch zusammengefunden.

Tempo 30 auch tagsüber

Dass das Thema Verkehr die Liebenwalder beschäftigt, wurde einmal mehr deutlich als Rainer Schölzke das Thema ansprach. „Die B 167 und die L21 machen Liebenwalde kaputt. Das sind Autobahnen“, zeigt Schölzke das Stimmungsbild unter den Ackerstädtern auf. „Die Maut auf den Bundesstraßen ist die Gleiche wie auf den Autobahnen, aber die Lkw-Fahrer sparen hier Kilometer“, führte er weiter aus. „Dazu kommt, dass sich viele nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Wir haben hier eine Grundschule und ein Seniorenheim. Ich denke, dass man mit Tempo 30, auch tagsüber, viel von der Gefährlichkeit herausnehmen könnte“, erklärte er.

Zustimmung bei allen Beteiligten findet die geplante Ortsumfahrung für Liebenwalde. Diese ist bereits im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen und wird die Stadt vom Durchgangsverkehr entlasten. Da gäbe es wohl auch schon Pläne, wo die Straße langführen soll.

Kein durchgängiger Radweg nach Löwenberg

Ein weiteres Ärgernis ist der nicht vorhandene Radweg zwischen der „Hamburger Kreuzung“ , B167 Ecke Nassenheider Chaussee und Löwenberg. „Die meisten unserer Oberschüler nutzen die Schule in Löwenberg. Mit dem Rad dorthin fahren ist allerdings nicht möglich, da sie auf der B167 fahren müssten. Das ist lebensgefährlich“, begründete der Liebenwalder Dirk Stägemann die Notwendigkeit eines Radweges.

Dass Mobilität ein großes Thema unter den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Liebenwalde ist, zeigt auch das Thema von Heinz-Jürgen Diebow. Für ihn ist die Heidekrautbahn von zentraler Bedeutung. Diese fährt seit 1997 nicht mehr zwischen Liebenwalde und Wensickendorf, was den Verlust des Bahnanschlusses für Liebenwalde zur Folge hatte. Eine Machbarkeitsstudie der Niederbarnimer Eisenbahn-AG (NEB) legt ebenfalls nahe, dass sich eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs positiv für die Stadt und die gesamte Region im Norden des Landkreises Oberhavel auswirken würde. Die Landesregierung antwortete auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Björn Lüttmann, dass eine Wiederinbetriebnahme der Strecke auch längerfristig im Rahmen der Entwicklungsperspektive nicht vorgesehen ist.

Gefahr für die Sportvereine der Stadt

Für den 56-jährigen Dirk Stägemann ist dagegen, ist die seit 2006 nicht mehr vorhandene Oberschule in Liebenwalde ein großes Ärgernis. „Bis zur 6. Klasse können wir uns gerade bei Sportvereinen vor Kindern kaum retten, doch dann wandern die Jugendlichen ab. Wenn das so weitergeht, gehen bei allen Sportvereinen in der Stadt die Lichter aus.“

Auch Bernd Keichel-Enders aus dem Ortsteil Freienhagen schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Rückkehr der Oberschule wäre ganz wichtig für die Entwicklung der Stadt Liebenwalde. Verbunden mit einer Rückkehr der Heidekrautbahn, wäre das sensationell für alle“, so der 71-Jährige.

Was machen eigentlich die Partnerstädte?

Für den 81-jährigen Gerd Steger aus Neuholland stand beim Stammtisch dagegen ein anderes Thema ganz oben auf seiner Liste. „Mich würde mal interessieren, ob es überhaupt noch eine Verbindung zu den Partnerstädten von Liebenwalde gibt. An den Ortseingängen ist zwar noch ein Schild mit einem Hinweis, aber man merkt nicht wirklich was davon.“ Der Liebenwalder Ortsvorsteher Ralf Landorff konnte da gleich eine Antwort geben, was die Stadt Hasloh aus Schleswig-Holstein betrifft: „Die Gemeinde Hasloh hat sich vor einiger Zeit dagegen entschieden, die Partnerschaft weiter bestehen zu lassen.“

Steger selbst bedauert dies und regt an, dann Partnerschaften mit russischen Städten anzustreben. Seit geraumer Zeit bestehe laut Gerd Steger ein freundschaftliches Band mit der Stadt Kaliningrad, wo man auch im Mai des kommenden Jahres wieder mit drei Kleinbussen hinreisen wird.

Häuser modern vor sich hin

Der 81-jährige Willi Fechner hatte einige Themen mit zum Stammtisch gebracht, die ihm auf der Seele brannten. Unter anderem wollte er gerne wissen, was mit den Häusern in der Berliner Straße 58, 60 und 62 passiert. „Die drei Häuser modern vor sich, da passiert gar nichts mehr. Ich habe so das Gefühl, dass die drei Stadthäuser mit Absicht nicht angefasst werden, so dass sie irgendwann Bauruinen sind und abgerissen werden müssen.“ Dazu sagt die Stadt Liebenwalde auf MAZ-Nachfrage: „Wenn Mieter ausziehen, werden die Wohnungen nicht mehr neu vermietet. Was am Ende mit den Häusern geschieht, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung. Es gibt drei Möglichkeiten: Wir sanieren die Häuser, veräußern sie oder bauen sie zurück“, so Martina Schnur von der Stadt Liebenwalde.

Wünsche Liebenwalder Bürger

„Ich würde es begrüßen wenn die Heidekrautbahn nach Liebenwalde zurückkehrt. Zudem wünsche ich Bürgermeister Jörn Lehmann weiter viel Kraft.“ (Heinz-Jürgen Diebow, Liebenwalde)„Die B 167 und die L 21 müssen raus aus Liebenwalde. Der Durchgangsverkehr ist nicht mehr zu stemmen für unsere Stadt und macht sie unattraktiv.“ (Reinhard Schölzke, Liebenwalde)

Liebenwalde soll in Zukunft unabhängiger werden vom Landkreis Oberhavel, gerade was Entscheidungen im Baurecht anbelangt. Da wird viel ausgebremst.“ (Angelika Paedelt, Hammer)

„Ich wünsche der Stadt Liebenwalde und seinen fünf Ortsteilen, dass sie von Umwelt- und Klimakatastrophen verschont bleiben.“ (Wolfgang Jahnisch, Liebenwalde)

„Ich würde mir für die Zukunft ein respektvolleres Miteinander wünschen. Streitkultur ist wichtig, aber alles muss im Rahmen bleiben.“ (Ralf Landorff, Liebenwalde)

„Ich würde mir wünschen, dass es in Liebenthal zukünftig einen besseren Handy-Empfang gibt, denn dieser ist momentan bei null.“ (Jürgen Franke, Liebenthal)

„Mein Wunsch wäre es, dass die Menschen zukünftig positiver miteinander umgehen. Auch ein Sportplatz wäre für uns sehr wichtig.“ (Thomas Liese, Freienhagen)

„Für mich wäre es wichtig zu sehen, dass Ausschreibungen von der Stadtverwaltung vernünftig abgearbeitet werden, was nicht immer der Fall ist.“ (Willi Fechner, Liebenwalde)

„Die Heidekrautbahn muss wieder nach Liebenwalde zurückkehren. Ich kann mich als Student noch gut an die Zeiten erinnern, als es sie gab.“ (Dirk Stägemann, Liebenwalde)

„Für Liebenwalde wünsche ich mir die Rückkehr der Oberschule und der Heidekrautbahn. Beides wäre sensationell für die Stadt.“ (Bernd Keichel-Enders, Freienhagen)

„Es wäre schön mal zu erfahren, was eigentlich mit den beiden Partnerstädten aktuell für eine Bindung besteht, habe nämlich das Gefühl, dass da kein Kontakt mehr ist.“ (Gerhard Steger, Neuholland)

Von Stefanie Fechner und Knut Hagedorn

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