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Löwenberger Land Archäologen finden Artefakte aus der Steinzeit in Nassenheide
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Archäologen finden Artefakte aus der Steinzeit in Nassenheide
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17:43 16.01.2020
Archäologen graben in Nassenheide und finden Hinweise auf längst vergangene Zeiten. Der älteste Fund ist etwa 100 000 Jahre alt. Quelle: Enrico Kugler
Nassenheide

Vorsichtig gräbt sich der Bagger in das Erdreich auf dem Feld zwischen der Bundesstraße 96 und der Teschendorfer Straße in Nassenheide. „Die Stellen, an denen Vorarbeiten für die Ausgrabungen stattfinden, werden vor allem über ein spezielles Softwareprogramm ermittelt“, erklärt der Leiter der Arbeiten, Jens Greif. „Natürlich spielen auch Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse eine Rolle.“

In Teschendorf konnte das Team um Archäologe Greif bereits einen Siedlungsplatz ausfindig machen. „Außerdem haben wir Keramikscherben gefunden, die wir zu einem fast vollständigen Gefäß zusammensetzen konnten“, führt Greif aus. Anhand spezieller, zeittypischer Merkmale ist anhand solcher Funde auch eine zeitliche Einordnung möglich. „Wir würden den Siedlungsplatz in der späten Bronzezeit einordnen, also etwa eintausend vor Christus“, erklärt der Archäologe.

Steinzeitliche Werkzeuge gefunden

Nun wurde es auch in Nassenheide interessant. „Wir sind hier auf Feuerstein gestoßen“, erklärt Jens Greif. „Aus Feuerstein stellten die Menschen in der Steinzeit vor allem Waffen her“, führt er weiter aus. „Wenn man eine Anhäufung solcher Steine vorfindet, kann man davon ausgehen, dass es sich bei der Fundstelle wahrscheinlich um einen sogenannten Schlagplatz handelt. Dort haben unsere Vorfahren die Feuersteine zu Werkzeug verarbeitet, zum Beispiel in dem sie mit anderen Steinen darauf einschlugen, bis er die gewünschte Form hatte.“ Diese Werkzeuge wurden dann vor allem zur Jagd genutzt. „Da die frühen Menschen Nomaden, also Jäger und Sammler waren, sind sie ihrer Nahrung hinterhergezogen. Daher findet man solche Schlagplätze schon häufiger, aber ein alltäglicher Fund ist es trotzdem nicht“, bestätigt Archäologe Greif. Zeitlich sind die Funde im Übergang der letzten Eiszeit zur heutigen Warmzeit einzuordnen, in Zahlen macht das ein Alter von acht- bis zehntausend Jahren.

Was auf den ersten Blick recht unspektakulär wirkt sind tatsächlich Werkzeuge aus der Steinzeit. Quelle: Jens Greif

Der Fortgang der aktuell noch laufenden Arbeiten entscheidet auch über das weitere Vorgehen an der geschichtlich interessanten Stelle. „Sollten wir noch weitere Funde haben, finden hier die tatsächlichen Ausgrabungen statt. Dann wird ein Raster über die zu untersuchende Fläche gelegt, jedes Quadrat hat dann 50 mal 50 Zentimeter. Diese werden dann vom Team per Hand untersucht“, erklärt der Grabungsleiter.

Archäologisches Landesmuseum übernimmt die Funde

Die Funde der Archäologen werden zur weiteren Bearbeitung an das Landesamt für Denkmalpflege und das archäologische Landesmuseum in Wünsdorf übergeben. „Einige Flächen sind noch offen“, so Greif weiter. So muss zum Beispiel in einem Nassenheider Gebiet erst der Kampfmittelräumdienst seine Freigabe erteilen, Waldflächen müssen vor den Arbeiten gerodet werden. In den vorherigen Ausgrabungen entlang der Trasse für die neue B96 fand das Team um Jens Greif vor allem Keramik, Gerätschaften aus Eisen sowie Feuerstein und Bronze im Boden. Beauftragt und finanziert wurden die Arbeiten durch den Landesbetrieb Straßenwesen.

Von Stefanie Fechner

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