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Oberhavel Löwen-Kicker in guten Händen
Lokales Oberhavel Löwen-Kicker in guten Händen
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19:14 15.05.2019
Aus dem Liebenwalder Fußballverein nicht mehr wegzudenken: Betreuerin Nawinia Beutler.
Liebenwalde

Sie wollen möglichst in jedem Spiel kämpfen wie die Löwen – die Fußballer des FV 1997 Liebenwalde. Was könnte folglich besser sein, als dabei von jemandem begleitet zu werden, der sich tierisch gut auskennt? Nawinia Beutler fungiert nicht nur als Betreuerin der ersten Männermannschaft, die 29-Jährige ist zugleich auch ausgebildete tiermedizinische Fachangestellte und studiert zurzeit an der Freien Universität Berlin im siebten Semester Veterinärmedizin. Wenn sie voraussichtlich 2022 damit fertig ist, möchte sich die gebürtige Berlinerin als Tierärztin niederlassen.

Zwickt da etwa die Wade? Nawinia Beutler kümmert sich um Liebenwaldes Stürmer Dennis Klawitter. Quelle: Bert Wittke

Stammplatz auf der Bank

Ob der FV Liebenwalde trainiert oder auf dem grünen Rasen um Tore und Punkte eifert – Nawinia ist immer zur Stelle. Während der Punktspiele sitzt sie bei den Auswechslern auf der Bank, neben sich den Sanitätskoffer. Wann immer sich einer der Löwen verletzt auf dem Boden wälzt, sprintet sie los. Um Zerrungen, Prellungen oder Muskelfaserrisse zu erkennen, so die Betreuerin lächelnd, sei es egal, ob sie einen Ochsenfuß oder ein Männerbein vor sich hat. Sie behandele die Verletzungen ihren Möglichkeiten entsprechend und wisse natürlich genau, wann sie einen Spieler zum Humanmediziner schicken muss.

Mit dem Sanitätskoffer in der Hand verfolgt die 29-Jährige aus Leegebruch die Spiele der ersten Liebenwalder Männermannschaft. Immer bereit, schnell aufs Feld zu spurten. Quelle: Bert Wittke

Dass Nawinia Beutler ein echter Glücksfall für den FV Liebenwalde ist, steht außer Frage. Hat sich die junge Frau doch mit Leib und Seele dem runden Leder verschrieben. Der Ball wurde ihr quasi bei der Geburt in die Wiege gelegt. Ihr Papa habe bei Rehberge Fußball gespielt und die Mama dort im Vereinsheim gearbeitet. „Während sie die Gäste bediente, hielt mich der Wirt auf dem Arm und der Kinderwagen stand gleich hinter der Theke.“ Als sie acht Jahre alt war, zog die Familie nach Leegebruch. Dort ging Nawinia bis zur zehnten Klasse zur Schule und machte anschließend an der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg das Abitur. Der Papa spielte nach dem Umzug noch ein Zeit lang bei Blau-Weiß Leegebruch und ist jetzt Betreuer der Ü 45-Mannschaft.

Erst selbst Fußballerin, dann Betreuerin

Mit elf Jahren fing auch Nawinia an, Fußball zu spielen. Später wechselte sie von Leegebruch nach Hohen Neuendorf, weil sie dort bereits mit 14 Jahren am Spielbetrieb teilnehmen durfte. In Hohen Neuendorf wurde die Abwehr- und Mittelfeldspielerin schließlich auch zur Torhüterin umfunktioniert. Etwa ab 2015 zog es die bekennende Fußballerin nach Bärenklau. Dort spielte sie gute eineinhalb Jahre in der Frauenmannschaft. Allerdings blieb es während dieser Zeit beim Training, weil das Team nie für den Spielbetrieb gemeldet wurde. Parallel zu ihren fußballerischen Aktivitäten avancierte Nawinia bei Grün-Weiß Bärenklau zur Betreuerin der ersten Männermannschaft. Viele der Aktiven dort kannte sie noch von ihrer Schulzeit in Leegebruch. „Ich habe in Bärenklau sehr gerne und gut mit Matthias Bremer zusammengearbeitet“, erzählt Nawinia. Als der Trainer 2017 nach Liebenwalde zurückkehrte und anfragte, ob sie als Betreuerin mitkommen würde, habe sie nicht lange überlegen müssen.

Nawinia Beutler ist von der gesamten Mannschaft sofort sehr gut aufgenommen worden. Quelle: Bert Wittke

Nun ist die Leegebrucherin bereits die zweite Saison beim FV und fühlt sich sichtlich wohl. „Ich bin von der Mannschaft sofort so aufgenommen worden, als sei ich nie irgendwo anders gewesen“, erzählt sie. Die Atmosphäre im Verein, für den sie im erweiterten Vorstand als Schriftführerin tätig ist, sei sehr herzlich und familiär. Probleme, sich als junge Frau unter all den Männern womöglich nicht durchsetzen zu können, sieht sie nicht: „Ich bin ein starker Charakter. Die Männer kuschen dann schon.“

Fußball ist ihr Leben

Fußball wird sich nie aus meinem Leben verabschieden“, ist sich die noch ledige Nawinia sicher. Ein Partner müsse ihr Hobby nicht teilen, wohl aber akzeptieren. „Wenn es ein Fußballer ist, wird er es natürlich leichter haben“, sagt sie und lacht verschmitzt. Sie sehe sich auch gerne Fußballspiele im Fernsehen an, laufe aber nicht mit einem Schal herum. Dennoch hat die 29-Jährige eine Lieblingsmannschaft – Manchester United. In England werde einfach ein sehr interessanter und vor allem attraktiver Fußball gespielt. Das gefalle ihr.

In der Freizeit auch oft hoch zu Ross

Wenn Nawinia in ihrer Freizeit mal nicht in Sachen Fußball unterwegs ist oder über Lehrbüchern sitzt, könnte es sein, dass man sie hoch zu Ross antrifft. Die junge Frau hat ein Pferd - einen Traber. Es heißt Pilgrim und ist ein Fuchs-Wallach, der jetzt 16 Jahre alt wird.

Früher selbst einmal als Torfrau aktiv, arbeitet Nawinia immer noch gerne mit den Keepern und hilft beim Aufwärmen vor dem Spiel. Quelle: Bert Wittke

Nach den Ambitionen der in Liebenwalde spielenden Zweibeiner befragt, muss die Betreuerin nicht lange nachdenken: „Von der Spielerqualität her sind wir in der Lage, in der Kreisoberliga vorne mitzuspielen. Aber die Jungs müssen fleißig zum Training kommen.“ Wenn elf Mann auf dem Platz funktionieren wollen, dann müssten sie auch gemeinsam trainieren. „Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport“, sagt Nawinia, die als einstige Torhüterin im Training gerne mal mit den Keepern arbeitet. Hauptsächlich achtet sie aber darauf, dass die Kicker fit und gesund sind - und das tierisch genau. Schließlich sollen Liebenwaldes Fußballer in jedem Spiel wie Löwen kämpfen können.

Von Bert Wittke

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