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Löwenberger Land ARD dreht „Usedom-Krimi“ in Nassenheide
Lokales Oberhavel Löwenberger Land ARD dreht „Usedom-Krimi“ in Nassenheide
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20:20 27.11.2019
Sechs Szenen werden durch das 40-köpfige Team in der Liebenwalder Chaussee abgedreht. Auch Schauspielerin Katrin Sass wird noch vor Ort sein. Quelle: FOTOS: ENRICO KUGLER
Nassenheide

Ein Hauch von Hollywood weht in dieser Woche durch Nassenheide. Tontechniker und Kameraleute bauen ihre Gerätschaften auf, prüfen die Umgebung, suchen die besten Stellen, um sich zu positionieren. Schilder werden von Geschäften abmontiert und durch neue ersetzt, während ein anderes Team das Polizeiauto für den Dreh vorbereitet. Schauspieler in täuschend echten Polizeiuniformen bekommen letzte Details für ihre Szene in die Hand.

Bei den Dreharbeiten in Nassenheide wird auch Katrin Sass anwesend sein Quelle: ENRICO KUGLER

„Wir haben nach einem Ort gesucht, der viel Ähnlichkeit mit den Gegebenheiten auf Usedom hat“, erklärt Produktionsleiter Olav Mann. In der Liebenwalder Chaussee in Nassenheide fand ein Location-Scout genau das vor, was die Produktionsfirma suchte – den perfekten Drehort für Szenen einer neuen Episode des ARD-„Usedom-Krimis“.

Die Kriminalfilmreihe mit Katrin Sass („Good Bye, Lenin!“) in der Rolle der ehemaligen Staatsanwältin Karin Lossow wird seit 2014 produziert und im Rahmen der Reihe „Der Donnerstag-Krimi“ im Ersten ausgestrahlt. Es ist nicht das erste Mal, dass Szenen für die Krimi-Reihe in Brandenburg produziert werden. Erst im vergangenen März war das Team in Mühlenbeck (Oberhavel) für die Episode „Mutterliebe“.

Märkischer Nadelwald erinnert an Ostsee-Küste

„Es sollte der für Usedom typische Nadelwald zu sehen sein, ebenso sollte die Bebauung nicht zu eng sein. Außerdem war es uns wichtig, dass nicht so viel Verkehr auf der Straße herrscht“, erklärt Mann. Seit Dienstagabend wird nun beim ortsansässigen Friseur „Cut and Color“ gedreht.

Vom Filmteam wurde der Salon kurzerhand zum Waxing-Studio „Vanessa“ umgebaut. Hauptdarsteller der aktuellen Episode mit dem Titel „Schmerzgrenze“ ist neben Katrin Sass auch Max Hopp („Das Joshua-Profil“), der allerdings nicht am Nassenheider Filmset dreht. Katrin Sass schon. Sechs Szenen hat das Produktionsteam am Freitag zum Drehschluss bereits im Kasten. „Das macht am Ende etwa zehn Minuten im Film aus“, weiß Produktionsleiter Mann zu berichten.

Handlung wird noch nicht verraten

Etwa vierzig Leute sind am Set vor Ort, kümmern sich um das Licht, die Kameras, den Ton, Kostüm und Maske. Dafür stehen am Platz neben dem Drehort insgesamt 120 Meter Fahrzeuge, in denen die Techniker, Komparsen, und Schauspieler versorgt werden. Seit zwei Wochen ist das Produktionsteam mit den Dreharbeiten beschäftigt, das Ende ist für den sechsten Dezember geplant.

Gute Laune bei den Dreharbeiten in Nassenheide Quelle: ENRICO KUGLER

„Im nächsten Jahr wird es allerdings noch einmal zwei Drehtage geben“, verrät Olav Mann. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest. Auch worum es im elften Teil des Usedom-Krimis geht, will er noch nicht verraten. „Wir wollen ja die Zuschauer noch überraschen“. In der ersten Szene des Tages, so viel sei verraten, wird ein Fahrzeug auf dem Parkplatz des Studios beschlagnahmt.

Dreharbeiten sind „spannend“

Für die Anwohner des Mehrfamilienhauses gegenüber sind die Dreharbeiten natürlich aufregend. „Es ist schon spannend, mal bei Dreharbeiten zuzuschauen. Nachteile haben wir ja dadurch keine“, sagt Anwohner Wilfried Schwiderski.

Auch für die Inhaberin des Friseursalons „Cut and Color“, Dajana Waldow, ist das Geschehen in ihrem Laden alles andere als alltäglich. „Ich finde, dass die Dreharbeiten eine tolle Sache sind“, sagt die Friseurmeisterin, die in Falkenthal noch einen zweiten Salon betreibt. Seit Juni 2018 hat sie das Geschäft in der Liebenwalder Chaussee. „Das ist natürlich auch tolle Werbung für uns. Es passiert mal etwas ganz Spannendes und Außergewöhnliches.“

Eine Menge Technik wird für Ton und Licht benötigt. Quelle: ENRICO KUGLER

Gerechnet hat sie mit einer solch Anfrage überhaupt nicht. „Ich war natürlich sehr überrascht, als das Filmteam bei mir angefragt hat.“ Auch ihre Mitarbeiterin Anja Grabara war über die Anfrage verblüfft.

„Wir mussten nichts vorbereiten“

„Wir haben die Kunden über die Dreharbeiten informiert, mehr durften wir aber auch nicht sagen“, erzählt sie. „Alle vom Filmteam sind supernett gewesen, wir mussten auch nichts vorbereiten oder ausräumen.“ Auch sie empfindet alles als sehr aufregend. „Das erlebt man ja auch nicht alle Tage.“

Wenn Friseurin Anja Grabara am Sonnabend den Laden wieder für die Kundschaft öffnet, wird allerdings nichts mehr an die Dreharbeiten erinnern.

Von Stefanie Fechner

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