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Löwenberger Land „Batman & Robin“ aus Grieben: Wie diese Männer einen Einbrecher festhielten
Lokales Oberhavel Löwenberger Land „Batman & Robin“ aus Grieben: Wie diese Männer einen Einbrecher festhielten
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00:28 25.11.2018
Der Griebener Sebastian Lück (r.) und sein Nachbar Mathias Feiler (l.) machten am Mittwochabend auf abenteuerliche Weise einen Einbrecher dingfest. An dieser Laterne übergaben sie den 29-Jährigen schließlich an die Polizei. Quelle: privat/Stähle
Grieben

“Ich hab nicht groß nachgedacht, sondern nur reagiert“, erinnert sich Sebastian Lück. Hinter dem Griebener liegen nervenaufreibende Tage, nachdem er am Mittwoch in seinem Einfamilienhaus einen Einbrecher auf frischer Tat erwischt und mit Hilfe seines Nachbarn dingfest gemacht hatte. Während die beiden den Täter bis zum Eintreffen der Polizei festhielten und ihn dann an die Beamten übergaben, verursachte dessen Komplize bei seiner Flucht mit einem Auto auf der B96 bei Oranienburg einen schweren Verkehrsunfall.

Einen schweren Unfall verursachte der zweite, flüchtende Täter auf der B96 bei Oranienburg. Quelle: Julian Stähle

Gegen 18.50 Uhr war Sebastian Lück am Mittwoch auf dem Weg zu seinem Haus, als ihn auf dem Weg dorthin ein dunkler Pkw auffiel. „Ich kam vom Triftweg, da stand ein fremder Opel Richtung Wald so blöd, dass keiner mehr vorbeikam. Darüber habe ich mich geärgert und mir halbwegs das Nummernschild gemerkt“, erzählt der 36-Jährige. Während seiner Weiterfahrt „hupte der Fahrer plötzlich. Anfangs dachte ich mir nichts dabei, aber je näher ich meinem Haus kam, umso intensiver wurde das Gehupe.“ Als Lück sein Grundstück betrat, „sprang plötzlich ein Mann aus meinem Badezimmerfenster“. Der 36-Jährige war perplex, reagierte jedoch blitzschnell: „Ich dachte nur: Da musst du hinterher. Das ist mein Haus, mein Eigentum – das geht nicht. Der Typ ist über den Zaun gesprungen, ich bin außen rum.“

Lück bekam den Einbrecher – wie sich später herausstellte, ein 29-jähriger Chilene – zu halten, aber nicht zu fassen. „Sein Komplize war inzwischen mit dem Auto vorgefahren. Der Typ wollte reinspringen, aber ich hab ihn an den Klamotten festgehalten.“ Halb entblößt flüchtete der 29-Jährige daraufhin Richtung Wald. „Durch den Lärm wurde mein Nachbar auf die Aktion aufmerksam.“ Der 35-jährige Mathias Feiler war zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Er stand für eine Zigarettenpause vor seinem Haus. „Der Typ ist halbnackt genau auf ihn zugerannt, Mathias hinterher, mit seinen Gartenschuhen. Als Fußballer ist er offenbar gut trainiert und hat den Kerl trotz des Schuhwerks geschnappt“, konnte Sebastian Lück am Tag danach schon wieder flachsen. Mit vereinten Kräften rangen die beiden den Einbrecher zu Boden, fesselten ihn und verständigten die Polizei. „Die war auch sehr schnell da und übernahm.“

Die B96 musste zwischenzeitlich voll gesperrt werden. Quelle: Julian Stähle

Ein weiterer Streifenwagen bemerkte auf der Anfahrt nach Grieben hingegen den Fluchtwagen, den Sebastian Lück detailliert beschrieben hatte. „Aufgrund dringenden Tatverdachts haben die Kollegen umgedreht, um das Fahrzeug zu kontrollieren“, berichtet Polizeipressesprecherin Ariane Feierbach. Der Fahrer ignorierte die Halteversuche der Beamten und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf der B96 Richtung Süden. Zwischen den Anschlussstellen Oranienburg Nord und Zentrum verlor er die Kontrolle über sein Auto, als er sich zwischen zwei Fahrzeugen hindurchzwängen wollte, die sich in diesem Moment in einem Überholvorgang befanden. Der Pkw Opel überschlug sich und kam auf dem Dach liegend zum Stillstand. Der Fahrer – ein 24-jähriger Chilene – wurde leicht verletzt und kam zunächst in ein Krankenhaus, aus dem er am Donnerstag bereits wieder entlassen wurde. Für die Unfallaufnahme und Räumung, der Unfallwagen musste geborgen werden, wurde die Bundesautobahn vorübergehend voll gesperrt. Die beiden Chilenen wurden vorläufig festgenommen, „die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern weiter an“, so Ariane Feierbach.

Der Unfallwagen überschlug sich und kam auf dem Dach zum Stillstand. Quelle: Julian Stähle

Sebastian Lück war am Tag nach der ganzen Aufregung schon wieder guter Dinge. „Ich habe mit Mathias am Mittwoch noch ein Bier getrunken, anschließend habe ich aber geschlafen wie ein Stein, war völlig k.o.“ Für ihn war es bereits der zweite Einbruch. „2016 haben mir Einbrecher aus dem Schuppen das gesamte Werkzeug geklaut“. Der ist seitdem alarmgesichert. Mit einer Alarmanlage will der Familienvater nun auch sein Haus ausstatten. Zudem denkt er über einen größeren Wachhund nach. Froh ist er, „dass das nicht meiner Frau passiert ist. Was da hätte passieren können, wenn sie dem Einbrecher mit den Kindern begegnet wäre.“ Ehefrau Maria Lück kann nach der ganzen Aufregung schon wieder lachen: „Die beiden waren wie Batman und Robin“, schmunzelt sie. „Fangen den Einbrecher im stockdusteren Wald mit der Taschenlampe.“ Trotz des Einbruchs: Die Lücks fühlen sich in Grieben „sehr wohl. Hier ist es ruhig und etwas abseits – genau deshalb wohnen wir ja hier auch.“ Gestohlen wurde den Lücks diesmal nichts: „Vermutlich waren die Täter noch bei ihren Vorbereitungen und hatten das Badezimmerfenster grade erst für den Fluchtweg geöffnet, als ich am Haus ankam.“

Von Nadine Bieneck

Abenteuerlich – mit einem schwerem Unfall – endete die Flucht eines mutmaßlichen Einbrechers am Mittwochabend auf der B96 nahe Oranienburgs. Der Komplize das Pkw-Fahrers war zuvor vom Besitzer des Hauses während des Einbruchs dingfest gemacht worden.

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