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Löwenberger Land Mit der Schere am Apfelbaum
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Mit der Schere am Apfelbaum
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18:58 24.02.2019
Jürgen Sinnecker (Mitte) beim Baumschnittkurs auf dem Apfelhof Wähnert. Quelle: Uwe Halling
Hoppenrade

 Handschuhe, Gartenschere, dicke Socken – gut ausgerüstet waren am Sonnabend die Kursteilnehmer, die ihr Wissen über den richtigen Obstbaumschnitt erweitern wollten. In zwei Gruppen folgten sie Jürgen Sinnecker – dem Apfelmann aus Zehdenick – und Mathias Bartsch – von der Apfeltraum Baumschule Eggersdorf – über das Gelände des Apfelhofes Wähnert in Hoppenrade. Dort wachsen an die 500 Apfelbäume der verschiedensten Sorten. Manche sind noch ganz jung, viele jedoch schon 60 oder 70 Jahre alt. Seit der Gründung wird der alte Bestand ständig verjüngt. So konnten inzwischen etwa 200 neue „alte“ Streuobstbäume gepflanzt werden.

Mathias Bartsch von der Baumschule Apfeltraum Eggersdorf beim Baumschnittkurs auf dem Apfelhof Wähnert Quelle: Uwe Halling

Wer möglichst viele Früchte ernten und seine Bäume lange erhalten möchte, kann von den Experten lernen, wie man Obstgehölze richtig pflegt.Einige neue Erkenntnisse dürfte so manch einer der zum Teil von weither angereisten Kursteilnehmer mitgenommen haben. Zum Beispiel, dass die sogenannten Wassertriebe – senkrecht nach oben wachsende Triebe – nicht allesamt entfernt werden müssen, sondern dass sie in einigen Jahren zu Fruchtholz werden. Vorausgesetzt, sie wachsen in die „richtige“ Richtung.

Bleiben um eine Wunde herum einige Triebe stehen, fördert das die Heilung. Auf das Schneiden kann man auch verzichten, wenn der Trieb in die gewünschte Richtung gelenkt wird. „Jeder Obstbauer hat früher die Äste runtergebunden“, so Mathias Bartsch.

Lehm oder „Kuhkacke“ als Pflaster

Wenn Zweige oder Äste geschnitten werden müssen, dann so dicht wie möglich am Stamm und mit dem kleinsten Durchmesser. Größere Wunden wurden früher natürlich nicht mit Baumarktprodukten behandelt. „Lehm mit Leinöl vermischt oder nur Lehm oder auch Kuhkacke“, so lautet die Empfehlung von Jürgen Sinnecker an die Hobbygärtner. Gewaltschnitt, Erziehungsschnitt oder nur auslichten – vor dieser Entscheidung steht man meist im Winter. Aber auch der Sommerschnitt hat seine Vorteile.

Wächst der Baum stark oder schwach, will man einen Halb- oder einen Hochstamm „erziehen“ - solche Fragen sollte sich der Obstbaumbesitzer stellen, bevor er Schere oder Säge ansetzt. „Man muss auch mal ein Risiko eingehen und radikal schneiden“, erklärt der Apfelmann. Das regt das Wachstum der Triebe an, kann aber auf Kosten der Blütenbildung gehen. „Wenn ein Baum nicht wachsen will, muss man ihn eben anstupsen“, so Jürgen Sinnecker.

Das richtige Gefühl gehört dazu

Dass ein mehrstündiger Kurs wie am Sonnabend nicht ausreichen kann, um selbst Experte im Obstbaumschnitt zu werden, dürfte für einige Teilnehmer eine weitere Erkenntnis des Tages gewesen sein. Wissen, Erfahrung und nicht zuletzt das richtige Gefühl im Umgang mit den Obstgehölzen kommen nicht über Nacht zusammen.

Als kleine Entschädigung gab es dafür noch einige andere Gartentipps von den Fachleuten: Apfelmumien, also die schwarzen Überbleibsel der vorangegangenen Saison, oder abgestorbene Äste von Obstgehölzen, in denen Schädlinge sitzen könnten, sollten entfernt und möglichst verbrannt werden. Bleibt jedoch das Laub liegen, könnte man eigentlich auch auf die Hilfe der meist unsichtbaren Kompostier-Organismen vertrauen. Und noch ein Rat: Wer seine Obstbäume im Winter schützt und davon noch Weißkalk übrig hat, kann damit Moos im Rasen bekämpfen. Vertikutieren sollte man seine Wiese erst, wenn sie das zweite oder dritte Mal abgemäht worden ist.

Die Baumschnittkurse werden seit beinahe zehn Jahren auf dem Apfelhof angeboten. Zur Stärkung gab es auch diesmal heißen Apfelpunsch und Apfelkuchen.

Von Martina Burghardt

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